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Branchenbarometer

Busreisen sind im Kommen

Marktanalyse prognostiziert Marktanteil von bis zu zwölf Prozent / Verband: Unternehmen müssen sich jedoch auf anspruchsvollere Kunden einstellen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006

STUTTGART. Der demografische Wandel dürfte besonders einer Branche neue Kunden bescheren: den Busreiseunternehmen. Sie setzen auf die „Best Ager“, die Generation 60plus. Und weil die jede Menge Reiseerfahrung vorweisen kann, ist sie entsprechend anspruchsvoll, aber ebenso bereit, das Mehr an Leistung auch zu honorieren. Das stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Hochwertige Reisebusse, professionelle Reisebegleitung, sehr gut ausgestattete Unterkünfte und abwechslungsreiche Reisethemen bilden den Mindeststandard für alle Busreiseunternehmen, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen.

Bereits heute, so heißt es in der vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (BDO) in Auftrag gegebenen Studie „Bestandsaufnahme und Perspektiven im Bustourismus“, nutzt jeder achte in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen, jeder fünfte der Altersgruppe 65 bis 70 und sogar jeder vierte der über 70-Jährigen den Bus als Reiseverkehrsmittel. Die Gründe laut BDO: Wer sich einer Busreisegesellschaft anschließt, profitiert vom Gruppenerlebnis. Zudem wird das Sicherheitsbedürfnis, das mit dem Alter steigt, optimal befriedigt.

Das beginnt bestenfalls bereits beim Einstieg in den Bus: Möglichst niedrige Einstiegsstufen und ein Kofferservice sind unabdingbar. Auch in den Hotels, die mit Busreiseunternehmen kooperieren wollen, sollten Barrierefreiheit und seniorengerechte Ausstattung keine Fremdwörter sein. Die in anderen Altersgruppen häufig wahrgenommenen Nachteile von Busreisen, wie erhöhter Zeitaufwand für An- und Abreise, Unbequemlichkeit und zu lange Etappen, werden laut bdo von den Best Agern als weniger störend empfunden. Der Weg ist das Ziel.

Die Altersentwicklung, so warnt der Verband seine Mitglieder jedoch, wird nicht automatisch zu mehr UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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führen. Ein Mensch, der eine bestimmte Altersgrenze überschritten hat, verwandelt sich nicht automatisch in einen Busreise-Fan. Fakt sei jedoch, so der BDO, dass es ein großes Potenzial gebe, welches mittels hochwertiger und vor allem neuer und spannender Angebote gebunden werden könne.

Nach PKW und Flugzeug belegte der Reisebus im Jahr 2004 mit 6,2 Mio. Urlaubsreisen (Dauer mehr als fünf Tage) den dritten Rang unter den Reiseverkehrsmitteln. Hinzu kamen rund 13,8 Mio. Kurzreisen mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen sowie 100 Mio. Tagesfahrten. Insgesamt wurden somit 120 Mio. Reisegäste im Gelegenheitsverkehr befördert, Die Busunternehmen griffen dabei auf rund 20.000 Reisebusse und 62.000 Beschäftigte zurück.

In einer Trendanalyse zum Urlaubsverhalten der Deutschen bis 2015 schätzt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR.) die Chancen des Reiseverkehrsmittels Bus positiv ein und prognostiziert einen Marktanteil von bis zu 12 Prozent. In der Kategorie „Spezielle Urlaubsformen“ wird die Busreise sogar als Topkandidat gehandelt: Laut Reiseanalyse 2006 planen 23 Prozent aller Befragten bis zum Jahr 2009 eine Busreise von mehr als fünf Tagen. Zudem, so FUR, wird die Urlaubsreiseintensität, also die Zahl der Reisen pro Person und Jahr, noch steigen. Soll heißen: Der Trend geht zur Zweit- und Drittreise mit zwei bis vier Tagen Dauer. Mit entsprechenden Kurzreiseangeboten, so glaubt der BDO, können sogar Nicht-Busreisende gelockt werden. Vorausgesetzt, die Unternehmen bieten Flexibilität und die Möglichkeit, kurzfristig zu buchen.

Am stärksten nachgefragt werden von Busreisenden Städte- und Ferienzielreisen. Beliebt sind auch Rund-, Studien-, Kultur- und Shopping- und immer häufiger Naturreisen. Darüber hinaus wird laut BDO auch das Thema Sport und Gesundheit an Bedeutung gewinnen. Immer häufiger werden demnach Urlaube mit dem Schwerpunkt WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
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und Fitness gebucht, gerade von jüngeren Kunden. Wichtig: Alle Details eines Programms müssen vom Busreiseunternehmer zielgruppengetreu geplant werden. Nur so kann die Busreisebranche langfristig ihr „Seniorenimage“ abschütteln. Karin Faulstroh

www.bdo-online.de


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