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Die Zeit war reif: Andreas Martin hat Lust auf das operative Geschäft Foto: Petra Mewes

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Vom Berater zum Direktor

Andreas Martin kennt die Branche – in den vergangenen Jahren eher aus Consulter-Sicht. Jetzt ist er froh über seine Aufgabe als Direktor des neuen QF Hotels in Dresden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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Mich erinnert in Dresden viel an meine Heimatstadt Bonn: Hier fließt die Elbe, dort war es der Rhein, beide haben Weinberge und das Elbsandsteingebirge kommt einem dann vor schon einmal vor wie das Siebengebirge“, scherzt Andreas Martin.

Der gebürtige Rheinländer fühlt sich wohl in Sachsen. Als Hoteldirektor ist er mit der Leitung des QF Hotels Dresden betraut. Ein gerade eröffnetes, exklusives Boutique-Hotel im Zentrum der Stadt, direkt neben der Frauenkirche. Es ist eingebettet in das Quartier Frauenkirche „QF“. Das Haus ist Bestandteil des Gesamtkonzepts mit anspruchsvollen Geschäften, Wohnungen und Büros.

Martin vertritt als Prokurist der „QF Quartier an der Frauenkirche Hotel Betriebs GmbH & Co. KG“ die Interessen der Eigentümer und Investoren. Das sind der Architekt Kai von Döring und Arturo Prisco, ein Tuchhändler aus Italien. Die Gesellschaft betreibt das QF Hotel auf der Basis eines Pachtvertrages. Im Gespräch über das Projekt gerät der Vollblut-Hotelier geradezu ins Schwärmen. Da wird schnell deutlich: Das Quartier an der Frauenkirche trägt konzeptionell auch seine Handschrift. Sein Weg nach Dresden war aber keineswegs gerade, sondern lief über viele Stationen. Nun war die Zeit reif für ihn, ein solch ein innovatives Objekt wie das QF Hotel zuleiten. In Bonn geboren, begann er seine Laufbahn 1982 im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München mit einer Ausbildung zum Hotelfachmann. Danach gehörte er zum Management Team, das die operative Übernahme des ersten Kempinski Hotels im Ausland organisierte, dem damaligen The Grand Kempinski Dallas, Texas.

„Wir haben den Kempinski-Spirit nach Amerika gebracht“, resümiert er heute. Nach einem Engagement als Verkaufsrepräsentant bei Nixdorf ging er ins Büro von PKF München, wo Martin Machbarkeitsstudien für zahlreiche Hotelprojekte in Europa erstellte. In diese Zeit fällt auch ein dreijähriger Aufenthalt im russischen St. Petersburg für eine von der EU unterstützte, geplante Hotelprivatisierung. Zurück in München übernahm er bei ArabellaSheraton, heute ArabellaStarwood, die Verantwortung für die Expansion der Gruppe in Deutschland, der Schweiz und auf den Balearen.

Im Jahr 2005 begleitete Martin die Büroeröffnung des von Olaf Steinhage gegründeten Beratungsunternehmens HCB Hospitality Concepts Berlin GmbH. Und irgendwann erreichte ihn ein Anruf von Kai von Döring, der mit seinem Partner Arturo Prisco bereits mittendrin im Projekt QF steckte. Bei beiden war die Idee gereift, das Hotel im Quartier selbst zu betreiben. Die hochwertige, im Stil des alten Dresden neu gebaute Substanz des Shopping-Centers sollte auf jeden Fall durch das Hotel mitgetragen werden. Andreas Martin: „Wir mussten abwägen, was dieses Hotel an diesem Standort braucht, was es schon gibt und wie das inszeniert werden soll.“ Da im QF bereits zehn gastronomische Betriebe verpachtet sind, schien eine eigene Hotelgastronomie überflüssig. Die Gäste können ohne das Haus zu verlassen asiatisch speisen oder italienisch. Es gibt Anbieter für Sushi, hochwertige Patisserie und eine Filiale von Pfundt’s Molkerei. Diese Auswahl hätte ein eigenes Hotelrestaurant nicht zu bieten. Wer über die Rezeption einen Tisch reserviert, kann in den Restaurants dann seine Rechnung aufs Zimmer buchen lassen. „Wir haben das über Kooperationsverträge mit den Gastronomen geregelt, selbst fürs Hotelfrühstück“, fasst Martin zusammen. Das findet in Kays Bistro statt. Eine Tür in der Lobby führt direkt in den modernen Gastraum.

Man muss dieses Konzept den Gästen gegenüber natürlich kommunizieren und genaue Regelungen über das angestrebte Qualitätsniveau treffen. „Unsere ersten Erfahrungen sind durchaus positiv.“ Im Hotel selbst gibt auch keinen Wellnessbereich, dafür einen verpachteten Beautysalson mit Beletage im QF. Wer schwimmen möchte, kann den Pool im Hilton gegenüber nutzen. Martin lobt aufgrund solcher Erfahrungen die gute Zusammenarbeit der einzelnen Häuser der Stadt.

Als die Betreibergesellschaft anfragte, ob er auch die Position des Hoteldirektors übernehmen würde, gab es kein langes Überlegen: „Mich haben der Standort, das Projekt und die Stadt überzeugt!“

Als Bestätigung für seine Entscheidung empfindet er noch heute die Momente des Richtfestes 2006 am Vorabend der Eröffnung der Frauenkirche. „Auf dem Platz tummelten sich fast 15.000 Leute. Da habe ich das großartige Interesse gespürt, den Stolz der Dresdner.“

Ohne große Akquise flatterten dann die Bewerbungen ins Haus. Fast alle Mitarbeiter sind über Initiativbewerbungen eingestellt worden. Viele Dresdner sind dabei. Was ihn selbst an der Hotellerie fasziniert? „Ich habe mich in den Jahren als Berater immer wieder gefragt, ob es richtig war, aus dem operativen Geschäft rauszugehen. Die Arbeit mit den Gästen, im Team und mit diesem neuartigen Projekt – das ist schon spannend.“

Alles entwickelt sich noch und auf dem gemeinsamen Weg ist es ihm wichtig darauf zu achten, dass kein Partner auf der Strecke bleibt. Viel Zeit für Hobbys bleibt im Moment nicht, aber Reisen und Lesen stehen auf der Prioritätenliste in Sachen Freizeitvergnügen ganz oben, denn „man gewinnt neue Sichtweisen“. Das geht ihm auch beim Laufen so. Zweimal jährlich findet in Dresden ein Marathon statt. Irgendwann will er dabei sein. Petra Mewes

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