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Exklusiv statt All-Inclusive: Das Kempinski The Dome in Belek Foto: Barbara Goerlich

Ausland

„Alles außer All-Inclusive“

Allein gegen die Fließband-Burgen: Das Kempinski The Dome in Belek trotzt dem Trend zum Rundumangebot

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/32 vom 11. August 2007
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BELEK. Jetzt hat auch das Adam & Eve kapituliert. In der Türkei, dem Land der All-Inclusive-Hotelanlagen, ist nun auch das „sexiest Hotel“ (so der Werbeslogan des neuen Designhotels) auf All Inclusive umgeschwenkt.

Ohne AI geht offenbar nichts mehr in den Ferienregionen der Welt. Ob in Belek an der Türkischen Riviera oder anderswo. Das Full-Service-Konzept eines internationalen Luxushotels erhält allein das Kempinski The Dome Belek aufrecht. „Als einsamer Kämpfer, umgeben von AI-Burgen“ titelte kürzlich das Fachblatt Touristik aktuell.

Viele All-Inclusive-Ferienresorts im Ausland ähneln inzwischen eher Fabrikanlagen, in denen die Kellner zu reinen Abräumern degradiert sind und eine Art Fließbandabfertigung gang und gäbe ist. „Davon müssen wir wieder weg“, sagt Sedat Nemli. Der Generaldirektor des Kempinski The Dome Belek setzt als Vorreiter einer neuen Luxuswelle mit „Full Service“ dagegen. So hält allein das Kempinski The Dome als AI-freie Zone die Fahne von Bed&Breakfast, Halbpension und A-la-carte-Angeboten aufrecht.

„Wir wollen uns und unser Konzept durchsetzen“, sagt Sedat Nemli. Und sieht sich derzeit mit seinem zwei Jahre alten Kempi als einziges Luxushotel einer internationalen Kette an der Türkischen Riviera allein auf weiter Flur. Noch. Denn: „Alle Kollegen schauen auf uns und warten, ob wir es durchziehen können“, weiß der Manager. Mit „es“ meint Nemli das Hochpreiskonzept mit „null AI“.

„Wenn wir weiterhin reüssieren“, sagt Nemli, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch die anderen Luxushotels weg von AI und wieder auf individuellere Angebote zurückgehen. Da ist sich der frühere Kempinski-Marketingchef für Nordamerika absolut sicher. Auch die internationalen Reiseveranstalter realisierten mittlerweile, dass es mit AI so nicht weitergehen könne, beobachtet der Kempinski-Manager. Eine Destination wie Belek kann mit mehr Service und hochwertigeren Angeboten eben auch eine andere Klientel anziehen. Sein Kalkül scheint aufzugehen, die Zahlen sprechen dafür: Mitte 2005 eröffnet, hatte das Kempinski im Hochsaisonmonat Mai im vergangenen Jahr schlappe 22 Prozent Belegung. Seit Anfang 2007 geht es deutlich aufwärts. Den Juni schloss das Hotel mit 84 Prozent Auslastung ab. „Die höchsten Durchschnittsraten haben wir ohnehin“, freut sich der General Manager über die erfolgreiche Hochpreisstrategie. Es müsse eben nur einer konsequent durchhalten, sagt der Marketingexperte, und den Vorreiter spielen. Insbesondere die Auszeichnung mit dem Spa-Award der Zeitschrift Gala hat die Wahrnehmung im deutschen Markt gestärkt. Maßgeschneiderte Angebote für Golfer, Honeymooner und Wellnessbegeisterte tun ein Übriges. Bereits ein Drittel aller Gäste sind „returner“ und weilen zum wiederholten Mal im Haus. Mit insgesamt zehn Golfplätzen hat sich die Region um Belek längst einen Ruf als erstklassige Golfdestination erworben. Auf einem Strandabschnitt von 30 Kilometern liegen 45 Hotels, fast allesamt in der 5-Sterne-Kategorie. Weitere neun Anlagen sind im Bau.

Deshalb ist Kempinski-Mann Nemli zuversichtlich, dass Belek als Top-Golfdestination künftig eine andere Zielgruppe erreicht. Und Klientel anzieht, die bisher – vielleicht sogar wegen der AI-Bettenburgen – die Türkische Riviera meide. Die wirkliche Konkurrenz für sein Hotel und den Standort Belek sieht Nemli deshalb in anderen mediterranen Destinationen wie Spanien und Portugal.

So hat nach seiner Ansicht allein die schiere Präsenz eines Kempinski-Hotels einen Schub in der weltweiten Wahrnehmung der Destination Belek ausgelöst. Für den Kempinski-Chef gilt deshalb der Grundsatz: „Das Hotel macht die Destination.“ Die Gäste, zumal Golfer und Tagungsveranstalter, kommen „nur weil wir hier sind“, sagt Nemli. Das sei wie ein Versprechen, da der Name Kempinski nun einmal für ein bestimmtes Hotelprodukt stehe, dem viele Gäste vertrauen und folgen. Probleme bereite allein die Flugsituation, da Antalya vom Charterverkehr dominiert werde. Wer gewohnt sei, mit Linie Business oder First Class zu reisen, kommt nur via Istanbul an die Riviera.

Um den Markt nach oben abzurunden bietet der monumentale Hotelkomplex des Kempi The Dome alle Voraussetzungen: Mit drei Restaurants, riesiger Poollandschaft und deutlich über 200 Mitarbeitern für 157 Zimmer und die 18 „Private Residences“ am nahen Golfplatz. Und dem 3600 Quadratmeter großen Spa. „Wir haben alles außer All-Inclusive“, verspricht der Generaldirektor lachend. Barbara Goerlich

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