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Aktionäre sollen das „Goya“ retten

Insolvenzverwalter bittet um weiteres Geld / Mega-Club hat mindestens 4,5 Millionen Euro Schulden / Insolvenzverschleppung nicht ausgeschlossen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006

BERLIN In Partylaune ist keiner. Während im Berliner Pleiteclub Goya der Betrieb weiterläuft, arbeiten Insolvenzverwalter Peter Leonhardt und einige Aktionärsvertreter hart an einer validen Zukunft des Hauses. Mittlerweile liegen erste harte Zahlen auf dem Tisch. Sie zeigen: Die finanzielle Lage des Clubs am Nollendorfplatz ist prekär. Mindestens eine Million Euro müsste vorerst aufgebracht werden, um den Betrieb des Goyas zu sichern, so Leonhardt in einem Brief an die Aktionäre. „Darunter liegende Beträge würden im Geschäftsbetrieb versickern“, betont ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Die Verbindlichkeiten liegen bei mindestens 4,5 Mio. Euro, Tendenz steigend. Denn der Mega-Club fährt jeden Monat weitere 100.000 Euro Verlust ein.

Schließlich liegen Gästezahlen und Einnahmen aus Sonderveranstaltungen deutlich unter den Prognosen aus dem Zeichnungsprospekt. Dort waren 1300 bis 2700 Gäste je Abend veranschlagt worden. Derzeit kommt das Goya gerade mal samstags an die 1300er-Grenze heran. Donnerstags finden im Schnitt nur rund 350 Gäste ins Goya, freitags sind es gut 900. An den anderen Tagen sollte das Goya 2,6 mal pro Woche für Fremdveranstaltungen vermietet werden. Seit Eröffnung im Dezember wurden nur vier Events dieser Art durchgeführt.

Nun sollen Aktionäre und externe Investoren helfen. In seinem Brief bittet Leonhardt sie, bis zum 24. April Angaben darüber zu machen, wie viel Geld sie nachschießen könnten. Anfang Mai kommt auf das Goya eine weitere Belastungsprobe zu. Die Gehälter der 93 Mitarbeiter – immerhin 180.000 Euro im Monat – müssen wieder aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden. Seit dem Insolvenzantrag war bei der Lohnzahlung die Arbeitsagentur eingesprungen.

Dann soll auch das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Vor Gericht muss geklärt werden, ob das Verfahren überhaupt durchgeführt werden kann oder mangels Masse abgelehnt werden muss. Zudem wird geprüft, inwiefern der alte Goya-Vorstand für falsche oder irreführende Angaben, etwa im Verkaufsprospekt, haftbar gemacht werden kann. Auch eine mögliche Insolvenzverschleppung wird nicht ausgeschlossen. Dem Ruf nach Engagement für das Goya sind mittlerweile 15 „aktive Aktionäre“ gefolgt. Sie wollen nicht nur das Programm aufmöbeln. Auch ein neues Management soll her. (Siehe Seite 23)

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