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Hoch über dem Elbtal: Die Albrechtsburg von Meißen gilt als Balkon der Stadt

© Marlis Heinz

Märkte & Unternehmen

Wirtschaft unter Denkmalschutz

Jahr der Schlösser und Gärten: Historische Gebäude sind für Hoteliers und Gastronomen Chance und Herausforderung

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/26 vom 28. Juni 2008
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Frankfurt/M. „Schlösser, Parks und Gärten – Romantisches Deutschland“: Mit diesem Themenjahr setzt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt ihre Kulturoffensive im weltweiten Marketing für das Reiseziel Deutschland fort. Sie will damit an die Kampagne des Jahres 2007 „Kunst- und Kulturland“ anknüpfen. Ziel ist die Imagebildung von Deutschland als Schlösser- und Gartendestination. Dafür soll die Vielfalt deutscher Schlösser, Parks und Gärten dargestellt werden (AHGZ vom 7. Juni).

Dabei kommt das komplette Marketinginstrumentarium zum Einsatz. Zentrales Element ist ein breit angelegter Internetauftritt, der Lust auf einen Besuch von Deutschlands Schlössern, Parks und Gärten wecken soll. Selbstverständlich müssen die Deutschland-Vermarkter nicht bei null anfangen. Schon jetzt rangieren Schlösser, Parks und Gärten auf der Beliebtheitsskala der attraktivsten Reiseziele ganz oben: Rund 20 Mio. Gäste erleben jedes Jahr die deutschen Schlösser und Parks. Der Englische Garten in München etwa zählt 3 Mio. Besucher pro Jahr, Schloss Neuschwanstein 1,3 Mio. Besonders in Märkten wie den USA, Japan oder China besteht ein großes Interesse an Kulturreisen. Wer also ein altes Gemäuer oder einen idyllischen Park in seiner Umgebung hat, sollte gerade jetzt nicht zögern, mit diesem Schatz zu werben.

Schlösser, Parks und Gärten werden aber nicht nur als architektonische Kunstwerke mit ehrfürchtigem Abstand bewundert. Sie sind Orte lebendiger Kultur: als Museen, Tagungsorte oder Kulisse für Festspiele mit Konzerten, Theatervorstellungen und Kleinkunstaufführungen. Und nicht zuletzt beherbergen sie Hotels und Gaststätten. Deren Bestreben ist es natürlich, ebenfalls von Themenjahr zu profitieren. „Gast im Schloss“, eine Markte der Ringhotels, rückt sich beispielsweise über Werbe- und Marketingbeteiligungen bei der DTZ ins Rampenlicht.

Stimmungsvolles Ambiente

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Die Hoteliers und Gastronomen, die in alten Gemäuern residieren, wissen natürlich um die besonderen Möglichkeiten der Darstellung. Das Hotel Burgkeller auf der Albrechtsburg von Meißen beispielsweise gilt als der „Balkon der Stadt“. Es punktet mit einem atemberaubenden Blick über das Elbtal und mit einem stimmungsvollen historischen Ambiente.

Und „Gast im Schloss“ mangelt es nicht an Kandidaten. „Zu den sieben in unserem Hotelverzeichnis ReisePlaner 2008 enthaltenen Gast-im-Schloss-Häusern wurden bereits zwei neue hinzugewonnen: Tremsbüttel und Schlemin“, berichtet Pressereferentin Maren Tamoschat. „Wir arbeiten am Ausbau der Linie.“

Doch bekanntlich hat jede Medaille ihre Kehrseite – und jedes Schloss seine alten Mauern. „So ein altes Gebäude ist ein Fass ohne Boden“, bekennt Jana Niehoff, die Marketing-Expertin des Meißner Burgkellers. Und der Denkmalschutz hat immer ein Wort mitzureden. „Letztlich tun sich viele spezielle Probleme auf: Kein Bus passt durch das Burgtor, es mangelt an PKW-Parkplätzen und irgendwo mal schnell ein Schild anbringen, ist nahezu unmöglich.“

Die Hoffnungen, die Niehoff an das Themenjahr „Schlösser, Parks und Gärten – Romantisches Deutschland“, knüpft, sind dann auch eher verhalten. „Unsere Gäste kommen wegen der Stadt und dem sächsischen Elbland als Ganzes, nicht allein wegen der Albrechtsburg“, meint sie. Auch Ulrike Schröter, die Öffentlichkeitsarbeiterin des – in einem barocken Gebäude heimischen – Sächsischen Staatsweingutes Schloss Wackerbarth, ist zurückhaltend. Sie will „am Ende des Jahres erst mal bilanzieren, ob es Zuwächse gegeben hat“. Marlis Heinz



www.deutschland-tourismus.de


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