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Joe Brunoli: „Wir bieten der Gastronomie ein außerordentliches Profitpotenzial“ Foto: Archiv

Industrie

„Gastronomen sollten WLAN anbieten“

Joe Brunoli, Market Development Manager bei Free-hotspot.com, über kostenlose Hotspots und die Pläne seines Unternehmens

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/26 vom 1. Juli 2006

Surfen und Mailen im Café, in der Bar und im Restaurant: Muss man eigentlich als Gastronom WLAN anbieten?

Brunoli: Ja, auf alle Fälle. Die Anzahl der Gäste, die WLAN-fähige Geräte benutzen, beispielsweise Laptops und Handys, wird immer größer. Gastronomen sollten sich unbedingt darauf einstellen.

Sehen Sie nicht die Gefahr, dass der eigentliche Zweck der Gastronomie, die Kommunikation, durch WLAN ins Hintertreffen gerät?

Brunoli: Nein. Die Debatte wurde beim Thema Fernsehen bereits vor Jahren geführt, hat sich aber als unbegründet erwiesen. WLAN ist ein Zusatz, den Gastronomen ihren Gästen nun durch Free-hotspot.com kostenlos anbieten können.

Gibt es Segmente, in denen WLAN keinen Sinn macht?

Brunoli: Grundsätzlich ist WLAN überall denkbar, auch dank innovativer Geräte wie PDA und Blackberry. Ich gehe von einer regelrechten Revolution bei der Kommunikation aus. Nicht zuletzt, weil man über WLAN beispielsweise telefonieren kann. Ein weiteres Beispiel sind Online-Spiele, bei denen mehrere Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten können.

Wie können Gastronomen ganz konkret profitieren?

Brunoli: Wir bieten der Gastronomie mit unseren WLAN-Hotspots ein außerordentliches Profitpotenzial. Aktuelle Studien belegen, dass sich WLAN-Benutzer vorwiegend kostenlose HotSpots wünschen und dann auch Restaurants besuchen, die sie sonst vielleicht nicht besucht hätten.

Wie funktioniert die Installation?

Brunoli: Wir haben eine Website mit entsprechendem Anmelde-Formular für Gastronomen, wahlweise auch eine deutschsprachige, kostenlose Hotline. Die technische Installation erfolgt dann über Partnerbetriebe in ganz Deutschland. Einzige Voraussetzung ist ein DSL-Anschluss.

Welche Kosten entstehen dem Gastronomen oder Hotelier?

Brunoli: Für den Gastronomen oder Hotelier entstehen – außer den Installationskosten von etwa 200 Euro – keine Kosten. Wir stellen Hard- und Software gratis zur Verfügung. Zudem erhält der Gastronom einen 10-prozentigen Anteil der durch unseren Hotspot generierten Werbeeinnahmen.

Wie hoch ist nach Ihrer Einschätzung die WLAN-Abdeckung, wie hoch das WLAN-Potenzial speziell in der deutschen Gastronomie?

Brunoli: Das Potenzial ist ausgesprochen hoch, obwohl die WLAN-Abdeckung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern schon recht gut ist. Viele Gastronomen und Hoteliers bieten gebührenpflichtiges WLAN an. Wir wissen aber, dass viele Gäste – rund 60 Prozent – kostenloses WLAN bevorzugen. Deshalb haben wir ein Angebot entwickelt, mit dem Gastronomen ihr bereits bestehendes WLAN in eine kostenlose Variante umwandeln können. In diesem Fall übernehmen wir auch die Installationskosten.

Wie erreichen Sie Ihre Kunden?

Brunoli: Die Vermarktung läuft im Wesentlichen über unsere Partnerbetriebe und natürlich über unsere Homepage.

Wie entwickelt sich Ihr Unternehmen und welche Pläne verfolgen Sie?

Brunoli: Wir sind in diesem Frühjahr gestartet, haben mittlerweile 300 Hotspots in Europa, davon 40 in Deutschland. Wir rechnen bis Ende des Jahres mit 1000 bis 2000 Hotspots in ganz Europa, dabei helfen uns unsere 85 Installationspartner in 13 Ländern.

Die Fragen stellte Christoph Aichele

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