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Vorbild für die Kette: Die Außenansicht des neu gestalteten Budget-Hauses in Chantilly bei Paris Foto: Ralf Klingsieck

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„Revolution bei Campanile“

Die Gruppe Louvre Hotels will mit Budget-Hotels auch nach Deutschland / Neues Konzept für Campanile-Kette

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/38 vom 22. September 2007

PARIS. Die Louvre-Hotelgruppe hat ihr neues Konzept für die Budget-Hotelkette Campanile vorgestellt. „Wir glauben an die Zukunft der Budget-Hotels und schauen uns gerade auch in diesem Segment überall im In- und Ausland nach sich bietenden Gelegenheiten um“, betonte Richard Gomel, Vorstandsvorsitzender der Hotelgruppe, auf einer Pressekonferenz in Chantilly bei Paris. Die Louvre-Gruppe will ihren Pool der Budget-Hotels in den nächsten Jahren um mindestens 100 Häuser aufstocken.

Alle Häuser umgestalten

Wie Steve Jacobs, Präsident von Louvre Hotels Eco, gegenüber der AHGZ erläuterte, will die Louvre-Hotelgruppe in Deutschland künftig auch Budget-Hotels etablieren. Dabei denke man längerfristig an 60 bis 80 Häuser. Bisher ist das Unternehmen hier nur in Berlin mit seiner Luxusmarke Concorde präsent. „Deutschland ist ein großer und wichtiger, aber auch sehr schwieriger Markt“, räumte Jacobs ein, „nicht zuletzt, weil es hier noch Vorbehalte gegen Budget-Ketten gibt. Ich bin jedoch sicher, dass unser neues Konzept für die Campanile-Hotels auch die deutschen Kunden überzeugen wird.“

Im zweiten Quartal 2008 beginnt eine schrittweise Umgestaltung aller bestehenden Häuser von Campanile – pro Quartal sollen 30 Hotels erneuert werden. Dafür stellt die Starwood-Finanzgruppe, der Louvre seit 2005 gehört, rund 200 Mio. Euro bereit. Mit weiteren 300 Mio. Euro sollen in den nächsten vier bis fünf Jahren rund 60 Campanile-Hotels des neuen Typs in West-, Mittel- und Osteuropa gebaut werden.

Als Pilotobjekt für die „Verjüngung“ und Modernisierung dieser 1976 gegründeten Kette dient die Filiale in Chantilly bei Paris, die über den Sommer renoviert und komplett neu eingerichtet wurde. Möbel, Lampen, Raumtextilien und Dekor wurden durch den Designer Patrick Jouin, einen ehemaligen Mitarbeiter von Philippe Starck, entworfen.

Fassaden und Innenräume sind jetzt in deutlich helleren Farben gehalten als früher. Für die betont schlichten Möbel hat der Designer Hölzer wie Nussbaum oder Wenge verwendet. Der Schreibtisch unter dem Fenster ergibt in den Raum umgeklappt ein drittes Bett. Alle Räume haben einen Flachbildschirm-Fernseher, der über Anschlüsse für Geräte der Gäste wie iPod, DVD-Player oder Videospielkonsole verfügt. Außerdem gibt es in allen Räumen des Hotels kostenlosen WiFi-Zugang, für Budget-Hotels in Frankreich bisher unüblich.

Starkoch für Gastronomie

„Da uns Hotelgäste bei unseren Befragungen immer wieder gesagt haben, dass sie geschlossene Schränke oder Schubfächer meist nicht benutzen, weil sie befürchten, bei der Abreise etwas darin zu vergessen, haben wir uns stattdessen für eine offene Nische entschieden“, so der Designer Patrick Jouin. Diese Kleidernische ist fast wie eine moderne Plastik gestaltet, durch eine extra Lampe ausgeleuchtet und im Grün des Campanile-Logos gehalten. Durch die Lüftungsanlage verbreitete Essenzen sorgen für einen dezenten angenehmen Geruch. Da das Wichtigste für den Gast ein guter Schlaf ist, wurde größter Wert auf neue hochwertige Matratzen gelegt. Gleich nach dem guten Schlaf kommt das leibliche Wohl. Das Angebot in den Restaurants der Campanile-Hotels wurde durch den Pariser 3-Sterne-Koch Pierre Gagnaire von Grund auf erneuert. Er setzt auf „einfache und saisongerechte Produkte von guter Qualität“. Im Schnitt erwirtschaftet die Gastronomie 40 Prozent des Umsatzes. Wobei die Essensgäste zu 60 Prozent nicht im Hotel wohnen, sondern aus der Umgebung kommen.

Nach Meinung von Steve Jacobs leite „die Revolution bei den Campanile-Hotels“ ein neues Zeitalter für die Budget-Hotels ein. „Es geht nicht mehr nur um Übernachten und Essen zu vernünftigen Preisen, sondern um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das ergänzt wird durch Dimensionen, in die alle Sinne wie Sehen, Fühlen, Riechen, Hören, Schmecken einbezogen sind.“ So sollen die Kunden, die gerade bei den Budget-Hotels sehr wechselwillig sind, stärker an die Marke Campanile gebunden werden.

Mit der Modernisierung der Kette will man auch eine jüngere Zielgruppe gewinnen. Heute liegt das Durchschnittsalter der Gäste bei 48 Jahren. Die sind zu zwei Dritteln Urlauber. Nur 22 Prozent übernachten ausschließlich aus beruflichen Gründen. Auf diese Zielgruppe ist ein neues Angebot von Räumen und Technik für Seminare ausgerichtet. Ralf Klingsieck

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