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Interview Petra Hedorfer

„Das Land romantischer darstellen“

Die Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), über die Vermarktung des Themenjahres Schlösser und Parks sowie die Chancen für Hotellerie und Gastronomie

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/23 vom 7. Juni 2008

Werben Sie im Rahmen des Themenjahres „Schlösser, Parks und Gärten – Romantisches Deutschland“ vorrangig mit den bekannten Schlössern?

Hedorfer: Wir werben mit einem Querschnitt aus bekannten Anlagen und weniger bekannten „Perlen“. So werden beispielsweise auch der Klostergarten Neuzelle, das Jagdschloss Granitz oder das Europa-Rosarium Sangerhausen vorgestellt. Die Auswahl repräsentiert das gesamte Spektrum an Deutschlands Schlösser-, Park- und Gartenlandschaften und wurde von einer Expertenrunde begleitet, die wir in Vorbereitung des Themenjahres initiiert haben. Insgesamt werden in verschiedener Tiefe mehr als 150 Ensembles beworben. Zusätzlich haben Internetnutzer die Möglichkeit, auf der Website ihr beliebtestes Ziel zu nennen, das wir nachträglich noch aufnehmen werden.

Wie direkt werben Sie auch für Deutschlands Gastgewerbe in Schlössern und Parks?

Hedorfer: Das Themenjahr bietet vielen Partnern – ob bei unserem Printprodukt, im Internet oder bei der Pressearbeit – die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen. Wir sind stolz, bereits viele Partner gefunden zu haben, würden uns aber natürlich freuen, wenn sich neben den Ringhotels, Culture & Castles und den Regionen noch mehr Partner aus Hotellerie und Gastronomie an entsprechenden Plattformen beteiligen würden. Auf der ITB und jetzt beim GTM in München haben wir hierzu einen wichtigen kulinarischen Akzent gesetzt. Mit hohem Symbolcharakter: Gemeinsam mit Bernd Siefert vom Café Siefert in Michelstadt haben wir dem Publikum einmal die Moritzburg und einmal Neuschwanstein als riesige Torte präsentiert. Mit diesem Augen- und Gaumenschmaus konnten wir mit großem Erfolg eine direkte Verbindung zwischen Themenjahr und deutscher Gastronomie präsentieren. Parallel dazu bewerben wir das Thema „Kulinarisches Deutschland“ unter anderem mit Spitzenköchen wie Dieter Müller und schlagen damit einmal mehr die Brücke zwischen Gastronomie und unserem Themenjahr.

Gibt es Angebote, die Sie den Hoteliers machen, wenn diese sich einbringen wollen?

Hedorfer: 2007 haben wir erfolgreich mit dem Hotelverband IHAAbk. für Hotelverband Deutschland.
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für alle Individualhotels, Hotelketten und -kooperationen die internationale Buchbarkeit mittels Meta Search realisiert. Heute sind mehr als 1600 Hotels an fast 500 Standorten in Deutschland direkt weltweit buchbar.

Sowohl Hotelketten als auch Einzelhoteliers haben zudem die Möglichkeit, etwa an internationalen Messeauftritten der DZT teilzunehmen. Eine hervorragende Plattform ist auch der Germany Travel Mart (GTM) – in diesem Jahr haben mehr als 360 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen präsentiert. Außerdem gibt es viele weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in mehr als 30 Märkten, marktspezifisch und kundenorientiert. Hoteliers und Gastronomie können dabei auf ein breites Spektrum von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen zurückgreifen – unter www.deutschland-extranet.de kann sich jeder im Internet informieren.

Welches Engagement erwarten Sie aus dem Gastgewerbe?

Hedorfer: Die Gastronomie in Deutschland ist auf einem weltweit hohen Niveau. Es ist unsere gemeinsame Herausforderung, diese Tatsache noch bekannter zu machen beziehungsweise noch besser im Bewusstsein der potenziellen Reisenden aus aller Welt zu verankern. Die DZT betreut im Jahr auf Agenten- und Pressereisen mehrere Tausend Multiplikatoren, die sich von den exzellenten Leistungen überzeugen können. Hierbei sind wir auf die Unterstützung der Gastronomie angewiesen. Gerade, wenn der Wirtschaftsaufschwung im Inland abflaut, was sich auch auf die Umsätze in der Gastronomie niederschlägt, ist es für diese Branche umso wichtiger, sich auch Gästen aus dem Ausland zu öffnen – unter anderem durch ein verstärktes Marketing.

Was darf auch der Hotelier oder Wirt im kleinen, unbekannten Schlösschen vom Themenjahr erwarten?

Hedorfer: Deutschland wird international häufig vorrangig als „Technikland“ betrachtet. Unser Ziel ist es, durch die verstärkte PräsentationZweckbestimmte und am Empfänger orientierte Information, welche versucht, den Kommunikationsfluss zu verbessern und Expertenwissen durch Darstellung oder Darbringung eines Produkts, einer Serviceleistung oder einer Information anderen zugänglich zu machen.
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deutscher Schlösser, Parks und Gärten dem Ausland Deutschland nach den Schwerpunkten Fußball-WM, Shopping und Kulturland etwas romantischer darzustellen. Hierbei sollen vor allem die kleineren Regionen in der wunderschönen Natur noch mehr Übernachtungsgäste aus dem Ausland generieren und mit der gleichen Dynamik wachsen, wie wir es für viele Metropolen in den vergangenen Jahren erreicht haben. Wichtig ist es dabei aus meiner Sicht, selbst aktiv zu werden – nicht zu „warten“ oder zu „erwarten“. Gerade beim Themenjahr „Schlösser, Parks und Gärten“ hat die DZT viele neue Partner gewinnen können, die jetzt gemeinsam mit uns die Märkte bearbeiten.

Wie müsste ein Unternehmer sich einbringen, um ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen?

Hedorfer: Jeder Betrieb muss für sich entscheiden, welche Gäste er ansprechen will und wessen Bedürfnisse erfüllen kann. Das Motto heißt „Vielfalt“ – eine Lösung für alle gibt es nicht. Um fundierte Entscheidungen zu treffen, bietet die DZT unter www.deutschland-extranet.de Gastronomen und Hoteliers zum Beispiel umfassende Informationen, zu den Erwartungen der Gäste und der zukünftigen Entwicklung der einzelnen Märkte. Die Entscheidung, gemeinsam mit der DZT zum Beispiel um Wellnessreisende aus Südwesteuropa, Aktivurlauber aus den Niederlanden oder Gartenreisende aus dem Vereinigten Königreich zu werben und so vom positiven Trend im Deutschland-Tourismus gezielt zu profitieren, obliegt dann letztlich jedem Gastronomen selbst. Die Fragen stellte Marlis Heinz


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