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Konzepte

Tapas in höchster Auflösung

Mit der „Tasca“ hat Spitzenkoch Juan Amador jetzt ein zweites Standbein / Das Konzept mit spanischen Häppchen soll auch in anderen Städten an den Start gehen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/50 vom 16. Dezember 2006
 Barbara Goerlich

WIESBADEN. In der neuen Edel-Kneipe „Tasca de Juan Amador“ in Wiesbaden werden Tapas der besonderen Art serviert: 20 Gerichte, 160 spanische Weine und dazu eine lässig-schicke Lounge, Bar, Vinothek und Restaurant.

2-Sterne-Koch Juan Amador hat Mitte Oktober in Wiesbaden die „Tasca“ eröffnet. Damit ist im Spanischen eine „kleine Kneipe“ gemeint, in der Tapas serviert werden. Allerdings gehen die Gerichte über das hinaus, was man gemeinhin als Tapas kennt. Schließlich führt Hessens bester Koch Regie – zwar im Hintergrund, aber mit wachen Augen. Am Herd der hochmodernen Gaggenau-Küche steht Amadors langjähriger Souschef Marko Richter, der zuletzt im Frankfurter MainTower gekocht hat. Auf der Karte stehen rund 20 Gerichte, darunter auch kleine Happen wie die Sardinen-Tortilla oder eine dekonstruierte, in ihren einzelnen Zutaten servierte Gaspacho.

Alles trägt Juan Amadors Handschrift, etwa seine Kombination aus Kalbsbacken, Zimt, Knoblauch und Pilzen. „Modernste Technik ja, aber keine extremen Gerichte“, erklärt Amador den Kurs. Nach dem offiziellen Küchenschluss gibt es noch eine kleine Nachtkarte und die breit sortierte Auswahl iberischer Käse.

Waren anfangs die Portionen mikroskopisch klein – die Gäste mussten Pulpostückchen auf den weißen Tellerplatten regelrecht suchen – hat Richter die Portionsgröße inzwischen im Griff. Schließlich soll das neue Konzept vor allem jene ansprechen, die die große Menü-Oper bei Juan Amador in Langen gegen eine abgespeckte Version mit einzelnen Tellergerichten eintauschen möchten. Das Konzept sei so weit abgespeckt, sagt Amador, dass niemand die Tasca mit einem Sternelokal verwechseln könne. „Wir wollen die klassische spanische Küche modern rüberbringen“, kommentiert Amador. Und das in legerem, gleichwohl schickem Ambiente, in das Gäste auch mal ohne ReservierungZweiseitige Willenserklärung per Telefon, Fax, E-Mail, Brief etc.
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hinein schneien können.

Die Architekten Müller & Teucher haben im Auftrag von Hausbesitzer Karl-Heinz Küter einen guten Job gemacht. Die Räume der ehemals verräucherten irischen Kneipe namens Sir Winston Churchill in der feinen Taunusstraße sind nicht wieder zu erkennen. Die Tasca hat 5,50 Meter hohe Decken mit behutsam restaurierten Stuckelementen. In Barraum und Restaurant finden 36 Gäste auf zwei Ebenen Platz. Michael Müller beschreibt das „Neo-Barock“ der Tasca als „London-Madrid-Style“.

Liebe zum Detail prägt die Inneneinrichtung. Von einem Ölgemälde blickt Kaiser Wilhelm auf die Gäste herab. Der Monarch pflegte früher durch die Taunusstraße zur Jagd zu reiten. Ein weiteres Gemälde lässt das 17. Jahrhundert im Stil der Van-Dyck-Schule aufleben und zeigt eine spanische Prinzessin, die wohlgefällig auf das dezente spanische Treiben zu ihren Füßen blickt. Der Weinkeller ist mit 160 Posten spanischer Weine bestens gefüllt, allein die 16 offenen bieten internationalen Weingenuss vom Rheingau bis nach Neuseeland.

Als besonderen Service können Amador-Fans über die Tasca-Website auch die Weinkarte des Langener Restaurants Amador ansteuern und sich einen Wein für die Tasca bestellen. „Wer eine besondere Granate in Wiesbaden trinken will“, sagt Viktoria Amador, „sollte dem Team einen Tag Vorlaufzeit geben, damit wir den Wein nach Wiesbaden bringen können“. Die Frau des Patrons ist derzeit zwei Mal pro Woche abends in Wiesbaden, um die Abläufe in der Tasca zu optimieren und die Wiesbadener Gäste kennen zu lernen.

Trotz der Citynähe und der Nachbarschaft zur neuen Hessischen Staatskanzlei läuft das Mittagsgeschäft noch „recht verhalten“. „Mit den Abenden sind wir zufrieden“, sagt Amador. Das Tasca ist ein Prototyp, der sich, so Amadors Absicht, auch an anderen Standorten multiplizieren soll. Frankfurt steht auf der Expansionsliste ganz oben. Barbara Goerlich


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