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Touristik

Hochsaison im Dezember

Weihnachtsmärkte sind ein wichtiger Tourismusfaktor / Hotellerie mit Auslastungsspitzen im Advent und über die Feiertage

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/48 vom 2. Dezember 2006
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STUTTGART. Alle Jahre wieder – ziehen die Weihnachtsmärkte zahllose Besucher in die Innenstädte (Seite 1). Das Geschäft brummt. So sehr, dass mancherorts der Trubel schon vor Totensonntag losbrach. Bei den meisten entzündeten sich die Lichter am 27. November oder in den Tagen danach.

Inwieweit bekommt auch die Hotellerie ein Stück vom Weihnachtsstollen ab? In Nürnberg mit seinem Christkindlesmarkt ist der Dezember der Spitzenmonat für das Beherbergungsgewerbe. Rund 182.000 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt, während der Monatsdurchschnitt bei 155.000 lag. Die Zimmerauslastung im Dezember bewegt sich je nach Kapazität des Hauses zwischen 63 Prozent bei den kleineren und 65 Prozent bei den großen Hotels; Gäste werden im Umkreis von rund 60 Kilometern vermittelt. „Aber wir ruhen uns nicht auf dem Ruf des Christkindlesmarktes aus“, kommentiert Fremdenverkehrsdirektor Michael Weber diesen scheinbaren Selbstläufer. „Im Rahmen unserer weltweiten Verkaufspolitik ist er der Türöffner. Zufriedene Marktbesucher sind die potenziellen Gäste für die anderen Monate des Jahres.“

Gute Auslastungszahlen

Ähnlich prominent wie der Nürnberger Christkindlesmarkt ist der Dresdener Striezelmarkt. Auch hier spricht die Statistik von einem Wonnemonat Dezember, der Hotels eine Spitzenauslastung bringt. „Im vergangenen Jahr“, so Matthias Gilbrich, der Marketing-Direktor der Dresden-WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
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und Tourismus GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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, „hatten wir im Dezember gegenüber 2004 einen Zuwachs von 17 Prozent. In diesem Jahr sieht es so aus, dass der 20-prozentige Zuwachs der ersten neun Monate bis in den Dezember hineinwirkt. Mag sein, dass das auch an der Frauenkirche liegt, aber der Striezelmarkt spielt in jedem Fall eine große Rolle.“

Aus dem Schatten des altehrwürdigen Striezelmarktes herausgetreten ist inzwischen der Leipziger Weihnachtsmarkt. „Seit Beginn der Arbeit des Leipzig TouristPerson, welche an einen Ort reist, der nicht regelmäßiger Aufenthalts- oder Arbeitsort ist.
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Service 1996 war es ein Ziel, Leipzig mit seinem Weihnachtsmarkt überregional zu bewerben“, erzählt Andreas Schmidt, Pressesprecher des LTS. „Aus diesem Grund wurde vom LTS im Jahr 1997 der weltgrößte freistehende Adventskalender installiert.“ Über dieses Projekt gelang es, Medienwirkung zu erzielen und viele Gäste zu locken. Ein weiterer Baustein ist, dass der LTS sowie die Hotels in den vergangenen Jahren intensiv bei Busreiseveranstaltern geworben haben. So war die Stadt – vor allem wegen der fehlenden Busparkplätze - noch 1996 kaum ein Anreiseziel. Das hat sich geändert: Leipzig zählte im Dezember 1997 insgesamt 77.978 Übernachtungen. Im Dezember 2005 waren es 139.000.

In diesem Jahr ist die Stadt zur Weihnachtszeit so gut gebucht wie nie zuvor. Die Innenstadthotels sind an fast allen Wochenenden gefüllt. Auch die Umgebung Leipzigs wird daher von der Vermittlung profitieren. Hinzu kommt, dass viele Busreiseveranstalter sich bewusst preiswerte Hotels im Umland aussuchen und den Weihnachtsmarkt im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen.

Aber auch im Norden reiben sich die Hoteliers die Hände. „Der Dezember kommt in meinem Haus mit 58 Prozent Zimmerauslastung fast an den Jahresdurchschnitt von 60 bis 65 Prozent heran“, bilanziert Horst Schröder, Inhaber des Hotels Lindenhof, Lübeck, und Vorstandsmitglied des DEHOGA
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-Kreisverbandes. Fast die Hälfte der Übernachtungsgäste in Lübeck kommt im Advent aus Skandinavien. „Natürlich muss man dafür gezielt werben“, so Schröder. „Aber das zahlt sich nicht nur in der Vorweihnachtszeit aus. Viele unserer Gäste aus dem In- und Ausland kommen dann im Sommer noch einmal wieder.“ Als Glücksgriff der Lübecker Touristiker erwies sich die Ice-World, eine Eisbahn mit Eisskulpturenfestival, die bis Ende Januar geöffnet bleibt. Sie schafft es, die Städtetouristen auch in den kalten Wochen für Lübeck zu erwärmen.

Effekt bis ins Umland

Selbst das kleine Harzstädtchen Wernigerode schmückt sich über drei Wochen mit einem romantischen Weihnachtsmarkt. Zur außergewöhnlichen Kulisse des Marktes gehört das Travel Charme Hotel Gothisches Haus. „Der Dezember ist für uns sowohl bei Individualreisenden als auch im Tagungsgeschäft der buchungsstärkste Monat des Jahres. Sofern der Aufenthalt zur Vorweihnachtszeit ein Erstbesuch des Gastes ist, lässt sich daraus häufig eine Wiederkehr zu anderen Jahreszeiten generieren“, berichtet Direktor Gerhard Schütz. Etwas anders als rund um die Marktplätze stellt sich das Adventsgeschäft in den kleineren Ferienorten dar, deren Antlitz nicht über mehrere Wochen von einem Weihnachtsmarkt bestimmt wird.

„Vollbuchungen erreichen wir damit keine, auf die im Vorjahr ersonnene Adventspauschale haben wir in diesem Jahr sogar verzichtet. Ab Weihnachten bis Dreikönig sieht es jedoch wesentlich besser aus. Gern wird von unseren Hoteliers die Möglichkeit genutzt, über Mindestaufenthalte und Pauschalen eine bessere Einnahmesituation zu erreichen“, so Karin Schönacher, Marketing-Frau von Oberammergau-Tourismus.

Ähnlich stellt es sich an der Ostseeküste dar. Auch hier mühen sich Hotels um stimmungsvolle Angebote, so beispielsweise der Ferienpark Weissenhäuser Strand. Marketingleiter Bernd Bartel: „Es kommen vorwiegend Skandinavier, die das Übernachtungsangebot für ihre Weihnachtseinkäufe im nahe gelegenen Lübeck nutzen. Das Angebot über die Feiertage hingegen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch über Silvester hat sich die Buchungssituation erholt. Die fast 1200 Appartements und Zimmer des Ferienparks und die Veranstaltungen sind seit Wochen ausgebucht.“ Marlis Heinz


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