Interview: Jochen Stahl
„Kostensenkung geht vor“
Herr Stahl, wie trägt Wäschepflege zur Sicherung des Qualitätsniveaus bei?
Stahl: Die Sicherung des Qualitätsniveaus beginnt bei der Wahl der Stoffqualität – sie sticht dem Gast sofort ins Auge und stellt eine keinesfalls zu unterschätzende Visitenkarte des Hotels oder der gastronomischen Einrichtung dar. Eine Gesamtstrategie, die auf hohe Qualität ausgerichtet ist, benötigt Maschinen zur Wäschepflege, die eine entsprechend hohe Finishqualität liefern. Nachhaltige Wäschepflege sollte deshalb genau auf das hochwertige Gewebe abgestimmt sein. Moderne Wäschereimaschinen sind beispielsweise mit Mikroprozessor-Steuerungen ausgerichtet, die die Wahl des optimalen Pflegeprogramms für die jeweilige Wäscheart erlauben.
Welche Unterstützung für die perfekte Wäschepflege geben moderne Wäschereimaschinen?
Stahl: Wichtig bei der Wäschepflege ist eine möglichst exakte Betriebsdaten-Erfassung. So kann unsere Mikroprozessor-Steuerung „FREEpro“ in Kombination mit dem PTS-Antrieb mit Hightech- beziehungsweise Internet-Anbindung versehen werden. Auf diese Weise werden Parameter wie Wasserverbrauch oder Einsatz von Wasch- und Desinfektionsmitteln genauestens dokumentiert. Dies ist sehr wichtig, um das Qualitätsniveau der Wäschepflege verändern zu können, aber auch um Einsparmöglichkeiten zu suchen oder eine eventuelle Fehlerdiagnose zu erstellen.
Welche Rolle spielt der Energieverbrauch bei der Geräteentwicklung?
Stahl: Die Senkung der Energiekosten hat für uns als Hersteller von professionellen Wäschereimaschinen absolute Priorität – jedoch niemals auf Kosten der Maschinenleistung. Ein exzellentes Beispiel hierfür ist unsere Muldenmangel Master 2010. Hier steht ein sehr sparsamer Energieverbrauch einer deutlich überlegenen Qualität des Glätte-, Seidigkeits- und Glanzgrades nach dem Mangeldurchgang gegenüber. Wichtig zur Senkung der Energiekosten sind integrierte Elektronik, hochmoderne Antriebstechnik und unter anderem der Einsatz von wärmeisolierenden Materialien.
Ist Ihrer Meinung nach die Fremdvergabe der Hauswäsche sinnvoll?
Das kommt ganz auf die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Hauses an. Wichtig ist, dass die eigene Wäscherei wie ein eigenes Unternehmen mit Vollkosten-Kalkulation sowie Abschreibungs- und Innovationsplanung geführt wird. Zwar reduziert die Fremdvergabe Personal- und Investitionskosten, aber sie verlangt auch oftmals vom Hotelier, sich um Qualitäts- und Zuverlässigkeitsbelange zu kümmern. Für eine eigene Hauswäscherei sprechen nicht nur Qualitäts-, sondern auch Kostenargumente wie ein kleineres Wäschelager, erhöhte Lebensdauer der Wäsche, Auslastung von Personalkapazitäten oder auch kürzere Waschzyklen.
Die Unternehmerfamilie Stahl blickt auf eine 100-jährige Firmengeschichte zurück – wohin wird sich das Unternehmen künftig entwickeln?
Wir werden unserem Motto „Qualität – Made by Stahl“ auch in der vierten Generation treu bleiben. Wir sind Spezialisten für die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von gewerblichen Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Mangeln in etwa 80 Varianten und Größen sowie zugehörigen Eingabe- und Faltmaschinen. Unser Produktportfolio umfasst eine sehr große Palette von modernen Hochleistungsmaschinen für die professionelle Wäschepflege, von der kleinsten, auch durch Laien sehr einfach zu bedienenden Waschmaschine, bis hin zu Sondermaschinen. Wir werden auch weiterhin vom Rohbau bis zur Endmontage unsere hochwertigen Gehäuse und Trommeln, Mulden und Walzen in der Region Stuttgart in eigener Regie produzieren.
