Maximum an Kommunikation
LJUBLJANA/KÖLN (gm). „IT so kinderleicht für den Benutzer wie Licht und Heizung“, so formulierte Gerhard Kaspar die Zielsetzung für die neue Marke Grand Media, die er auf dem FVW-Kongress in Köln der Fachwelt vorstellte.
Das erste Grand Media Hotel wird zur Zeit in Ljubljana/Slowenien gebaut. Das Hotel mit 214 Zimmern und einem Konferenzbereich für 500 Personen soll mit der italienischen Hotelkette Domina Hotels & Resorts als Pächter im Februar 2004 eröffnet werden. Weitere 4- und 5-Sterne-Hotels der neuen Generation — insgesamt 15 — sollen in Mittel-und Osteuropa entstehen.
Das Konzept Grand Media wurde von Gerhard Kaspar aus Villach/Österreich und Prof. Dr. Ulrich Lange aus Berlin in Zusammenarbeit mit Siemens Business Services entwickelt und ist im Besitz der in Villach ansässigen Alpha Baumanagement, die auch Bauherr des Hotels in Ljubljana ist. Der Name Grand Media sei bewusst gewählt worden. „Grand Hotels waren in Technik und Dienstleistung immer die Vorreiter“, so Kaspar. „Die Faszination des Grand Hotels soll auf Grand Media Hotels, die technisch für die Zukunft gerüstet sind, übertragen werden.“
Möglich wird die — auch für den technisch wenig versierten Gast — einfache Nutzung der Grand Media Technologie durch die vollständige Verkabelung des Gebäudes mit Glasfaser. Über Glasfaser können alle Dienstleistungen und auch normal nicht kompatible Elemente von Service-Anbietern gebündelt werden. Damit sei man auch für die Zukunft gerüstet, weil Glasfaser genügend Kapazität für neue Technologien bietet. Nicht nur in neuen Immobilien, sondern auch in Bestandsimmobilien ist die Umrüstung auf Grand Media Technologie möglich.
Mit acht Prozent der Gesamtinvestition von 35 Mio Euro für das Pilotprojekt in Ljubljana sind die Kosten für die neue Technologie recht hoch.
In Zukunft soll sich der Anteil jedoch auf drei bis fünf Prozent pro Immobilie reduzieren. Dank der Grand Media Technologie könne der Hotelier durchaus einen fünf Euro höheren Average-Preis erzielen, bei einer Auslastung von 60 bis 63 Prozent. „In einem Haus wie dem in Ljubljana macht das 700.000 Euro aus“, lautete das Rechenexempel von Kaspar. Trotzdem könne der Gast mit einer Reduzierung der gerade im Ausland durch Roaming-Preise nicht unerheblichen Telekommunikationskosten rechnen, da durch die neue Technologie solche Leistungen günstiger eingekauft werden könnten und das an den Gast weiter gegeben werde.
Grand Media soll den Gast im ganzen Haus vom Check-in an bis zum „digitalen Butler“, mit dem die Suiten ausgestattet sind, begleiten. Es ist aber optional, denn dem Gast soll nichts aufgezwungen werden Besonders im Konferenzbereich bieten sich zahlreiche neue Möglichkeiten der Präsentation und Kommunikation dank der Ausstattung mit interaktiven Tools wie Virtual Reality, 3D und Touchscreen.
Herzstück ist die Grand Media Plattform, mit der sich der Gast über interaktive Großbildschirme im Home-Cinema-Look mit Mitarbeitern aus der Rezeption, dem Wellness-Club oder anderen Bereichen und sogar der Außenwelt in Verbindung setzten kann, um sich zum Beispiel über regionale touristische Angebote oder das Weinangebot der Vinothek zu informieren. Mit einem kabellosen Computer kann der Gast überall im Hotel mailen, telefonieren oder fernsehen.
Der Einsatz von Grand Media, mit dem Technik zur Selbstverständlichkeit werden soll, wird im Domina Hotel in Ljubljana als dem Pilotprojekt wissenschaftlich begleitet.
Es sollen die Auswirkungen der Technologie auf das Gästeverhalten und die Geschäftsprozessen untersucht werden. Erste Ergebnisse sollen Ende 2004 vorliegen. Im März 2004 wird mit der Intersuite 2004 bereits ein erste Kongress zur Zukunft des Hotels in Ljubljana stattfinden.
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