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Management

Strompreise sind im Fluss

Wer die günstigsten Preise für elektrische Energie sucht, muss die Marktverhältnisse kennen / Vertragslaufzeiten und Tarife prüfen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/51 vom 23. Dezember 2006
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STUTTGART. Strom ist ein wachsender Kostenfaktor. Davon können vor allem Hoteliers und Gastronomen ein Lied singen. Umso wichtiger ist es, einen auf die Bedürfnisse des Hauses zugeschnittenen Stromvertrag abzuschließen. Dafür sind Kenntnisse über den Strommarkt und die Preisgestaltung unerlässlich.

Handel an der BörseMarkt, auf dem regelmäßig bestimmte austauschbare Güter gehandelt werden.
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In Deutschland gibt es zwar rund 300 Stromversorgungsunternehmen, viele von ihnen beschränken sich aber auf ihr regionales Versorgungsgebiet. Die großen Anbieter wie RWE, Eon, EnBW und Vattenfall halten eine große Anzahl von Beteiligungen an kleineren Unternehmen. Der Wettbewerb hat sich inzwischen wieder deutlich reduziert. Der Strompreis setzt sich wie folgt zusammen:

Netznutzungsgebühren – Die KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
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für Netznutzung werden von Stromlieferanten meist unverändert an den Kunden weiterberechnet. Es werden ein Jahres- oder Monatsleistungspreis, ein gegebenenfalls erforderlicher Niederspannungszuschlag, Kosten für Verbrauchsmessung und ein Arbeitspreis berechnet. Netznutzungsgebühren sind nicht entfernungsabhängig.

Energiepreis – Strom wird inzwischen an der Strombörse (EEX-Leipzig) gehandelt. Im Internet kann die Strompreisentwicklung beobachtet werden www.eex.de ). Hier bestimmen Angebot und Nachfrage den PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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. Wie an anderen Börsen können auch hier große Börsenteilnehmer Einfluss auf die Kursbildung nehmen. Auch sind plötzliche Kursänderungen möglich. Denn Börsenkurse unterliegen neben sachlichen auch psychologischen Einflüssen. Dies zeigte sich zum Beispiel im Mai dieses Jahres mit einem deutlichen Kurseinbruch.

Steuern und Abgaben – Der größte Posten ist die Stromsteuer (Ökosteuer) mit 2,05 Cent je Kilowattstunde. Darüber hinaus gibt es noch die EEG-Abgabe (Erneuerbare Energien Gesetz) und die KWK-Abgabe (zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung). Die Höhe dieser Abgaben ist variabel. Die Versorger müssen den durch entsprechende Anlagen erzeugten und in das Netz eingespeisten Strom zu hohen Preisen abnehmen. Die dadurch entstehende Belastung wird über diese Abgaben auf den Verbraucher abgewälzt. Zur Zeit bewegen sich diese Abgaben in der Summe für ein mittleres Hotel bei etwa 0,8 Cent je Kilowattstunde.

Kritische Fragen stellen

Beim AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
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von Stromlieferverträgen stellen sich folgende Fragen:

Sollte man für den Vertrag eine kurze oder eine lange Laufzeit wählen? Mit langen Vertragslaufzeiten wird der vermeintlich noch niedrige Preis für die lange Laufzeit gesichert. Die an der Strombörse für verschiedene Lieferzeiträumen gehandelten Preise sind Grundlage der Angebote. Mit kurzen Vertragslaufzeiten folgt man dem Marktpreis recht genau. Längere Vertragslaufzeiten sind spekulativ und bieten Chancen und Risiken zugleich.

Was ist besser, Hoch- und Niedertarife oder ein Durchschnittstarif, Jahres- oder Monatsleistungspreis? Sofern die Stromabnahme im Hotel oder Restaurant sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert, haben diese Unterschiede kaum Bedeutung. Je nach Veränderung der Abnahmecharakteristik wirken sich Hoch- und Niedertarife positiv oder negativ aus. Ob ein Jahres- oder Monatsleistungspreis angeboten wird, kann kaum beeinflusst werden und richtet sich meist nach den Tarifen des Netzbetreibers. Beim Monatsleistungspreis ist der jeweils monatliche Höchstleistung in Kilowatt für die Kosten entscheidend. Beim Jahresleistungspreis ist dies die jährliche Höchstleistung. Hier ist eine einmalige Leistungsspitze im Jahresverlauf für die Leistungskosten des Jahres bestimmend. Gerhard Petersen


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