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Köpfe und Karrieren

Sicherheit als Motivator

Die Mitarbeiterbedürfnisse haben sich in den vergangenen Jahren stark geändert

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007

STUTTGART. Engagierte Mitarbeiter sind der Garant für eine hohe Produktivität und somit das größte Kapital eines erfolgreichen Dienstleistungsunternehmens. Zudem gilt serviceorientiertes Hotelpersonal mittlerweile als eines der wenigen Differenzierungsmerkmale der uniformen Konzernhotellerie.

Wie motiviert und hält man die Leistungsträger des Betriebes? Befragt man die Hotelbetreiber und Manager nach den Wünschen der Mitarbeiter, so wird häufig die überdurchschnittliche Entlohnung in Form von Festeinkommen oder Erfolgsbeteiligung als wichtigster Motivationsfaktor genannt. Anonyme Mitarbeiterbefragungen führen jedoch zu anderenErgebnissen, die stark von der aktuellen Arbeitsmarktsituation geprägt sind.

Die massiven Veränderungen der vergangenen 15 Jahre im privaten und beruflichen Umfeld der Arbeitnehmer führten zu einem Prioritätenwechsel hinsichtlich der Mitarbeiterbedürfnisse. Der Faktor Sicherheit wird in den kommenden Jahren in unterschiedlichen Bereichen des Gastgewerbes eine entscheidende Rolle einnehmen. Bei den Mitarbeitern in Form von Arbeitsplatzsicherheit. Eine repräsentative Untersuchung des „Instituts für betriebliche Weiterbildung“ in Berlin von 1991 zeigte noch folgende Rangliste der Mitarbeiterbedürfnisse:

1.Anerkennung für gut geleistete Arbeit, 2.Genaue Kenntnis des Angebotes und der Firmenzielsetzung, 3.Eingehen auf private Sorgen, 4.Gutes Einkommen, 5.Interessante Arbeit, 6.Gesicherter Arbeitsplatz.

Im Jahre 2002 wurden basierend auf diesen Erkenntnissen 218 Mitarbeiter unterschiedlicher Hierarchieebenen der Steigenberger Hotels AG gefragt, welche Faktoren für sie wichtig sind, um dem Gast motiviert gegenüber zu treten. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Interessenwandel: 1.Gesicherter Arbeitsplatz, 2.Anerkennung der Leistung durch Vorgesetzte, 3.Weiterbildungsmaßnahmen, 4.Aufstiegschancen, 5.Regelmäßige Information über die Unternehmensziele, 6.Überdurchschnittliche Entlohnung.

Die Arbeitsplatzsicherheit nimmt mittlerweile den ersten Rang ein, wobei der Wunsch nach einem gesicherten Arbeitsplatz mit steigendem Alter korreliert, das heißt, je älter ein Mitarbeiter ist, desto größer ist die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Auf den nachfolgenden Rängen stehen die unmittelbaren Einflussfaktoren wie die Einschätzung durch Vorgesetzte sowie die Möglichkeit, durch kontinuierliche Weiterbildung die eigene Employability zu gewährleisten, weit vor den finanziellen Leistungsanreizen.

Fazit: Sichere Arbeitsplätze können seitens der Arbeitgeber bedingt durch die sich immer schneller ändernden Umfeldbedingungen nicht mehr langfristig garantiert werden. Allerdings helfen Maßnahmen, wie die klare Artikulation der Unternehmensziele und –ergebnisse, Lob sowie die Möglichkeit, sich durch kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen für den sich wandelnden Arbeitsmarkt zu qualifizieren, Mitarbeitern eine Orientierung und damit eine gewisse Sicherheit zu geben. Sie werden es mit Loyalität und einer höheren Produktivität danken. Dr. Axel Gruner

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