Ferienpark in Lothringen: Ein Center Parc mit vielen Eignern (Seite 1 von 2)
Stuttgart. Pierre & Vacances setzt bei seiner neuen Bungalowanlage, dem Center Parc Moselle im französischen Lothringen, auf ein ungewöhnliches Finanzierungskonzept. Es ist äußerst kapitalsparend. „Unser Vorteil ist, dass wir profunde Erfahrung als Immobilienentwickler und in der Touristik miteinander verbinden können“, sagt der Vorstandsvorsitzende Gérard Brémond.
So sind Brémond und sein Team vorgegangen: Pierre & Vacances, eine französische Unternehmensgruppe mit einem Verbund von acht Marken in der Tourismus- und Immobilienbranche, bekommt ein riesiges, 435 Hektar großes Areal angeboten.
Die Immobilienentwickler taxieren die Lage; sie ist für Kurzurlauber erstklassig, weil in einem Einzugsbereich von zwei Stunden Autofahrt mehr als 30 Mio. Menschen wohnen. Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland sind nicht weit entfernt. Auch die Schweiz ist nah, ein wichtiger Markt für den hochpreisigen Familienkurztrip im Center-Parc-Ferienhaus.
Subvention für Privatanleger
Brémond lässt das Areal kaufen. Über den Preis schweigt er sich aus. Allzu teuer dürfte der Quadratmeter aber in der armen Provinz nicht gewesen sein. Zudem hat der Wald unter Sturm Lothar im Jahr 1999 arg gelitten. Warum nicht die kahlen Schneisen bebauen, überlegen die Immobilienentwickler. Stararchitekt Jean de Gastines entwirft die Bungalows, und die Immobilienabteilung setzt ihre Verkaufstrupps in Bewegung.
Heute sind die 800 Öko-Häuser aus Holz im Besitz privater Investoren. Die haben kein eigenes Belegungsrecht, bekommen aber für ihren Kapitaleinsatz eine Mietgarantie für neun Monate im Jahr. Der französische Staat, der den Tourismus in abgelegenen Regionen fördern will, subventioniert den Anlegern ihr Investment mit hohen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Pierre & Vances muss nur die Erschließung bezahlen. Außerdem eine Glaskuppel, in der ein tropisches Badeparadies (Aqua Mundo) sowie im sogenannten Market Dome mehrere Restaurants untergebracht sind. Das erst macht den Park wettersicher, weil der Kurzreisende hier flanieren, essen oder baden kann. Zudem gibt es überdachte Sportstätten und einen Bauernhof für Kinder.
Mehr Umsatz dank Umweltschutz
250 Mio. Euro hat Pierre & Vacances in Lothringen insgesamt investiert. Ohne die Privatinvestoren wäre der Finanzierungsaufwand des Parks dem Vernehmen nach mehr als doppelt so hoch. Die unternehmenseigene Marktforschung hat ergeben, dass der Kurzurlauber gern etwas mehr Geld ausgibt, wenn der Park umweltfreundlich betrieben wird. Die Manger des Center Parcs Lothringen haben deshalb eine Partnerschaft mit dem WWF Frankreich geschlossen.
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