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Deutsche Biervielfalt: Klassiker tun sich zunehmend schwer, Innovationen für junge Verbraucher sind gefragt

© Deutscher Brauer-Bund

Märkte & Unternehmen

„Bier ist ein emotionales Produkt“

11. Deutscher Bierkongress in München: Bierabsatz sinkt weiter / Bierpreiserhöhungen werden in der Gastronomie besonders stark wahrgenommen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/26 vom 28. Juni 2008

München. Um rund 3 Prozent ist der Bierabsatz im vergangenen Jahr gesunken. Auch ein Zuwachs bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken konnte den Abwärtstrend der Brauwirtschaft nicht abfangen. Das wurde beim 11. Deutschen Bierkongress 2008 in München bekannt gegeben. Verantwortlich für den Rückgang wird das geänderte Konsumverhalten und die erhöhten Bierpreise gemacht. Doch auch die mangelnde Akzeptanz bei der jungen ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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und die Inflation der Biersorten führen zu einem harten Wettbewerb im Biermarkt.

Unter der Leitung des Vorsitzenden Sven Bischoff (Privatbrauerei Bischoff) informierten sich rund 100 Teilnehmer auf dem 11. Deutschen Bierkongress 2008 in München über Strategien, um den Bierkonsum in Deutschland zu steigern und diskutierten über Ursachen und Folgen der rückläufigen Biernachfrage.

Doch es gab auch eine gute Nachricht: „Wir reden vom Brauerei-Sterben, aber das gibt es gar nicht“, sagte Referent Udo Dewies von Carlsberg Deutschland. Er präsentierte eine Statistik, die für den Zeitraum 1998 bis 2007 sogar einen leichten Anstieg der deutschen Brauereien dokumentiert, nämlich von 1285 auf 1302. Angesichts der Fakten, die der Leiter der Unternehmenskommunikation der Brauerei sonst noch präsentierte, erscheint dieses sanfte Plus fast wie ein Wunder. Schließlich geht es mit dem Pro-Kopf-Verbrauch an Bier seit Jahrzehnten bergab. Auch die Käuferreichweite sinkt, wie Dewies erläuterte, seit 1995 von damals 81 Prozent auf 72 Prozent im vergangenen Jahr.

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Und die Käufer selbst werden immer älter. „Für junge Leute brauchen Sie Biermixgetränke“, folgert Dewies. „Wir erwarten im klassischen Bierbereich weiterhin einen rückläufigen Markt. Wir setzen daher auf neue Zielgruppen und entwickeln marktgerechte Angebote für den demografischen Wandel“, so Dewies.

Bier habe derzeit ein Imageproblem. „Wir bringen daher Biersorten auf den Markt, von denen wir uns ein höheres Renommee versprechen, zum Beispiel Bier mit weniger oder gar keinem Alkoholgehalt, isotonisches Bier oder auch Bio-Bier“, sagte Udo Dewies. „Bier ist noch viel zu günstig“, sagte Michael Bartholl von der Paulaner Brauerei mit Blick auf steigende KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
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für Rohstoffe, Energie und Verpackung. „Im europäischen Vergleich liegen wir mit unseren Bierpreisen weit unter dem EU-Durchschnitt. Darüber hinaus wird Bier immer mehr in der Aktion verkauft, was für die Preisstabilität ebenfalls schwierig ist“, so Bartholl. Dabei würden die Bierpreiserhöhungen unterschiedlich wahrgenommen, meinte Dirk Ziems vom Institut für morphologische Markt- und Medienforschung. Im Gegensatz zum Einzelhandel werde in der Gastronomie die Erhöhung zusammen mit dem Rauchverbot dem Kunden besonders deutlich.

„Der durchschnittliche Biertrinker ist alt, und er stirbt Ihnen weg“, stellte Jens Magdanz vom französischen Schreibwarenkonzern Groupe Hamelin nüchtern fest. Sein Rat: „Hören Sie auf mit dem Mengendenken“, ältere Konsumenten seien gerne bereit, für hochwertige Produkte mehr zu zahlen. „Sie haben ein wunderschönes emotionales ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
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“, ermutigte der früher auch in der Bierbranche tätige Referent die Zuhörer. „Werten Sie es auf!“

Barbara Euler


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