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René Schumann geht in seinem Beruf auf: Gern berät der Sommelier die Gäste des 5-Sterne-Hauses Schloss Hubertushöhe bei der Weinauswahl. Seine Favoriten sind dabei die deutschen Weine – einheimische Gewächse machen rund 90 Prozent des Rotweinbest

Persönliches

Tabak und Wein als große Leidenschaften

Sommelier René Schumann hat seine Hobbys zum Beruf gemacht / Im Hotel Schloss Hubertushöhe in Storkow berät er Wein- und Zigarrenliebhaber

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/35 vom 2. September 2006

Als René Schumann die Zigaretten aufgab, war er Anfang zwanzig. Dennoch blieb sein Interesse an Tabak erhalten, später entdeckte er die Zigarren für sich – ohne zu ahnen, dass diese Leidenschaft in seinem Berufsleben eine Rolle spielen sollte.

Schumann hatte Industriekaufmann gelernt, warum, weiß er heute nicht mehr. „Es war eigentlich nie mein Ding, ich wollte viel lieber etwas mit Menschen zu tun haben“, sagt er. Auf Anregung eines Freundes, der in der Gastronomie arbeitete, sattelte er kurzentschlossen um. So begann der Berliner als Hilfskellner im renommierten Restaurant Lindencorso, später arbeitete er in einer italienischen Gaststätte. „Hier lernte ich Weine kennen. Und sie faszinierten mich vom ersten Moment an. Es war ähnlich wie bei den Zigarren. Ich wollte wissen, was nötig ist, um einen guten Wein zu machen, wissen, wie man gute von schlechten Gewächsen unterscheiden kann“, erinnert er sich. So ging er auf Studienreise – 13.000 Kilometer quer durch Europas Weinanbaugebiete. Wieder zu Hause, hatte er sein Wissen über Wein, über Anbau und Herstellung erweitert. Bei der IHK legte Schumann zwei Jahre später seine Prüfung als Restaurantfachmann ab, dann zog es ihn in Spitzenrestaurants mit einer hervorragenden Weinkarte. Schon bald arbeitete er als Sommelier in Berlin im „Vau“, dem „Portalis“, dem „Guy“ und im „Das Brandenburg“ in Bad Saarow (heute Arosa).

Seit März 2005 ist er Sommelier im 5-Sterne-Hotel Schloss Hubertushöhe in Storkow. Und wenn es stimmt, dass derjenige, der sein Hobby zum Beruf macht, keinen Tag im Leben arbeiten muss, dann gehört René Schumann zu den Glücklichen, die den ganzen Tag Zeit haben, ihrem Hobbys nachzugehen. Wein und Zigarren bestimmen auf dem Schloss sein Leben.

Um den Geschmack interessierter Gäste zu schulen, bietet er monatlich Weinseminare an. Im Rotweinkeller sitzt er mit seinen „Schülern“ zusammen, sie plaudern über die Weine, die zur Verkostung anstehen.

Rund 400 Positionen lagern inzwischen in den gut sortierten Schloss-Kellern, darunter 80 verschiedene Rieslinge und 60 Rotweine (90 Prozent des gesamten Rotweinbestandes) aus allen Anbaugebieten Deutschlands. Die einheimischen Gewächse sind der absolute Favorit des Sommeliers, daneben bietet er noch eine große Auswahl an österreichischen und französischen Weinen an. Wer die große weite Weinwelt sucht, ist im Schloss Hubertushöhe an der falschen Adresse. „Manche Gäste sind zwar zunächst erstaunt darüber, aber zumeist im Nachhinein sehr positiv überrascht. Vor allem über die hohe Qualität der deutschen Rotweine“, erzählt der Sommelier. Ein bisschen versteht er sich auch als Botschafter für den deutschen Wein.

Das Schloss hat sich inzwischen auch als erste Adresse für Zigarrengenießer einen Namen gemacht. Hier finden sie den am besten bestückten Humidor weit und breit. Rund 50 verschiedene Sorten aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Honduras, Nicaragua, Sumatra und den Kanarischen Inseln liegen fein sortiert bereit. Zweimal im Jahr findet im Schloss ein Abend speziell für Zigarrenliebhaber statt. Dazu stehen edle Spirituosen wie Kognak, Rum und Whisky zur Verkostung an. Für diese Abende ist den Zigarrenliebhabern kein Weg zu weit.

Auch daheim kann René Schumann sowohl vom Wein als auch von Zigarren gar nicht genug bekommen: Jetzt hat er sich nur wenige Kilometer vom Schloss entfernt ein 1,4 Hektar großes Grundstück gekauft. Hier will er einen kleinen privaten Weinberg und eine Tabakplantage anlegen. Heidi Diehl

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