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Lebendige Geschichte: Blick auf die Lutherstadt Wittenberg

© Marlis Heinz

Touristik

Reisen auf Luthers Spuren

Vermarktung des Reformators Martin Luther: Gastronomen und Hoteliers hoffen zum Jubiläum auf Gäste aus aller Welt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/24 vom 14. Juni 2008
von

WITTENBERG. Als Martin Luther ein Blatt mit 95 Thesen gegen den Ablass an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug, bedeutete das den Auftakt der Reformation. Das war am 31. Oktober 1517. Dieses Ereignis jährt sich im Jahr 2017 zum 500. Mal. Menschen in aller Welt werden das Jubiläum feiern. Und sie werden – so hofft man – Luthers Wirkungsstätten in Wittenberg und ganz Mitteldeutschland besuchen.

Vieles spricht dafür, sich auf einen Ansturm einzurichten. Die weltweit 400 Mio. Protestanten sind ein enormes Gäste-Potenzial. Zumal in einer Zeit, in der das Reisen aus religiösen Motiven immer populärer wird. Die USA mit über 100 Mio. Protestanten sind der größte Quellmarkt. Auch aus Ländern wie Südkorea mit 4,3 Mio. Protestanten werden viele Gäste erwartet.

Also heißt es: Vorbereiten! Ab Herbst 2008 will eine „Lutherdekade 2008 – 2017“ mit Großveranstaltungen, Ausstellungen und Kongressen auf das Jubiläum aufmerksam machen. Diese Dekade, deren Auftakt der 500. Jahrestag des Eintreffens Luthers in Wittenberg bildet, soll durch Themenjahre strukturiert werden. So ist etwa 2010 der 450. Todestag des Reformators.

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Unter dem Dach der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt wurde Ende 2007 die Geschäftsstelle „Luther 2017“ eingerichtet. Sie soll Sitzungen des Lenkungsausschusses und des Wissenschaftlichen Beirats vorbereiten, staatliche Partner zusammenbringen, Kongresse und kulturelle Veranstaltungen organisieren und Marketingmaßnahmen realisieren. Gegenüber den touristischen Leistungsträgern tritt sie vor allem beratend auf. „Unsere Aufgabe ist nicht die Vermarktung der Jubiläumsfeierlichkeiten, sondern deren Organisation“, erläutert Projektleiterin Antje Kohlrusch. „Wir schaffen den Hintergrund – außergewöhnliche Ausstellungen zum Beispiel – die das Publikum in die Region ziehen sollen. Entsprechende Angebote müssen die Hotels selber zusammenstellen und an ihren potenziellen Gast bringen. Wenn jedoch ein Gastronom wissen möchte, wer ihn beispielsweise beim Zusammenstellen eines historisch korrekten Luther-Menüs oder der Ausgestaltung von Räumlichkeiten beraten könnte, dann suchen wir Ansprechpartner für ihn.“ Auch bei der Verwendung des Luther-Logos berät die Geschäftsstelle telefonisch unter 03491 466280.

Die Jubiläums-Organisatoren sind also schon kräftig an der Arbeit und die Werbe-Trommler am Trommeln. Dennoch schweben die Hoteliers der Region nicht im „Luther-Rausch“. Immerhin spielt der Reformator bei vielen schon immer eine Rolle. „Luther-Erlebnistage“ bietet etwa der Eisenacher Hof längst an. Bei Albrecht Fröhlich, dem Inhaber des Stadthotels Patrizier in Schmalkalden, stellen an Luther interessierte US-Amerikaner schon immer einen Teil der Reisenden, „Auf den Spuren Luthers“ lässt die TouristPerson, welche an einen Ort reist, der nicht regelmäßiger Aufenthalts- oder Arbeitsort ist.
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-Information von Eisleben nicht erst seit heute wandeln und vermutlich trägt jeder stattlichere Stadtführer der Lutherstädte gelegentlich ein schwarzes Gewand. „Luther gehört bei uns seit eh und je zum Alltag“, erzählt Dorothee Schmidt, die Verkaufsdirektorin des Wartburghotels. „Ihm zu begegnen ist einer der vielen Gründe, die die Gäste zu uns führen.“ Dennoch oder gerade deshalb versucht das Wartburghotel nicht mit Luther-Menüs oder Ähnlichem aufzutrumpfen. „Wir empfehlen unseren Gästen etwa die Classic-Card, die unter anderem ins Eisenacher Luther-Haus führt, und wir vermitteln Rundgänge auf Luthers Spuren.“ Wie sich das Haus für „Luther 2017“ engagiert, vermag die Verkaufsdirektorin noch nicht zu sagen. Ideen hat sie schon einige.„Ganz bestimmt werden wir wieder so eng mit der Wartburgstiftung zusammenarbeiten wie zur Landesausstellung 2007, als es um die Heilige Elisabeth ging. Dieses Jahr war für uns ein großer Erfolg. Ich könnte mir auch vorstellen, mit Hotels in anderen Lutherstädten zu kooperieren und Rundreisen anzubieten.“

Man beginnt jedenfalls nicht bei null, wenn es darum geht, Begegnungen mit dem Reformator ins Rampenlicht zu schieben. Aber ein halbes Jahrtausend Reformation: Da sollte mehr möglich sein als zuvor. Marlis Heinz

www.luther2017.de


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