AHGZ-Barometer
2007 sorgt wieder für ein dickes Plus
Die deutsche Kettenhotellerie freut sich über gestiegene Zimmererlöse. Sie zogen im vergangenen Jahr gegenüber dem Fußball-Weltmeisterschafts-Jahr 2006 noch einmal um 4,1 Prozent an. Dieses Ergebnis lässt sich vor allem auf den um 3,5 Prozent gestiegenen Zimmerpreis zurückführen
STUTTGART. Auch nach dem Super-WM-Jahr 2006 kann sich die Kettenhotellerie über weiter verbesserte Ergebnisse freuen. Ihr RevPar (durchschnittlicher Erlös pro verfügbarem Zimmer) ist 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent gestiegen.
In dieser Höhe ist der Zuwachs überraschend. Denn zum einen war kaum erwartet worden, an die außergewöhnlichen Ergebnisse des Fußball-Weltmeisterschaft-Jahres 2006 anknüpfen zu können. Zum anderen wurde zum 1. Januar 2007 die Mehrwertsteuer angehoben und entzog Kaufkraft. Vor diesem Hintergrund ist das vergangene Jahr mehr als positiv für die Kettenhotellerie verlaufen und bestätigt damit die Fortsetzung des Aufwärtstrends. Fünf von zwölf Monaten weisen sogar zweistellige Umsatzzuwächse je verfügbarem Zimmer auf, lediglich die Monate Mai, Juni und Juli zeigen schwächere Ergebnisse. Denn dies waren im Vorjahr die Hauptmonate der Fußball-Weltmeisterschaft.
Der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis legte im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 92,70 Euro zu, während die Auslastung um 0,4 Punkte auf 64,1 Prozent stieg. Damit kam der um 4,1 Prozent angezogene kumulierte RevPar im Dezember auf 59,40 Euro. Die beste Entwicklung zeigen die Segmente Midscale (mittleres) und Upscale (obers) auf. Diese steigerten ihren RevPar um 4 Prozent auf 46,20 Euro beziehungsweise 73,10 Euro. Der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis der Upscale-Hotels erreichte 114,70 Euro. Das Economy-Segment erzielte einen kumuliertes Zwölf-Monats-RevPar von 46,80 Euro. Das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent.
Wie im Gesamtjahr 2006 blieb der RevPar des Economy-Segments auch im vergangenen Jahr höher als der des Midscale-Segments, aber nur um 60 Cent. Ein Jahr zuvor betrug die Differenz noch 1,20 Euro.
Höchster Erlös in München
Im Monatsvergleich legte der RevPar der gesamten Kettenhotellerie im Dezember 2007 gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,8 Prozent zu Besonders die Midscale-Hotels waren erfolgreich, mit einem RevPar-Zuwachs von 9,4 Prozent. Dies ist bei unveränderter Belegungsrate vor allem auf einen um 9,7 Prozent höheren Zimmerpreis zurückzuführen.
Zurück zum Jahresergebnis: Das fiel zwar im Bundesdurchschnitt sehr gut aus, von Stadt zu Stadt jedoch sehr unterschiedlich. Eine der höchsten Zuwachsraten beim RevPar erzielte Kassel mit plus 20,4 Prozent. Das hat die Kettenhotellerie der Stadt aber vor allem der alle fünf Jahre stattfindenden Ausstellung Documenta zu verdanken, die vom 16. Juni bis 23. September 2007 mehr als 745.000 Besucher anzog. Dennoch blieb der RevPar mit 36,50 Euro der niedrigste im Vergleich der deutschen Großstädte.
München hat mit einem RevPar-Zuwachs von 13 Prozent einen weiteren Spitzenplatz unter den deutschen Metropolen eingenommen. Die Bayerische Hauptstadt erreichte zudem im vergangenen Jahr mit 93,10 Euro den höchsten Zimmererlös Deutschlands sowie den höchsten durchschnittlich erzielten Zimmerpreis. Dieser liegt mit 125,50 Euro um mehr als 15 Euro über dem RevPar der auf Platz zwei liegenden Bankenstadt Frankfurt/M.. Die Auslastung kletterte in München um gute 3 Prozentpunkte auf mehr als 74 Prozent.
Unter den acht deutschen Großstädten die bereits 2006 ein zweistelliges Umsatzplus verzeichnet hatten, ist München die einzige Stadt, die im vergangenen Jahr wieder zweistellige Ergebniszuwächse verzeichnete. Der RevPar legte noch einmal um 12,6 Prozent zu.
Positiv auch die Entwicklung in Düsseldorf. Die dortige Kettenhotellerie, die im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft Ergebnisverluste eingefahren hatte, erreichte im Gesamtjahr 2007 ein RevPar-Plus von 11,8 Prozent auf 61,90 Euro. Der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis überschritt mit einem Zuwachs von 9,1 Prozent sogar die 100-Euro-Marke.
Verluste in Dresden
Hamburg bleibt die Stadt mit der besten Auslastung Deutschlands. Sie erreichte mehr als 78 Prozent. Allerdings haben die Hansestadt sowie Berlin, Köln und Dortmund das zweistellige RevPar-Wachstum von 2006 nicht fortsetzen können. Berlin ist es jedoch gelungen, den durchschnittlich erzielten Zimmerpreis um knapp 3 Prozent auf ganze 99,10 Euro zu erhöhen. Dresden, Nürnberg und Stuttgart haben dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leichte Verluste hinnehmen müssen.
Betrachtet man die Ergebnisse von Dezember 2007 gegenüber dem Vorjahresmonat, haben jedoch alle deutschen Großstädte Zuwächse zu verzeichnen. In der Münchner Kettenhotel steig der RevPar um 13,9 Prozent auf 73,10 Euro. In Frankfurt wurde gar ein Plus von 16,7 Prozent auf 50,90 Euro verzeichnet.
Auf etwas niedrigerem Niveau, aber immer noch sehr erfreulich die Entwicklung in Hannover und Kassel. Der RevPar der niedersächsischen Landeshauptstadt legte um mehr als 15 Prozent zu, der in der Documenta-Stadt immerhin noch um rund 13 Prozent. Diese guten Dezember-Ergebnisse sind für den deutschen Tourismus und damit die ganze Hotellerie eine ermutigende Basis für das laufende Jahr. red
