Karriere-Serie Teil 4
Was darf ich im Social Web von mir preisgeben?
STUTTGART. Ben Wolter arbeitet als Concierge in einem Münchener 5-Sterne-Hotel. Seit einiger Zeit erhält er im Freundeskreis immer wieder Einladungen für virtuelle soziale Netzwerke. Er ist sich jedoch unsicher: „Was soll ich da von mir erzählen? Wen interessiert wann ich wo ins Theater oder auf den Golfplatz gehe? Welche Auswirkungen können diese Netzwerke eigentlich auf meinen Beruf haben?“
Mit Internet-Auftritt den Marktwert erhöhen
Zunächst einmal gibt es Chancen und Risiken bei der Selbstdarstellung im Web 2.0. Positiv auf die eigene berufliche Entwicklung können die geknüpften Kontakte sein, denn wie heißt es so schön: Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat. Gleichzeitig kann die professionelle Internet-Selbstdarstellung durchaus den eigenen Marktwert erhöhen. Wenn die beruflichen Kompetenzen von Ben Wolter, z. B. seine Sprachtalente oder seine Kreativität bei unterschiedlichsten Problemen, immer wieder im Netz gelobt werden, so wird dies nicht nur dem eigenen, sondern auch anderen Arbeitgebern auffallen. Gekonnte Selbstdarstellung und kluges Netzwerken sind also zwei Seiten einer Medaille, wobei beide Aspekte hierbei ineinander greifen.
„Warum sollte man jedoch diesen Aufwand machen?“, fragt sich Ben Wolter. „Momentan läuft bei mir im Job doch alles sehr gut.“ Nun, was ist aber, wenn in einem Jahr durch eine Firmenpleite oder Umstrukturierungen ein neuer Arbeitsplatz gesucht werden muss? Dann kann die Selbstdarstellung im Web 2.0 durchaus hilfreich sein. Über Ausschreibungen in der Tages- und Fachpresse oder im Internet werden gerade einmal 30 Prozent aller Jobs vergeben. Empfehlungen sind bei der Besetzung von Stellen besonders wichtig. Und wer nicht bekannt ist bzw. sich kaum in Netzwerke integriert hat, der kann auch nicht auf Empfehlungen hoffen.

