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<em>Jürgen Sperber</em> ist Koch und Hotelier. Er betreibt das Hotel Sperber in Abstatt und die Sperber Lounge in Heilbronn

© Roberto Bulgrin

Kulinarium

Über den Tellerrand

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/43 vom 28. Oktober 2006

Seien wir mal ehrlich: Hat es uns überrascht? Bei mir um die Ecke wird der Döner für 2,50 Euro inklusive einer Cola verkauft. Woanders haben sich die Döner-Läden auf sagenhafte 1 Euro heruntergehandelt. Jeder Laie kann sich ausmalen, dass es sich bei diesen Preisen nicht um qualitativ hochwertige Lebensmittel handeln kann. Dies zeigt wieder einmal, dass es offensichtlich der Mehrheit im Lande hauptsächlich um den PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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geht. Täglich werden über 300 Tonnen Döner produziert – allein in Deutschland! Der Gammelfleischskandal ist daher nur eine logische Konsequenz. Und wie nutzen wir die Gunst der Stunde? Ich vermisse den nachhaltigen Aufschrei der Gesellschaft; auch Aktionen von Tierschutzorganisationen nehme ich nicht wahr. Wo sind diejenigen, die vor Gourmetrestaurants gegen Stopfleber protestieren und den Kollegen die Suppe versalzen? Liebe Aktivisten, jeder gute Koch ist selbstredend Tierschützer, da er nur qualitativ einwandfreie Lebensmittel verarbeitet. Und hormongemästetes Fleisch schmeckt nun einmal nicht. Deshalb verbündet euch mit den Eurotoques und Slow Foods dieser Welt und kämpft gemeinsam gegen die Massenqualen von Tieren und folglich auch Menschen. Denn der Mensch ist, was er isst.

Ich vermisse auch die aktive Vermarktung von Qualität bei der großen Breite der Gastronomiebetriebe.

Wer hat Gammelfleisch verarbeitet und verkauft? Die Informationen darüber müssen unters Volk. Das wäre eine effiziente Maßnahme, um die Seriösen zu schützen. Wir werden noch viele Skandale erleben – nehmen wir sie aufmerksam wahr und nutzen die Gunst der Stunde.


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Oliver Henning ist Steuerberater bei Rudolf Henning und Arno Wagner Partnerschaft, Lüneburg
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