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Das „Bellevue“ in Bern gehört dem Bund und wird ab Januar 2007 von der Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG gepachtet Foto: Hotel

Gastgewerbe International

„Zukunft liegt in der Luxushotellerie“

Die börsennotierte Grand-Hotel-Gruppe Victoria-Jungfrau erweitert ihr Portfolio auf vier 5-Sterne-Häuser / Gesellschaft ist künftiger Pächter des Berner „Bellevue“

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/23 vom 10. Juni 2006
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INTERLAKEN Die Schweizer Grand-Hotel-Gruppe Victoria-Jungfrau wächst und wächst. Und das ausschließlich in der exklusiven Luxushotellerie. Außer dem Jungfrau-Victoria in Interlaken und dem Palace Luzern, das Anfang Mai seinen 100. Geburtstag feierte, gehört ihr seit November vergangenen Jahres auch ein Stadthotel: Das Züricher 5-Sterne-Haus Eden au Lac mit 53 Zimmern und einem herrlichen Blick auf den Zürichsee.

Und ab 1. Januar 2007 wird die Victoria-Jungfrau-Gruppe Pächterin des renommierten Luxushotels Bellevue in Bern – wieder ein Stadthotel, das 100 Zimmer und 30 Suiten besitzt. Der Pachtvertrag wurde erst kürzlich unterschrieben.

Bund ist Eigentümer

des 5-Sterne-Hotels Bellevue

Das einzige 5-Sterne-Haus in der Bundeshauptstadt gehört zu fast 100 Prozent dem Bund, der es 1994 von der Schweizerischen Nationalbank geschenkt bekommen hat. Vor vier Jahren wurde das Haus für 40 Mio. Schweizer Franken renoviert, mittlerweile hat der Bund auch das Grundstück, auf dem das Hotel steht, für mehr als 22 Mio. Franken gekauft.

Die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG strebt in diesem Jahr mit ihren drei 5-Sterne-Häusern eine durchschnittliche Zimmerbelegung von mehr als 60 Prozent an. Dies würde eine Steigerung um zirka fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Im Jahr 2005 zählte die Gesellschaft insgesamt 106.600 Übernachtungen. Dennoch musste sie im vergangenen Jahr einen Konzernverlust von 2,9 Mio. Franken hinnehmen. 2004 war noch ein Gewinn von 0,6 Mio. Franken erzielt worden. Doch diese Zahlen beunruhigen Direktor Emanuel Berger vom Jungfrau-Victoria in Interlaken keineswegs, der auch Delegierter des Verwaltungsrats der Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG ist. Berger: „Sie haben mit langwierigen Umbauten und monatelangen Schließungen in Luzern und dem Jahrhunderthochwasser zu tun.“

Mit dem „Bellevue“ kommt nun ein neues Luxushotel dazu, das im vergangenen Jahr sein bestes Betriebsjahr hatte. Die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG schließt den Pachtvertrag zunächst auf zehn Jahre ab und kann ihn zweimal jeweils um dieselbe Zeitspanne verlängern. Die Gesellschaft übernimmt alle Mitarbeiter des 130-Zimmer-Hauses, das direkt neben dem Bundeshaus liegt und das zweite Stadthotel der Gruppe sein wird. Vorerst soll es keine gravierenden Veränderungen in dem Traditionshaus geben. Man hofft aber auf beiden Seiten – Bund und Pächter – auf Synergien durch das bereits vorhandene Portfolio der Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG. Die börsennotierte AG verfügt ab dem 1.Januar 2007 in der Schweiz über mehr als 530 Zimmer und Suiten im 5-Sterne-Bereich. 222 Zimmer und Suiten entfallen auf das Stammhaus, das Victoria-Jungfrau Grand Hotel in Interlaken, das seit über 140 Jahren Gäste zu Füßen des imposanten Jungfrau-Massivs beherbergt und mit seinem 5500 Quadratmeter großen Spa Maßstäbe im Wellness-Tourismus setzt. 100 Jahre alt, aber keineswegs veraltet oder angestaubt – ganz im Gegenteil, neu renoviert – präsentieren sich die 136 Zimmer, zwei Fünftel davon Suiten, im Palace in Luzern. Mit dem „Eden au Lac“ mit seinen 53 Zimmern kam im letzten Jahr ein kleines Juwel am Zürichsee dazu.

Sämtliche Häuser bieten ihren Gästen höchsten Komfort und legen in ihren unterschiedlichen Restaurants ausgesprochen großen Wert auf eine ausgezeichnete Küche. „Wir wollen den Gast in seinen Erwartungen stets noch übertreffen“, lautet die Devise von Emanuel Berger. „Die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG sieht in der Luxushotellerie ihre Zukunft“, sagte der Hoteldirektor gegenüber der AHGZ. Zum Ende des Jahres wird Berger diesen Posten in Interlaken jedoch aufgeben und sich ganz auf den Verwaltungsrat konzentrieren.

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