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Martin F. Waechter: „Die Preise in Deutschland sind meilenweit von internationalen Standorten entfernt.“

Konzerne & Kooperationen

„Keine Renditen wie in Asien“

Martin F. Waechter, Marketing-Chef von Shangri-La Hotels & Resorts, über mögliche Standorte in Deutschland

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/15 vom 15. April 2006

Nach Hoteleröffnungen in Paris und London will Ihre Hotelgruppe auch in Deutschland expandieren. Welche Standorte kommen für Shangri-La Hotels and Resorts in Frage?

Waechter: In erster Linie sind das Frankfurt und Hamburg. Die Gründe für Frankfurt sind die hohe Zahl internationaler Ankünfte, der Flughafen als Gateway und die internationalen Messen. Für Hamburg sprechen speziell noch die gewachsenen, traditionell guten Beziehungen zu Asien und zu China durch den Handel und den Hafen.

Deutschland gilt auf Grund der international niedrigen Hotelpreise als schwieriger Markt. Wie wollen Sie in der Bundesrepublik eine ähnliche Rendite wie in Asien erzielen?

Waechter: Wir sind uns bewusst, dass wir in Deutschland nicht annähernd Renditen wie in Asien erzielen können. Mit einem oder zwei Standorten in dem wichtigen Markt Deutschland können wir aber, und das steht dabei im Vordergrund, den Bekanntheitsgrad der Marke Shangri-La steigern. Selbstverständlich wollen wir kein Geld nach Deutschland tragen, ein positives Ergebnis wäre schon die Voraussetzung. Aber genau da liegt die Schwierigkeit des deutschen Marktes. Es gibt, anders als mit Paris oder London, keinen Standort, der es einer Luxus-Hotelgesellschaft erlauben würde, Durchschnittsraten über 500 Euro zu erzielen - bei einer annehmbaren Belegung natürlich.

Sie haben einmal gesagt, es gebe in Deutschland keine wirklichen Luxushotels. Was zeichnet die Häuser von Shangri-La als Luxushotels aus?

Waechter: Es gibt in Deutschland gewiss eine Reihe guter Luxushotels, allerdings fast ausschließlich an kleineren, regionalen Standorten, die auf den gehobenen Feriengast ausgerichtet sind. Es sind kleine, feine Traditionshäuser mit deutlich weniger als 100 Zimmern. Sie zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Gastronomie und oft durch einen großartigen Spa-Bereich und eine attraktive Umgebung aus. Sie sind aber seltener in den Metropolen zu finden, und nicht als Teil einer internationalen Kette. Meine Aussage bezieht sich also in erster Linie auf die Großstädte und die hierzulande bekannten Marken der internationalen Ketten-Hotellerie. Die Ausnahme ist wohl Berlin. Aber die Preise, die in diesen Luxushäusern erzielt werden, sind meilenweit von internationalen Standorten wie London, Paris oder Hongkong entfernt.

Was macht ein Shangri-La zum Luxushotel?

Waechter: Da ist vor allem unsere Philosophie einer Gastlichkeit mit einem ganz einfachen Prinzip. Als überzeugte Dienstleister sind wir erst dann zufrieden, wenn wir die ganz unterschiedlichen Erwartungen unserer Gäste in allen Punkten übertroffen haben. Es ist unsere besondere Art der Gastlichkeit: der Wunsch, den Gast verwöhnen zu wollen, ihm höflich, respektvoll und mit Wertschätzung zu begegnen. Das klingt so selbstverständlich, aber es muss auf natürliche Weise gelebt werden, und das gelingt uns und unseren Mitarbeitern. Der Luxus von Zeit und Raum kommt hinzu. Zeit können wir dem Gast nicht geben, aber wir können ihm unsere Zeit widmen. Und wir geben ihm Raum, ganz profan durchschnittlich 45 Quadratmeter mit seinem Zimmer, was schon außergewöhnlich ist. Plus unsere, manchmal grandiosen, Lobbys, die oft in parkähnliche Gärten führen. Oder unsere weiträumigen Spa-Suiten (60 bis 120 Quadratmeter) als ein Refugium der Sinne im Geist unserer Philosophie. Schließlich sind es die Materialien, die aufwändige Einrichtung, das Design – die Summe der Dinge, die jederzeit das gute Gefühl von Luxus und höchster Qualität vermitteln.

Die Fragen stellt Helmut Heigert

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