Interview Raul Filusch
„Mehr Freiraum für Inszenierung“
Fleischprodukte stehen bei Tulip Food Service im Mit- telpunkt. Geschäftsführer Raul Filusch über die Vorzüge von Convenience
Warum erreichen Fertigprodukte jetzt auch die Spitzengastronomie?
Filusch: Moderne Convenience weist eine hohe Qualität und Produktsicherheit auf und ist optimal für den Einsatz in der Küche vorbereitet. Damit übernehmen die Hersteller einzelne Produktionsabschnitte der Küche auf höchstem Level. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit einer Küche.
Welche Rolle spielt bei hochwertigen Convenience-Produkten die handgemachte Optik?
Filusch: Geschmack und Aussehen „wie selbst gemacht“ sind Gastgebern und Gästen wichtig. Wenn Zulieferer entsprechende Produkte anbieten, haben Köche mehr Freiraum für eine kreative Inszenierung der Gerichte zum Beispiel auf dem Teller.
Wie sieht es mit deklarationspflichtigen Zusatzstoffen aus?
Filusch: Auch das ist ein Argument. Der Verzicht impliziert nicht nur „natürlichen“ Geschmack, sondern steht auch für hohe Qualität bei der Herstellung und im Resultat.
Gäste zunehmend aus dem Handel bekannte Marken auch in der Gastronomie vorfinden. Muss man die Sortimente für den Außer-Haus-Markt und Endverbraucher eigentlich noch trennen?
Filusch: Seitens der Industrie ist eine Trennung im Prinzip nicht erforderlich. In der Qualität und Sicherheit gibt es keine Unterschiede. Die manchmal von der Gastronomie gewünschte Exklusivität des Angebots lässt sich – dank Convenience – doch viel eher durch individuelle Präsentationen erreichen. Die Profiköche können sich das Vertrauen der Verbraucher in Markenartikel, die sie aus dem Lebensmitteleinzelhandel kennen, zu Nutze machen.
Sie versorgen den Außer-Haus-Markt seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit Fleischprodukten. Welche großen Veränderungen in Angebot und Nachfrage gibt es?
Filusch: Während noch vor 25 Jahren das Hauptaugenmerk auf Zeitersparnis lag, sind über die Jahre die Forderungen nach Qualität, Sicherheit, Geschmack und Genuss hinzugekommen. Wenn es darum geht, den Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden, sind jedoch stets auch die Gastronomen gefordert. Unser Sortiment lebt von den Anregungen und Ideen der Küchenchefs.
Unter dem Motto „Gastgeber der Welt“ bieten Sie zusammen mit weiteren Zulieferern Aktionen für die Gastronomie an. Warum?
Filusch: Die Außer-Haus-Branche lebt zunehmend von der Inszenierung des Essens, von der Vermittlung von Genusserlebnissen in einem attraktiven, emotionalen Rahmen. Ein Gericht oder Menü setzt sich außerdem aus verschiedenen Komponenten zusammen. Deshalb ist es sowohl im Sinne der Industrie als auch der Gastronomie, dass abwechslungsreiche Konzepte entwickelt werden.
Wie informieren Sie sich über die neuesten Trends?
Filusch: Wir haben ein starkes Außendienst-Team und sind damit stets in direktem Gespräch mit dem Kunden. Nicht zuletzt ist jeder unserer Mitarbeiter auch ein Trendscout.
Welche neuen Produkte und Aktionen planen Sie?
Filusch: Wir sind unter anderem mit einer deklarierungsfreien, besonders schmackhaften Delikatess-Bratwurst auf den Markt gekommen und sehen Potenzial, diesen Artikel auch in der gehobenen Gastronomie zu positionieren. Ergänzend werden wir auch den Back-Bacon – dünne, fein geräucherte Scheiben vom Kotelett – in Deutschland vermarkten.
Die Fragen stellte Barbara Euler
