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Weinimport Strien

Schwefelfreier Wein aus Venezien

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2003/51 vom 20. Dezember 2003

STUTTGART (o). Das Etikett Biowinzer lehnen Angiolino Maule aus dem Veneto und Nicolò Bensa aus dem Friaul ab; eher schon sind sie damit einverstanden, wenn man sie unter den Motto „back to the roots“ einordnet.

Angiolino Maule: „Eigentlich wollen wir prinzipiell Weine so machen, wie sie vermutlich noch vor dem 20.Jahrhundert hergestellt wurden. Wir sind der Meinung, dass sie so eine ausgeprägtere Individualität haben.“

Sie sind Mitglied der Gruppe Truewine, die rund 150 Gleichgesinnte vereint; die meisten sind in Frankreich und Italien tätig, aus Deutschland stammen sechs Mitglieder www.truewine.net ).

Venezianische Weißweine der HerkunftsbezeichnungLänderimage.
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Gambellara sind in der Regel für den schnellen Konsum geeignet, doch Maule besitzt diesbezüglich seine eigenen Vorstellungen. Er ist der Meinung, dass der vulkanische Boden seines Weingutes La Biancara genügend Nährstoffe anbietet, die dem Wein Standhaftigkeit verleihen. Außerdem verzichtet er bereits seit 15 Jahren auf jegliche Düngung – Rebe und fertiger Wein sollen sich in einer möglichst natürlichen Balance befinden. Deshalb hat der drahtige Italiener Reinzuchthefen aus seinen Kellern verbannt und vertraut auf die eigenen Hefen aus den Weinbergen, um die Lagencharakteristik zu betonen. Im Keller selbst gibt es keinen Wasserentzug durch Umkehrosmose, keine Fruchtverstärkenden Enzyme und nur eine schwache Filtration, um möglichst viele Extraktstoffe im Wein zu belassen. Zusammen mit seinem friulanischen Kollegen präsentierte er jetzt den ersten schwefelfreien Wein Italiens in den Räumen von Weinimport Strien (Stuttgart).

Aufschlussreich war vor allem die Parallelverkostung des noch mit Schwefelzugabe abgefüllten Wein aus derselben Lage (beide aus dem Jahrgang 2002). Entsprach der „konventionelle“ Tropfen dem üblichen Bild eines angenehm mineralischen, brillanten Weißweins, so war der nicht geschwefelte naturgemäß von intensiverer, gelblicher Farbe, deutlicherem mineralischem Feuer und ausgeprägteren, natürlichen Glykolspuren am Glasrand – alles Zeichen einer intensiveren Reifung.

Maule ist bei der Suche nach der Weinbereitung bei unseren Altvorderen auch auf die Idee kommen, seinen Weißwein in großen, in den Boden eingegrabenen Tonamphoren zu fermentieren, die zwischen 200 und 400 Litern fassen. Die Kreszenzen reifen ein Jahr auf der feinen Hefe und werden ebenfalls nicht geschwefelt und nur schwach filtriert. Die so erzeugte natürliche, nicht künstliche Kälte und der Kontakt zu mineralhaltigem Ton und nicht zu Stahl, so Maule, führe dazu, dass der Wein noch stabiler ist. Der präsentierte 99er Gambellara erwies sich als ein immer noch fest strukturierter Tropfen mit variantenreicherem Aromaspiel als der zuvor präsentierte Jahrgang 2002.

Nicolò Bensa verfolgt eine ähnliche Strategie wie sein Kollege Maule. Er präsentierte in Stuttgart ein 2000er Ribolla gialla und eine 2000er Cuvée aus Chardonnay, Pinot grigio und Sauvignon blanc. Auch Bensa zieht zur natürlicheren Aromaentwicklung eine Vergärung und anschließende, einjährige Lagerung auf der feinen Hefe im Holz vor – jeweils schwefelfrei. Beim Ribolla gialla sind es große Holzfässer, bei der Cuvée neue und gebrauchte Barriques, danach wurden beide Weine in Stahlfässer gefüllt. Wenn sich dort ausreichend Trubstoffe gesammelt hatten, wurden die Weine in regelmäßigen Abständen umgezogen, so dass Bensa auf die übliche Filtration verzichten konnte. Der Ribolla gialla präsentiert sich als ein körperreicher Wein von ausgeprägter Farbe und Statur mit zurzeit etwas verschlossenen Aromen, die allerdings erahnen lassen, das sich noch ein ganzer Strauß an Fruchtnoten entwickeln wird.

Bei der Cuvée wurde 40 Prozent des Mostes kurz auf der Maische vergoren, um aus den Trauben noch mehr Extraktstoffe und feine Tannine zu gewinnen. Der Eindruck im Glas: eine komplexe Struktur und Gaumenfüllendes Format, ein Aromaspiel aus reifen Früchten wie Apfel und Birne bis hin zu geräucherten Mandel- und Vanilletönen.

www.strien.com


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