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Die Väter mühen sich nach Kräften

Durch die Aktion „Kiniecool“ sollen in Niedersachsen aus den Kindern von heute die Gäste von morgen werden

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/48 vom 2. Dezember 2006
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HANNOVER. Vater werden ist nicht schwer. Aber dann beginnen die Schwierigkeiten. Das gilt auch für Aktionen. Die geistigen Väter werden in diesem Fall langsam ungeduldig. Die Aktion ist genau ein Jahr alt und wird erst von rund 20 gastronomischen Betrieben angenommen. Zu wenig, meinen Otto Wolter, Vizepräsident des DEHOGA
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in Niedersachsen, und Lutz Feldtmann, Hotelier in Stade.

Beide sind die Ideengeber und Hauptpromotoren der DEHOGA-Aktion „Kiniecool – Für Kindergäste nur das Beste“, mit der das Gastgewerbe im Flächenland Niedersachsen auf Kinderfreundlichkeit getrimmt werden soll. „Die Kinder von heute sind unsere großen Gäste von morgen – Grund genug, sich schon jetzt intensiv um sie zu kümmern“, meint Otto Wolter, „und sie bestimmen, wohin die Familie zum Essen geht“ (siehe nebenstehendes Interview).

„Echt cool“ soll sie ankommen, die Aktion für Kinder in Niedersachsen, hoffen die Namensgeber aus Hannover. Wohl wissend, dass das Prädikat „echt cool“ die höchste Anerkennung darstellt, die Kids von heute verbal „rüberbringen“ können.

Dabei ist den Initiatoren bewusst, dass das unvermeidliche Aufeinandertreffen von „ganz jung“ und „eher gesetzt“ speziell in Restaurants keinesfalls immer konfliktfrei verläuft: Wo die „Großen“ geduldig auf den Hummer warten, dabei vornehm leise parlieren, um schließlich formvollendet die Meeresfrucht zu zerlegen, da hämmert am Nebentisch der Nachwuchs ungeduldig mit der Gabel auf dem Teller herum, weil ihm die Fischstäbchen mit Pommes zu lange dauern. Oder – besonders putzig – die munteren Kleinen wieseln durchs Lokal und schauen beim Nachbarn neugierig auf den Teller. Und hier setzt „Kiniecool“ als Konfliktvermeidungsstrategie an. „Kinder brauchen Platz, sind ständig in Bewegung und wollen beschäftigt sein“, meint Wolter, „und dafür kann man was tun.“

Und das ist nicht wenig für die Betriebe, die sich als kinderfreundlich offiziell zertifizieren lassen wollen. Mit einem Kinderstuhl allein ist es dabei nicht getan. Der Katalog des niedersächsischen Landesverbandes listet über 20 Kriterien auf. Diese sollen gewährleisten, dass die speziellen Bedürfnisse der kleinen Gäste bedient werden können. Dazu gehören beispielsweise extra große Tische für Familien, genügend Platz für einen Kinderwagen, eine eigene Kinderspeisekarte mit dem berühmten „Räuberteller“ (Kind räubert vom Teller von Papa oder Mama), Getränke in kleinen Gläsern, Spieltisch oder -ecke, noch besser: ein komplettes Spielzimmer. Für die ganz Kleinen müssen die Sanitärbereiche kindgerecht mit Wickeltisch und Toilettenaufsatz gestaltet sein. Und wo die Mama noch selbst für die Ernährung sorgt, sollte sie das in einem eigenen Raum oder einer stillen Ecke tun können.

Der DEHOGA in Niedersachsen lässt interessierte Betriebe bei der „Aufrüstung“ zum Kinderparadies nicht allein: Die Förderungsgesellschaft des niedersächsischen Hotel- und Gaststättengewerbes mbH als Vertragspartnerin vermarktet die Aktion in der Öffentlichkeit, erstellt das erforderliche Informationsmaterial und beliefert die Betriebe mit dem speziellen, auf Kinder zugeschnittenen Equipment: Kiniecool-Teller, Gläser, Platzsets, Buntstiften, Ausmalpostkarten und Puzzles.

Hoteliers oder Gastronomen sind mit einem Jahresentgelt von derzeit 95 Euro dabei, wenn sie die einmalige Einstiegsgebühr von 252,50 Euro bis 341,00 Euro, je nach Grundausstattungspaket entrichtet haben. Das entsprechende Schild fürs Haus gehört natürlich zur Serienausstattung. Uwe Wedler


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