Wellness: Turbo im Ferientourismus Foto: Hotel Angerhof
Konzerne & Kooperationen
Auch Männer lassen sich gerne verwöhnen
Wellness-Hotels-Deutschland und beauty24 haben erstmals das immer noch expandierende Marktsegment analysiert
BERLIN Wellness boomt. Dies scheint eine alt bekannte, aber selten hinterfragte Tatsache zu sein, denn exakte Zahlen lagen bisher nicht vor. Dies haben die Wellness-Hotels-Deutschland (W-H-D) in Zusammenarbeit mit der Wellness-Reise-Agentur beauty24 nun geändert und erstmals gemeinsame, verlässliche Branchenzahlen vorgelegt.
„Wir haben bundesweit unsere Zahlen zusammengetragen, um ein realitätsnahes Trendbarometer der gesamten Wellness-Reisebranche vorlegen zu können“, erklärte Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels-Deutschland.
Basis für die Erhebung waren die Zahlen des Jahres 2005 aller der Hotelkooperation W-H-D angeschlossenen 44 Wellness-Hotels sowie die Buchungsdatenbank von beauty24. Zusammen sind dies über 450 Partner-Hotels. Altewischer: „Das sind zirka 60 Prozent der Wellness-Hotels in Deutschland, die diesen Namen zu Recht tragen.“
Yoga und Nordic Walking
mit hohen Zuwachsraten
Die erfassten Zahlen zeigen, so der W-H-D-Geschäftsführer, dass „Wellness in Deutschland auch im achten Jahr in Folge insgesamt Wachstumsraten verzeichnet und weiterhin als Turbo für den wirtschaftlich nicht gerade verwöhnten Ferientourismus hierzulande wirkt“. So konnten die W-H-D-Hotels 2005 im Vergleich zu 2004 ihren Gesamtumsatz um durchschnittlich 7,6 Prozent auf knapp 3,6 Mio. Euro steigern. Der durchschnittliche Wellnessumsatz stieg um 5,7 Prozent auf rund 480.000 Euro. Überdurchschnittlich konnten bei den zusätzlichen Wellness-Leistungen die gesundheitsorientierten Wellnessangebote zulegen. Waren es in den vergangenen Jahren hauptsächlich Beauty-Angebote, die nachgefragt wurden, so verzeichnete beauty24 im vergangenen Jahr bei Aktivitäten wie Fasten, Yoga, Nordic Walking, QiGong, Tai Chi und Rückenschule eine Zuwachsrate von zirka 70 Prozent. Ihr Anteil an den gebuchten Leistungen insgesamt stieg damit in den letzten fünf Jahren von fünf auf 30 Prozent. Diese Entwicklung findet sich auch bei den Wellness-Hotels-Deutschland wieder. „Der Begriff Wellness kommt damit jetzt auch hierzulande endlich seiner eigentlichen, ganzheitlichen Bedeutung nahe: als lustvolle Möglichkeit, wirkungsvoll und nachhaltig etwas für die Gesundheit zu tun“, erläutert Altewischer. Auch die Förderung der aktiven Gesundheits-Prävention mag dabei eine zusätzliche Rolle spielen.
Die Schönheit ist aber keineswegs auf dem Rückzug. So ist neben den „gesunden Programmen“ eine vermehrte Nachfrage nach entspannenden, verwöhnenden, sinnlichen und luxuriösen Anwendungen zu verzeichnen – ein Trend, der nach Einschätzung von beauty24 noch weiter an Bedeutung gewinnen wird, zumal neben alleinreisenden Frauen nun zunehmend Paare gemeinsam und vor allem Männer entsprechende Angebote buchen.
Durchschnittsgast ist weiblich
und im mittleren Alter
„Männer entdecken Wellness als lohnende Investition in die eigene Leistungskraft“, so Altewischer. Immerhin ist der Anteil männlicher Gäste von einer ehemals verschwindend geringen Minderheit auf inzwischen gut 30 Prozent gestiegen. Noch ist aber der Erhebung zufolge der durchschnittliche Gast in bundesdeutschen Wellness-Hotels weiblich, zwischen 25 und 55 Jahre alt, berufstätig und lebt in einer Großstadt. Alleinreisend ist der Mann – über spezielle Single-Angebote wird bereits nachgedacht – aber immer noch recht selten (8 Prozent in 2005). Auf den Wellness-Geschmack soll er durch eine angenehme „Man’s-Spa“-Atmosphäre und stilvolles Herrenclub-Ambiente gebracht werden, das ihm das Gefühl vermittelt, nicht nur Zaungast in der weiblich dominierten Beauty-Abteilung zu sein. Auch das „personal coaching“ in Form eines persönlichen, qualifizierten Wellness-Trainers soll körperbewusste Männer locken.
Um den zukünftigen Erfolg von Wellnessangeboten zu sichern und auszubauen, setzen beauty24 und W-H-D verstärkt auf kompetente Beratung und konsequente Qualitätssicherung. So werden sich 2006 alle Wellness-Hotel-Deutschlands einer kontinuierlichen, externen Überprüfung durch den TÜV-Rheinland unterziehen. Auch eine Maßnahme, so Altewischer, um sich von den zahlreichen Wellness-Trittbrettfahrern qualitativ abzugrenzen.
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