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Recht

Nicht in die Haftungsfalle tappen

Opernbesuch oder Jodel-Workshop: Viele Hoteliers werden unversehens zu Reiseveranstaltern

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/2 vom 13. Januar 2007

Unterkunft ist nicht alles. Hotels bieten ihren Gästen immer ausgefeiltere Rahmenprogramme an. Vom Museumsbesuch bis zur Bergwanderung reicht das Spektrum. Was viele Hoteliers dabei nicht berücksichtigen: Sie avancieren damit meist selbst zum Reiseveranstalter – mit weit reichenden juristischen Konsequenzen.

Werden die Gäste etwa bei einer vom Hotel organisierten Bergtour verletzt, kann sich der Gastronom unter Umständen nicht mehr auf den BeherbergungsvertragGemischttypischer Vertrag mit Grundelementen aus dem Mietrecht und mindestens eines anderen Vertragstyps, etwa des Kauf- oder Dienstvertrags.
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zurückziehen, sondern haftet aus reiserechtlichen Bestimmungen. Auch ein Haftungsausschluss über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist dann nicht möglich. Spezielle Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche zum Beispiel für vertane Urlaubsfreuden kommen hinzu, wenn der Urlaub nicht das hält, was Prospekte und WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
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versprechen. Gemäß § 651a AbsatzAlle Tätigkeiten, die dazu bestimmt sind, die Abgabe von Gästezimmern, Gastronomieangebote und anderer Produkte sowie Serviceleistungen in den Markt zu bewirken.
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2 des BGB ist derjenige als Reiseveranstalter anzusehen, der als Vertragspartner des Reisenden die Gesamtheit der Reiseleistung in eigener Verantwortung zu erbringen verspricht. Grundsätzlich liegt dann eine „Gesamtheit von Reiseleistungen“ vor, wenn objektiv mindestens zwei gleichwertige Leistungen zu einem Gesamtpaket geschnürt werden – also zum Beispiel Beförderung und Unterkunft, Unterkunft und Sprachkurs oder auch Unterkunft und Sport.

Bevor also das Leistungsangebot in einem Hotelbetrieb erweitert wird, sollte das Konzept vor der Umsetzung von einem juristischen Berater überprüft werden. Auch ein Versicherungsexperte sollte mit an den Tisch. Denn über eine spezielle Reiseveranstalter-Haftpflichtversicherung lassen sich viele Risiken begrenzen.

Last but not least: Reiseveranstalter trifft eine so genannte Insolvenzabsicherungspflicht. Wer keine Sicherungsscheine an die Reisenden ausgegeben hat, macht sich schadensersatzpflichtig und handelt zudem ordnungswidrig. Mögliche Geldstrafe: 5200 Euro.Marcus Creutz


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