Anzeige

Eingespieltes Team: Karin und Jörn Weinert

© Sabine Meißner

Erfolgreiche Gastronomie (139)

Frisch auf den Tisch

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/23 vom 4. Juni 2011
von

Bamberg. Gleich neben dem Theater im Herzen der Bamberger Altstadt befindet sich das Hoffmann’s. Mit „Steak & Fisch“ aus der Frontküche, Speisen vom Lavagrill und aus dem Wok sowie erlesenen Weinen ist das Restaurant am Schillerplatz mehr als ein herkömmliches Theaterrestaurant.
 
Der Schriftsteller E. T. A. Hoffmann stand Pate bei der Namensgebung für das Theater. Vor fast 200 Jahren lebte und arbeitete er in Bamberg und fand bei einem Besuch des Kapuzinerklosters Anregungen für seinen Roman „Elixiere des Teufels“. Ganz ohne teuflische Essenzen kommt Jörn Weinert aus, der im fünften Jahr mit Gattin Karin das im Bistro-Stil gestaltete Restaurant „Hoffmann’s“ betreibt. Montags bis samstags wird an 50 Innenplätzen „natürliche Küche im Herzen Bambergs“ geboten. Eine preisgünstige Mittagskarte an fünf Werktagen kommt bei den Touristen wie auch den Bambergern gut an. Bei schönem Wetter steht dafür eine Terrasse auf dem historischen Schillerplatz mit nochmals 50 Außenplätzen zur Verfügung.
 
Die Weinerts übernahmen im Januar 2007 das Restaurant als Pächter von der Kommune. Mit Erfolg, wie der erste Platz beim „Gastronomiepreis Franken für ausgezeichnete mediterrane Küche“ beweist, den sie mit ihrem Team bereits 2008 und in der Wiederholung vergangenes Jahr zum zweiten Mal erhielten. Mit noch mehr Stolz erfüllt den Chef der Eintrag im Michelin-Restaurantführer 2011. „Da stehen wir jetzt mit zwei Kochlöffeln drin“, berichtet er froh.
 
„Unsere Spezialitäten sind Meeresfische und Steaks in allen Variationen“, beschreibt Jörn Weinert sein Konzept. Ein charmanter Service gehört dazu, den gibt es sozusagen gratis von der Chefin. Wie ihr Mann, der eine fundierte Kochausbildung in Sachsen absolvierte und an verschiedenen Orten Bayerns und Hessens mit renommierten Kollegen kochte, hat auch sie ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Als Chefin des Services im Hoffmann’s setzt die Restaurantfachfrau auf Abwechslung und innovative Ideen. Aktionen wie „Duell am Herd“, „Kochkurs für Männer“ oder „Kinder verwöhnen ihre Eltern“ sind Ausdruck des Teamworks des Ehepaares Weinert.
 
Beide haben auch eine soziale Ader. In Zusammenarbeit mit dem Bildungsträger Kolping ermöglichen sie sogenannten schwierigen Jugendlichen, „die keiner haben will“, eine Ausbildung. Die jungen Leute werden hart herangenommen, aber wer mitzieht, erhält eine reelle Chance bei den Weinerts. Auf die Frage, ob das funktioniert und auch von den Gästen akzeptiert wird, kommt prompt die pragmatische Antwort von Jörg Weinert: „Wenn das nicht so funktioniert wie wir es wollen, nehm ich den Schlüssel und sperr hier zu“.
 
Was die Zutaten betrifft, da verwendet der Koch Weinert nur frische Dinge. „Gesunde Zutaten, keine Chemie“ ist seine Devise. „Deshalb stehe ich auch mitten im Restaurant, so dass jeder sehen kann, wie und was ich zubereite, welche Gewürze ich verwende.“ Es hat sich herumgesprochen, dass es häufig Exotisches gibt. Dadurch sind die Bamberger, die eigentlich eher heimatliche Küche bevorzugen, neugierig geworden. Der Chef am Herd in seiner Frontküche mag es, wenn ihm über die Schulter geschaut wird und sorgt mit Witz und originellen Gesprächen obendrein für Unterhaltung. Kräuter mit heilender Wirkung liebt er besonders und sorgt dafür, dass auch seine Gäste diese schätzen.
 
Lachend berichtet er von dem Tag, als die beiden „Michelin-Damen“ bei ihm waren, unangemeldet, inkognito. „Erst nach dem Bezahlen haben sie sich geoutet und wollten das Hinterland sehen“, berichtet Weinert amüsiert. „Ihre Augen suchten vergebens nach Fertiggerichten oder künstlichen Ingredienzien“, denn so etwas gibt es im Hoffmann’s nicht. Die Seele des Restaurants sind die Betreiber, das Ehepaar Weinert mit fünf Azubis und drei Aushilfen. Sabine Meissner


ThemenalarmKommentierenDrucken
Elke und Horst Fenske: Sie sind Gastgeber im Deutschen Haus
Auch interessant

Der Patron, ein Knieperfuchs

Seit 1997 betreiben Elke und Horst Fenske in Pritzwalk ihr Deutsches Haus. Deftige Küche gehört zum guten Ton. Für den Knieperkohl kommen Gäste in Scharen mehr...

Weitere Artikel der Serie "Erfolgreiche Gastronomie"


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


Xiang Wang

Gemüse und Früchte schnitzen

Über 50 traumhafte Schaustücke, Arrangements, Figuren und Blüten sowie deren Entstehung.

mehr...

Hannes Finkbeiner | Ronny Siewert

Frühstück & Brunch

Die sieben ausführlichen Kapitel des Bildbandes widmen sich Themen wie Kaffee & Tee, deftiges und süßes Frühstück, regionale und internationale Spezialitäten, gesundes Frühstück... Die fundierte Warenkunde wird durch Tipps und Interviews ergänzt.

mehr...

Hubert Obendorfer

Small & Fine - Fingerfood

Hubert Obendorfer, Sternekoch und Besitzer des Restaurants „Eisvogel“ in Neunburg vorm Wald, hat sich in diesem Buch dem Thema „Fingerfood“ auf eine ganz neue Art und Weise angenommen.

mehr...

Harold McGee

On Food and Cooking

Die vor über zwanzig Jahren erschienene erste Ausgabe von Harold McGees „On Food and Cooking“ ebnete den Weg für die Entwicklung der Molekularküche. Nun liegt die aufwendig überarbeitete und aktualisierte Ausgabe des mittlerweile als Standardwerk geltenden Buches endlich auch in deutscher Sprache vor.

mehr...

Anne-Sophie Pic

Le Livre Blanc

Le Livre Blanc von Anne-Sophie Pic ist eine Momentaufnahme der kulinarischen Kunst der 3-Sterne-Köchin.

mehr...

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige