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Emanuel Berger sitzt im Verwaltungsrat der Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG und führt zusammen mit seiner Frau das Stammhaus in Interlaken Foto: Hotel

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„Konsolidierung ist angesagt“

Das Verwaltungsratsmitglied über die Entwicklung der Hotel Victoria-Jungfrau AG

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/23 vom 10. Juni 2006

Die börsennotierte Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG ist auf Expansionskurs. Die im Luxussegment operierende Hotelgruppe hat im November 2005 das Zürcher Hotel Eden au Lac gekauft, jetzt pachtet sie vom Schweizer Staat das Berner Bellevue Palace. Welches Hotel steht als nächstes auf der Wunschliste?

Berger: Im Moment ist Konsolidierung angesagt. Nicht Größe, sondern Qualität und Effizienz haben die bisherige und zukünftige Strategie beflügelt. Ein weiterer Betrieb müsste – nach Konsolidierungsphase – in jeder Beziehung zu den bisherigen passen.

Das 5-Sterne-Hotel Bellevue Palace in Bern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von 9,1Prozent. Es war das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Werden Sie unter diesen Voraussetzungen als Pächter an der Struktur und am Angebot des Hotels etwas ändern, und wenn ja, was?

Berger: Vorab gilt, dass wir die Führungsverantwortung per 1. Januar 2007 antreten werden. Es gilt, das Haus und seine Leistungen vorerst kennen zu lernen. Gästewünsche und -bedürfnisse werden einbezogen. Sollten Anpassungen sich aufdrängen, werden diese wahrgenommen. Die Positionierung als Spitzenhaus mit individualisierten Dienstleistungen bleibt unverändert. Wir zelebrieren zudem eine fröhliche, erlebnisreiche Hotellerie.

Im Gegensatz zum Bellevue in Bern musste die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG im Jahr 2005 einen Konzernverlust von 2,9 Mio. Franken verzeichnen, in 2004 betrug der Gewinn dagegen 0,6 Mio. Franken. Können Sie uns diese Zahlen bitte erklären?

Berger: Ein halbes Jahr Bauzeit sowie drei Monate Betriebsschließung im Palace Luzern hinterlassen Spuren. Zudem waren wir in Interlaken und Luzern durch Überschwemmungen beeinträchtigt. Jetzt läuft wiederum alles zum Besten. Das Palace Luzern mit seinem neuen Spa, herrlichen Zimmern und Suiten sowie einer erlebnisreichen Restauration werden den Aufenthalt des Gastes bereichern. Auch das Victoria-Jungfrau wurde für den Gast von morgen auf Hochglanz gebracht. Die beiden Betriebe sind bereit!

In einer Studie wurde neulich von dunklen Wolken am Himmel der Schweizer Luxushotellerie gesprochen. Zum Portfolio der Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG gehören ausschließlich 5-Sterne-Häuser. Wie schätzen Sie die Situation ein? Was bringt die Zukunft?

Berger: Es werden bekanntlich viele Studien publiziert – so hat beispielsweise das Reiseunternehmen Kuoni eine solche zu seinem 100-jährigen Jubiläum erstellen lassen. Darin wird der Luxushotellerie eine rosige Zukunft vorausgesagt. Wichtig erscheint mir, dass die Leistungen unserer Hotels die Erwartungen unserer Gäste tagtäglich übertreffen. Es ist eine fröhliche Atmosphäre zu schaffen, die vor purer Lebensfreude strotzt. Damit werden das Victoria-Jungfrau in Interlaken, das Palace Luzern und das Eden au in Zürich sowie auch das Bellevue Palace in Bern auch in Zukunft begeisterte Gäste haben.

Die Fragen stellte
Ingrid Sachsenmaier

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