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„Hygiene-TÜV“ in NRW geplant

Verbraucherministerium und der DEHOGA Nordrhein-Westfalen führen erste Gespräche

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/31 vom 5. August 2006
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DÜSSELDORF Der Verbraucherminister von Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, will im kommenden Jahr einen „Kneipen-TÜV“ einführen. Grund für den Vorstoß des Ministeriums: „Jede fünfte Küche von 47.000 Betrieben ist im vergangenen Jahr bei Hygienekontrollen negativ aufgefallen“, sagte Pressesprecherin Sabine Raddatz gegenüber der AHGZ.

Von schwarzen Schafen weiß Thomas Kolaric, Geschäftsführer des DEHOGA Duisburg, zu berichten. Er räumt ein, dass Schaben und Schimmelpilze in Restaurantküchen vorkommen können. Das Hygienesiegel – ein Smiley – soll an den Türen korrekt geführter Betriebe kleben. „Daran können Gäste in Zukunft erkennen, dass ein Lokal hygienisch einwandfrei ist“, erläuterte Verbraucherminister Uhlenberg. Derzeit führt das Ministerium mit dem DEHOGA NRW „erste Gespräche auf Fachebene“, um Kriterien festzulegen. Die Zusammenarbeit mit dem Gastgewerbe sei wichtig, betonte Raddatz. „Die Teilnahme der Gastronomen am „Hygiene-TÜV“ ist allerdings freiwillig.“

Von der AHGZ befragte Gastronomen aus Nordrhein-Westfalen zeigen sich aufgeschlossen. Weil der Verbraucher viel Negatives höre, würde eine Plakette dem Gast Gewissheit geben, vermutet Augusta Corte Levou, Geschäftsführerin des Eiscafés Tosca in Essen. „Ich habe nichts zu verlieren, kann aber vielleicht skeptische Gäste gewinnen.“ Carmen Stappen vom Gasthaus Stappen würde dem Gast zuliebe ebenfalls eine Kontrolle über sich ergehen lassen. „Wenn es nicht mehr Arbeit macht“, fügt sie hinzu. Sie habe durch die HACCP-Verordnungen schon genug bürokratischen Aufwand. Andreas Eichholz, Geschäftsführender Direktor im President Hotel in Bonn und Betreiber des Restaurants Clementine, begrüßt „prinzipiell alles, was der Branche Transparenz verschafft“. Er ist sich jedoch nicht sicher, ob der „Kneipen-TÜV“ dem Image seines Restaurants entspricht. Er wolle deshalb abwarten, wie sich andere Restaurantbetreiber verhielten. Auch die Kosten möchte er vorab klären. Schließlich seien andere Klassifizierungen und Zertifikate schon teuer genug. Die Unternehmenspolitik der Kette Hard Rock Café lasse zwar eine Beteiligung nicht zu, dennoch halte sie den „Kneipen-TÜV“ für eine gute Idee, sagt Annabel Ramirez, Marketing-Leiterin des Hard Rock Cafés Köln.

Für die Kriterien der Plakette orientieren sich Ministerium und DEHOGA am neuen Hygienerecht, das seit 1. Januar 2006 gilt. In Dänemark und den USA gibt es bereits einen „Hygiene-TÜV“ für Gaststätten.

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