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Touristik

Natur erlebbar machen

Potenzial des Naturtourismus wird in Deutschland nicht ausreichend genutzt / Zielgruppe schätzt gutes Essen und schöne Unterkunft

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006
von

GOSLAR. 15 Nationalparks und 96 Naturparks, die mehr als ein Viertel der Fläche einnehmen – Deutschland besitzt ein riesiges Potenzial für Naturtourismus. Doch dieses SegmentNach dem Prozess der Aufteilung des relevanten Markts in Marktsegmente erhält man einzelne Segmente, die eine möglichst homogene Abnehmergruppe zusammenfassen.
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wird in der Bundesrepublik noch nicht ausreichend genutzt. Jedenfalls nach Ansicht von Edgar Kreilkamp, Professor für Tourismusmanagement an der Universität Lüneburg: „Die meisten Natururlauber fahren bisher ins Ausland“, sagte Kreilkamp im Rahmen der Fachveranstaltung „Naturtourismus im Wandel“ im Hotel Der Achtermann in Goslar.

72 Prozent der Deutschen verbringen gern ihren Urlaub in einem Nationalpark. Vor allem für die so genannten Best Ager ist das Naturerlebnis wichtig. 12 Prozent der Deutschen machen reinen Natururlaub. „Die meisten machen jedoch Urlaub und wollen dabei Natur erleben.“

Nach Angaben von Kreilkamp verfügen Natururlauber über mittlere und höhere Einkommen und bevorzugen anspruchsvolle Unterkünfte und gutes Essen. „Es sind keine Naturburschen, die mit geringer Qualität und wenig Sonne zufrieden sind.“ Hoch im Kurs stünden im Urlaub Aktivitäten wie Wandern, Radfahren und Wassersport, aber auch Yoga, Fitness und gesunde Ernährung. „Natur und WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
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lassen sich wunderbar miteinander verknüpfen“, unterstrich Kreilkamp. Allerdings reiche ein Wellnesshotel in schöner Umgebung als Reiseziel nicht aus. „Natur muss für den Gast erlebbar gemacht werden“, fügte der Professor hinzu.

Denn die Destination allein sei nur in wenigen Fällen ausschlaggebend für die Wahl eines Urlaubsziels. Vielmehr müssten die Regionen für besondere Aktivitäten stehen. „Wenn ich Tiere beobachten will, muss ich sie auch im Urlaub sehen können“, sagte Kreilkamp. Dabei müssten die Angebote von Hoteliers und Gastronomen genau auf die jeweilige ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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passen und sich von Mitbewerbern unterscheiden. „Pauschalen sind tot.“ Vielmehr müssten Bausteine angeboten werden, die sich die Gäste individuell zusammenstellen könnten. „Der Natururlauber möchte frei sein, erwartet aber perfekten Service.“

Nach Angaben von Kreilkamp will der Gast die Natur mit allen Sinnen erleben. Denkbar seien auch kulinarische Erlebnisse wie ein Champagnerfrühstück auf dem Hochsitz oder ein 5-Gänge-Menü an fünf unterschiedlichen Orten im Grünen. Unsinnig sei es dagegen, Fahrradtouristen ein Fahrrad oder Wanderern einen Rucksack zum Leihen anzubieten: „Jeder Naturtourist hat einen eigenen Rucksack.“

Wichtig sei zudem, die eigenen Angebote detailliert zu beschreiben und den Nutzen für den Gast klar darzustellen. Das gelte auch für Angebote im Internet. Denn Naturtouristen seien die Zielgruppe mit dem höchsten Informationsbedürfnis und einem selbstverständlichem Umgang mit IT-Technologien. Kreilkamp: „Marketing für Naturtouristen ist mehr als das Erstellen von Flyern und Broschüren.“

Seit 2001 versuchen die Bahn AG)Abk. für Aktiengesellschaft.
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und die vier Umweltverbände BUND, NABU, WWF und VCD im Rahmen der Kooperation „Fahrtziel Natur“ den Naturtourismus in Deutschland zu fördern. Derzeit werden 15 Großschutzgebiete und naturnahe Gebiete in der Bundesrepublik beworben, die möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln angesteuert werden sollen. Die bekanntesten Naturreiseziele in Deutschland sind nach Angaben von Kreilkamp der Schwarzwald, die bayerischen Berge, der Harz und die Müritz. Bisher reisten die meisten Deutschen jedoch statt mit der Bahn mit dem PKW in die Naturreiseziele: „Das Problem ist die Mobilität vor Ort“, fügte der Tourismusexperte hinzu. Helmut Heigert


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