Hotellerie
„Weltweit operieren“
von Susanne Stauß
Wie entwickelt sich die Mitgliederzahl von Worldhotels?
Hornman: Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation überdenken viele Hoteliers ihre Verbindungen. In diesem Jahr haben wir einige Mitglieder gewonnen, die zuvor bereits anderen internationalen Hotelketten angeschlossen waren. Allein im ersten Halbjahr 2009 haben sich 32 Hotels Worldhotels neu angeschlossen.
Spüren Ihre Mitglieder die Krise weniger als die Häuser andere Ketten?
Hornman: Auch unsere Mitglieder müssen abhängig von der Region Rückgänge in der Belegung oder in der Rate hinnehmen, manche auch bei beidem. Wir haben aber sehr schnell und flexibel auf die Krise reagiert und eine Strategie für unsere Hotels entwickelt. Darunter fällt auch die Einführung unseres neuen Online-Buchungssystems Worldhotels.resmaster. Weitere Maßnahmen waren Partnerprogramme und Promotions.
Sie haben vor einem Jahr bei Worldhotels angefangen. Welche Aktionen tragen Ihre ganz persönliche Handschrift?
Hornman: Ganz klar das Initiativen-Paket „Take 5“ mit Aktivitäten für alle Zielgruppen und dem Ziel, kurzfristig Geschäft zu generieren. Ein Beispiel ist unser Incentive für Mice-Planer. Ein anderes Beispiel sind Partnerpromotions. Die internationale Businesshotellerie funktioniert generell nach der Regel: 20 Prozent der Kunden bringen 80 Prozent des Umsatzes. Gerade in einer Krise gibt es aber bei diesen großen Kunden weniger Entwicklungspotenzial. Daher haben wir uns auf Aktionen für kleinere Kunden konzentriert. Wir haben die Zusammenarbeit mit regionalen Dienstleistern für die Geschäftsreiseplanung intensiviert, indem wir zusätzliche Kommissionen anbieten.
Weshalb sollte ein Individualhotelier Mitglied gerade bei Worldhotels werden?
Hornman: Ein Hotel kommt zu uns, wenn es Unterstützung in internationaler Vermarktung und Vertrieb, E-Marketing, Technologie und Training sucht und gleichzeitig seine Individualität behalten will. Und: Wir operieren wirklich weltweit. Es gibt einige große Ketten, die zwar mehr Häuser als wir haben, diese sind aber nur auf wenige Länder verteilt. Mit Partnern wie American Express (Amex) und Carlson Wagonlit Travel (CWT)haben wir „Preferred Partnerships.“ Sie garantieren, dass unsere Häuser CWT- und Amex-Kunden bevorzugt vermittelt werden. Unsere Hotels haben darüber hinaus Zugang zu 20 Vielflieger-Programmen. Das sind alles Kriterien, die Business-Gäste interessieren.
Sie selbst haben viele Jahre für Accor gearbeitet und den Vormarsch der Standardisierung vertreten. Weshalb glauben Sie jetzt, dass Individualhotels weiterhin Chancen haben?
Hornman: Generell gibt es einen Trend zur Individualisierung, insbesondere bei Hotels im 4- und 5-Sterne-Segment. Man will keine standardisierten Sachen mehr. Unsere Häuser befriedigen dieses Bedürfnis nach Authentizität und Individualität.
Welche Gebühren muss der Hotelier für Ihre Leistungen bezahlen?
Hornman: Unsere Gebühr setzt sich aus einer Jahresgebühr und der Vermittlungsprovision für getätigte Buchungen zusammen. Ich sage immer: Die Jahresgebühr ist in etwa mit dem Gehalt eines guten Sales-Mitarbeiters zu vergleichen, der zwischen 35.000 und 50.000 Euro verdient. Der Hotelier erhält neben allen anderen Leistungen ein 60-köpfiges Sales-Team mit Büros auf der ganzen Welt.
Welche Standorte würden Sie in Deutschland noch gern besetzen?
Hornman: Berlin, Hamburg, Köln und München.
Was würden Sie als Stärke und was als Schwäche von Worldhotels bezeichnen?
Hornman: Unsere Stärke liegt ganz klar in unserem umfangreichen Serviceangebot für unabhängige Hotels und im Bereich der internationalen Vermarktung. Unsere Schwäche, wenn man das überhaupt so nennen kann: Wir sind eine relativ junge Marke und uns fehlt daher noch die große Bekanntheit beim Endverbraucher, wie wir sie im B2B-Bereich bereits haben.
Die Fragen stellte Susanne Stauß


