Optimismus trotz Krise
BERLIN. „Der Verdrängungswettbewerb auf dem deutschen Hotelmarkt wird sich weiter verschärfen.“ Das sagte Axel Deitermann, Geschäftsführender Gesellschafter der NPC Hotelentwicklung & -management GmbH, beim Jahreskongress „Quo Vadis“ der Bernd Heuer Dialog GmbH in Berlin. Er verwies darauf, dass sich die Hotelinvestments 2007 trotz Subprime-Krise auf dem Rekordniveau des Vorjahres bewegt hätten. Insgesamt strahlten die rund 260 Immobilienexperten große Zuversicht aus.
Themenhotels mit Zukunft
Deitermann bezog sich auf einen AHGZ-Bericht, nachdem vor allem viele neue Marken den deutschen Markt erobern, die bisher in der Bundesrepublik noch weitgehend unbekannt sind (AHGZ vom 12. Januar). Habe es weltweit im Jahr 1980 nur 81 Hotelmarken gegeben, belaufe sich ihre Zahl heute auf mehr als 200. „Besonders hervorzuheben bei neuen Marken ist, – speziell bei spanischen Marken wie Habitat, H10 und AC – dass diese als Betreiber auftreten und eine Investorengesellschaft mitbringen“, betonte Deitermann.
Unter den neuen Marken, die nach Deutschland kommen, ist Silken. Die in Spanien erfolgreiche Kette eröffnet in diesem Jahr ihr erstes Hotel in Berlin. Auch Sol-Meliá startet in Deutschland durch. Die Gruppe übernahm kürzlich acht Häuser der Kette InnSide und eröffnete das erste Haus der Marke Meliá in Berlin.
Aber nicht nur Spanier zieht es in die Bundesrepublik. Auch die israelische Gruppe Fattal ist seit vergangenem Jahr mit Leonardo Hotels stark vertreten und befindet sich konsequent auf Expansionskurs.
Insgesamt werde vor allem die Zahl spezieller Themenhotels zunehmen, so Deitermann. Dazu gehörten unter anderem klassische Ferienhotels, Wellnesshotels, Ayurveda-Thalassohotels, Familienhotels, Tagungshotels, Umwelthotels und Szenehotels.
Stabilität durch Eigenkapital
Deutschland ist trotz internationaler Finanzkrise nach wie vor als Hotelstandort für Investoren attraktiv. So erreichte das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr nach Berechnungen von Jones Lang LaSalle Hotels mit rund 2,3 Mrd. Euro in etwa das Vorjahresniveau (AHGZ vom 26. Januar). Allerdings rechnet Managing Director Christoph Härle für das laufende Jahr mit einem leichten Rückgang. Von einer dramatischen Situation wollten die Teilnehmer des Kongresses „Quo Vadis“ aber noch nichts wissen. Sie verwiesen darauf, dass zunehmend eigenkapitalstarke Investoren statt Private Equity auf den Markt drängten und für Stabilität sorgten. Nach Ansicht von Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln zeigt sich der deutsche Immobilienmarkt alles in allem in robuster Verfassung.
Dennoch: Die internationale Finanzkrise hat den deutschen Bankensektor voll erreicht. Wie sie sich nun weiter auf die Wirtschaft und den Konsum auswirkt, ist nach derzeitigem Stand nicht vorauszusehen. Cornelia Küsel
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