Anzeige

Management & Praxis

Viele Mails sind Müll

Wer die elektronische Post in seinen Marketing-Mix aufnehmen will, muss sich an bestimmte Regeln halten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/29 vom 19. Juli 2008
von

STUTTGART. Von der Rolex bis zur Partnerbörse: Jeder kennt die Flut unerwünschter Werbe-E-Mails. „Spam“ ist ärgerlich, kostet Zeit und landet meist ungelesen im Papierkorb. Wer selbst Mails in seinen Marketing-MixDer Marketing-Mix im Hotel besteht aus folgenden Komponenten: Product - Produkt: definiert das physische Gut das Hotel und seine Marke Price - Preis: Preispolitik und -gestaltung Place - Vertrieb: Vertriebswege und Anbindungen Promotion - Verkaufsförderung: direkte Maßnahmen den Gast betreffend People - Menschen: Mitarbeiter und Gäste Physical environment- äußerliche Merkmale des Produkts und seiner Umgebung: Design, Ausstattung, Qualitätseinstufung, Mitarbeiterauftreten/-kleidung, Bindungsprogramme, Kundenkarten, Geschäftsausstattung/Visitenkarten etc.
weiter mit Mausklick...
aufnehmen will, sollte wissen, dass der Gesetzgeber das Versenden elektronischer WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
weiter mit Mausklick...
ohne Einverständnis des Adressaten verbietet. Ganz abgesehen davon, dass der Werbeeffekt wahllos versendeter Mails gering und die Streuverluste erheblich sind.

Dass die „elektronische Post“ auch ein effektives Werbeinstrument sein kann, beweist das sogenannte Permission Marketing – die erlaubte Werbebotschaft. „Das ist die Kunst, mit Menschen zu kommunizieren ohne sie zu langweilen oder ihnen gar auf die Nerven zu fallen“, erklärt Torsten Schwarz, Inhaber der Agentur Absolit Dr. Schwarz Consulting. „Es ist ein vom Gegenüber erwünschter Dialog. Natürlich geht es dabei um Werben, um Verkaufen. Aber nur mit denen, die explizit zugestimmt haben.“

Attraktive Ergänzung

Besondere Effizienz entfaltet Permission Marketing, wenn sich die anvisierte Kundschaft nicht nur formal mit der Zusendung von Werbematerial einverstanden erklärt, sondern dies ausdrücklich wünscht. Der Gastronom oder Hotelier stellt damit sicher, dass seine Angebote auf das Interesse seiner Gäste stoßen und ist in der Lage, diese gezielt auf die Bedürfnisse der ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
weiter mit Mausklick...
abzustimmen. Da der Gast nicht „Zielscheibe“ der eigenen Werbung ist, sondern Ansprechpartner, basiert Permission Marketing in hohem Maße auf dem Vertrauen zwischen Aussender und Empfänger. „Gerade in der Gastronomie sind die Voraussetzungen für erfolgreiches Permission Marketing sehr gut, da in der Regel ein persönlicher Kontakt zu den Gästen besteht, der von besonderer Bedeutung für die Kundenbindung ist“, erläutert Schwarz.

Speziell für die kleine und mittlere Gastronomie bieten daher Kampagnen, die auf Permission Marketing basieren, eine attraktive Ergänzung im Sortiment der Marketinginstrumente (siehe Kasten).

Gezielte Informationen

Der Einstieg in eine entsprechende Kampagne fällt leicht. Der Hinweis auf der eigenen Homepage oder auf der Karte in der eigenen GaststätteBezeichnung für Räumlichkeiten, in denen Gäste Getränke und Speisen serviert bekommen.
weiter mit Mausklick...
können als Start in eine effiziente Direktwerbeaktion schon genügen. Dafür ist die Mitteilung über bestimmte Veranstaltungen oder Sonderaktionen ebenso nützlich wie das Angebot eines regelmäßigen Newsletters.

Interessierte können beispielsweise in einem entsprechenden Formular auf der Homepage ihre E-Mail-Adresse und verschiedene Angaben zur Person hinterlassen und etwa Alter oder Geschlecht sowie ihre persönlichen Informationswünsche angeben. Ob das Interesse vorwiegend den Sonderaktionen und besonderen Events oder der Tages-, Wochen-, Wein- oder Bierkarte gilt, in welchem Zeitrahmen der Gast Angebote und Infos erhalten möchte, lässt sich mit der entsprechenden Software einfach eingeben.

Die Personalisierung der entsprechenden Angaben ist einer der Vorzüge des Permission Marketing. Je gezielter die Informationen auf die Präferenzen der Gäste abgestimmt werden können, desto geringer die Streuverluste der WerbekampagneDie wesentlichen Entscheidungen, die im Zuge einer Werbekampagne zu fällen sind, umfassen fünf Teilbereiche : Mission - Festlegung der Werbeziele: Was ist der Grundauftrag der Werbung? Money - Bestimmung des Werbebudgets: Wie viel Geld steht zur Verfügung? Message - Bestimmung der Werbebotschaft: Welche Botschaft soll übermittelt werden? Media - Mediaplanung: Welche Medien sollen eingesetzt werden? Measurement - Kontrolle der Werbewirkung: Wie sollen die Ergebnisse bewertet werden? Die ökonomischen und psychografischen Werbe- bzw.
weiter mit Mausklick...
. Da dem Gast darüber hinaus die Möglichkeit zur unproblematischen Rückmeldung zur Verfügung steht, eignet sich das erlaubnisbasierte DirektmarketingZusammenfassende Bezeichnung für Marketingaktionen, die auf den direkten Kontakt mit dem Endkunden abzielen.
weiter mit Mausklick...
hervorragend als Nahtstelle zur Vertiefung der Kundebindung und zur Steigerung der KundenzufriedenheitErgebnis eines komplexen Soll-Ist-Vergleichsprozesses des Kunden, basierend auf Determinanten wie Involvement und Erfahrungswerten.
weiter mit Mausklick...
.“

„Holen Sie bei Ihren Gästen ruhig auch ein persönliches FeedbackJede Art von Rückmeldung, die anzeigt, ob eine andere Person ein bestimmtes Verhalten oder eine sprachliche Äußerung verstanden hat und darauf reagiert.
weiter mit Mausklick...
zu Ihren Mail-Aussendungen ein“, so Schwarz. „Fragen Sie, was gefällt oder auch, was nervt – so erreichen Sie die Authentizität, die den Mail-Kontakt erfolgreich macht. Sie müssen sicher sein, dass Ihre Gäste sich über Ihre Mails freuen.“

Diese Grundregeln gelten: Jeglicher Missbrauch mit den verwendeten Daten und Mail-Adressen muss absolut sicher ausgeschlossen sein. Die Weitergabe vertraulicher Daten oder der E-Mail-Adressen ohne das Einverständnis der Kunden ist tabu.

Die eigene Website sollte deswegen mit einer Erklärung zum Datenschutz ausgestattet sein und Informationen enthalten, wie die überlassenen Daten verwendet werden. Des Weiteren muss die Erlaubnis, über bestimmte Angebote informiert zu werden, jederzeit widerrufbar sein. Dafür empfiehlt sich ein standardmäßiger Link in jeder

E-Mail. Wie beim eigenen Internetauftritt gilt auch für erlaubte E-Mail-Werbung, dass Einrichtung, Gestaltung und Pflege des Angebots in professionelle Hände gehören. Peter Wiehl

www.absolit.de


ThemenalarmKommentierenDrucken

Weitere Artikel aus Konzepte und Management vom :

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige