Anzeige

Konzepte

Suche nach der idealen Currywurst

Ein Sternekoch geht ungewöhnliche Wege: Er serviert in seinem „C&C“ den Imbiss-Klassiker mit Champagner

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006
von

PADERBORN. „Ich esse leidenschaftlich gern Currywurst“, gesteht Elmar Simon. Damit spricht der Sternekoch so manchen Kollegen aus der Seele, die auch nicht nur die feinste Küche genießen möchten. Seit einigen Monaten betreibt Simon nun gemeinsam mit seiner Frau Annekatrin außer seinem Sterne-Restaurant das „C&C – Die Curry Company“, einen Mix aus Imbissbude und Kneipe in der Paderborner Innenstadt. Seitdem hat Currywurst so etwas wie Kultcharakter in der Westfalenstadt.

Gemischtes Publikum

Vertragen sich zwei so unterschiedliche Konzepte? Simon hat nur Positives zu berichten: Nicht nur Gäste seines Sterne-Restaurants kommen in sein neues Lokal, es klappt auch umgekehrt: „Das Balthasar wird zusätzlich belebt. Das ist ja das Phänomen!“ Sein „C&C“ ist nicht einfach eine bessere Imbissbude. So konträr wie das Ambiente, in dem sanfte, aber peppige Lichtspiele dem etwas konservativen Rahmen einen leicht schrillen Charakter verleihen, ist auch das gastronomische Angebot. Die Currywurst gibt es mit einem Glas Champagner als „Berliner Gedeck“ für 8,50 Euro oder aber preiswerter mit elf verschiedenen Saucen und Pommes dazu. Die meisten Speisen werden im „Balthasar“ zubereitet. Besonderer Clou im „C & C“ ist das Angebot an offenen Weinen und Prosecco.

WEITERE BILDER ZUM ARTIKEL

Als Gäste registriert das Ehepaar ein „gemischtes Publikum, vom Schüler bis zum Geschäftsmann, darunter auch viele ältere Leute“. Die lockere Atmosphäre behagt dem quirligen Geschäftsmann sichtlich. Hier kann er zeigen, dass ein Sterne-Gastronom nicht abgehoben sein muss. Außerdem kommen zunehmend jüngere Gäste aus seinem Imbiss ins Balthasar, „weil ihnen das C&C, die Schwellenangst genommen hat“.

Damit diese erst gar nicht entsteht, konzipierte das Ehepaar vor fünf Jahren ihr Sterne-Restaurant zwar niveauvoll und gediegen, aber „nicht bieder“, wie Simon betont. Man wolle „anspruchsvoll arbeiten, aber die Gäste sollen nicht überfordert werden“. Es kommt auch vor, dass er mit seinen Gästen aus dem „Balthasar“ nach Feierabend noch ins „C&C“ auf ein Bier geht. Denn der Imbiss ist von 11 Uhr morgens bis nachts 1 oder 2 Uhr geöffnet – an sieben Tagen die Woche.

Franchise im Gespräch

Auf die Qualität der Waren legt der Gastronom auch hier viel Wert. So habe er mit seinem Team lange nach der idealen Currywurst gesucht: „Wir sind in der Gegend rum gelaufen und haben Currywurst gekauft und gegrillt. Meine Mitarbeiter konnten bald keine mehr sehen!“

Während sein „C&C“ mittags eher als Imbiss läuft, wird es am Abend zur Kneipe und samstags mittags „ist hier der Bär los“. Simon kennt Kollegen, die Ähnliches praktizieren, aber in Ostwestfalen ist er weit und breit konkurrenzlos. Auch deshalb denkt der umtriebige Paderborner über die Einrichtung von weiteren Betrieben nach. Die möchte er allerdings als Franchise-Idee verkaufen: „Wir haben das nicht erfunden, wir haben das nur verfeinert.“ Renate Ostlender


KommentierenDrucken
Auch interessant

Blickfang für die Gastronomie

Dreidimensionale Logos, Embleme und Designelemente liegen auch in der Gastronomie voll im Trend. mehr...

Weitere Artikel aus Konzepte und Management vom :

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige