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Accor beschleunigt Verkauf

Trennung von Hotelimmobilien soll zusätzlich 3,2 Mrd. Euro für Investitionen in die Konzernkasse spülen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/37 vom 16. September 2006

PARIS Der französische Hotel- und Service-Konzern Accor will weltweit seine Marktanteile ausbauen. Um Geld für entsprechende Investitionen aufzubringen, beschleunigt er seine Portfoliobereinigung und folgt dem Trend, sich von Hotelimmobilien zu trennen. Das teilte die Nummer vier auf dem Weltmarkt und Nummer eins in Europa jetzt mit. Damit setzt Konzernchef Gilles Pelisson seine Ausrichtung auf die Kernaktivitäten Hotels und Service fort.

Bis 2008 soll ein neues Programm für den Verkauf von 535 Hotels zusätzlich 3,2 Mrd. Euro in die Konzernkasse spülen. In den vergangenen 18 Monaten haben bereits 261 Immobilien für rund 1,6 Mrd. Euro den Besitzer gewechselt. Wie Accor der AHGZ auf Anfrage mitteilte, ist der Zeitpunkt für Verkäufe optimal. Die Nachfrage sei hoch, die Zinsen niedrig. Über die Veräußerung will Accor weniger Kapital binden und 2,5 Mrd. Euro in 200.000 neue Zimmer stecken, vor allem über Franchise-Verträge im Economy- und Budget-Segment.

„Deutschland zählt zu den so genannten bekannten Märkten. Dies unterstreicht, dass wir auch in der Bundesrepublik im Economy-Bereich weiter dynamisch wachsen“, sagte Marc Schnerr, Pressesprecher der Accor Hotellerie Deutschland AG. Die nächste Neueröffnung wird im Frühjahr ein Etap Hotel an der Messe in München sein. Accor betreibt auf dem deutschen Markt im 1- bis 2-Sterne-Segment 85 Ibis Hotels und 67 Etap Hotels, mit dem Ziel der Expanision. Hinzu kommen 9 Formule-1-Hotels, für die kein weiterer Ausbau geplant ist. Vorgesehen ist aber eine neue 2-Sterne-Marke in Europa. Insgesamt gehören Accor in Deutschland 380 Hotels, darunter auch die höherwertigen Marken Sofitel, Mercure und Novotel.

Kooperationspartner in Deutschland sind die in tiefrote Zahlen gerutschten Dorint Hotels. Die nach dem Top-Ranking der umsatzstärksten Hotelgesellschaften in Deutschland (AHGZ/Der Hotelier) zweitgrößte Gruppe weist für 2005 ein Minus von 40 Mio. Euro aus (AHGZ vom 29 Juli). Wie zu erfahren war, will Hauptaktionär Accor Dorint nicht fallen lassen, doch stehen konkrete Schritte zur Rettung noch nicht fest. Wie Accor aber auf AHGZ-Anfrage mitteilte, seien keine Kauf-Interessenten für die angeschlagene Kette an den Konzern herangetreten.

Anders als Dorint kann der Accor-Konzern glänzende Zahlen präsentieren. Für die erste Hälfte 2006 weist er ein Umsatzplus von 8,4 Prozent auf 3,69 Mrd. Euro gegenüber der ersten Jahreshälfte 2005 aus.

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Zum Umsatzwachstum trug die Expansion mit 3,6 Prozent bei, während die Trennung von Vermögenswerten einen Rückgang von 3,4 Prozent ausmachte. Accor war im Zuge seiner Konzentration auf das Kerngeschäft in der ersten Jahreshälfte bereits beim Club Mediterranée ausgestiegen. Der Hotelkonzern, der vor zwei Jahren mit einem Aktienpaket von 28,9 Prozent bei dem Feriendorfbetreiber eingestiegen war, fuhr seine Beteiligung auf 6 Prozent zurück. Weiter verkaufte er unter anderem neun deutsche Hotels an den US-Finanzinvestor Blackstone. Damit wurde die Portfoliobereinigung eingeleitet, die jetzt beschleunigt wird. Accor ist bestrebt, das Konzern-Ergebnis vor Steuern im laufenden Jahr gegenüber 2005 um mehr als 20 Prozent auf 680 bis 700 Mio. Euro zu steigern.

Als starker Umsatzmotor hat sich bisher der deutsche Markt erwiesen. In der mittleren und gehobenen Hotellerie kletterte der Umsatz von Accor im ersten Halbjahr dieses Jahres um 10,4 Prozent. Bei den Economy-Hotels wurde ein Plus von 7,7 Prozent erwirtschaftet, im Wesentlichen getragen von der Fußball-Weltmeisterschaft.

Cornelia Küsel

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