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Aufstieg in den Sternenhimmel

Lodging Forum: Hotels rücken zunehmend in die höheren Segmente auf / Residenzen stellen keine Konkurrenz dar, sondern ergänzen das Angebotsspektrum

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007

PARIS. Immer mehr Hotels rücken ins mittlere und höhere Segment auf, da in diesen Bereichen eine wachsende Nachfrage zu beobachten ist und gute Zukunftsaussichten bestehen. So die Einschätzung des elften Global Lodging Forum, das im Pariser Four-Seasons-Luxushotel George V stattfand und von etwa 100 Hotelfachleuten aus Frankreich, anderen europäischen Ländern und Übersee besucht wurde.

Eine wachsende Zahl unabhängiger Hotels versuche, durch Investitionen in Ausstattung und Service aus der 2-Sterne-Klasse in die 3- oder gar 4-Sterne-Klasse aufzusteigen, „wo man mit 30 bis 40 Zimmern sehr gut existieren kann“. Wer das aus finanziellen Gründen nicht kann, droht ein Opfer des „Kaufrausches“ der Ketten ökonomischer Hotels zu werden, die „den Markt leer fegen – auf Kosten der kleinen Unabhängigen“, so das Fazit des Forums.

Von den heute 143.000 Hotels in Europa mit zusammen 4,8 Mio. Zimmern gehören 61 Prozent zur mittleren und höheren Kategorie der 3- und 4-Sterne-Klassen. Das geht aus einer Analyse der Agentur MKG Consulting hervor. Von 2006 zu 2007 hat sich das Zimmerangebot der 3-Sterne-Hotels um 1 Prozent erhöht und das der 4-Sterne-Hotels um 3 Prozent. Um überdurchschnittliche 5,1 Prozent stieg es in Italien, in Deutschland brachte die Fußballweltmeisterschaft ein Plus von 4,7 Prozent, während Großbritannien und Frankreich im Schnitt lagen und Spanien einen Rückgang um 1,4 Prozent hinnehmen musste.

Auch in diesen Klassen setzen sich die Ketten immer stärker durch. Während sie in den USA schon 80 Prozent ausmachen, sind es im europäischen Schnitt 33 Prozent. Wobei Italien und Osteuropa niedriger liegen, während die Ketten in Frankreich und Großbritannien einen Marktanteil von 33 bis 50 Prozent und in Deutschland und Spanien sogar von mehr als 50 Prozent haben. Es sei zu beobachten, dass die Ketten und Marken immer mehr Wert auf unverwechselbare Präsentation und Ausstattung sowie ein ganz auf den Kunden zugeschnittenes Serviceangebot legten, um sich im Wettbewerb voneinander abzugrenzen, während der Preis eine untergeordnete Rolle spiele.

Die durchschnittliche Auslastung liegt bei den 3-Sterne-Hotels bei 66,8 Prozent (1,8% mehr als 2006) und bei den 4-Sterne-Hotels bei 68,4 Prozent (2,0% mehr als 2006). Der Durchschnittsertrag pro Zimmer und Nacht beträgt bei den 3-Sterne-Hotels 56,40 Euro (4,8% mehr als 2006) und bei den 4-Sterne-Hotels 89,90 Euro (8,4% mehr als 2006).

Eine Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit der Frage, ob die immer zahlreicheren Suitehotels oder die Hotel-Residenzen zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Mittelklassehotels werden. Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass es zwischen diesen verschiedenen Formen der Beherbergung keine wirkliche Konkurrenz gebe. Vielmehr ergänzten sie einander, weil sie sich an unterschiedliche Kundenkreise richteten. Bei den Suitehotels handelt es sich um Hotels mit größeren, oft modulierbaren Wohneinheiten mit mehreren Räumen und zumindest einer Kochecke und einem Essplatz.

Für Kurzaufenthalte würden in der Regel Hotels genutzt, für etwas ausgedehntere Aufenthalte von ein oder zwei Wochen ein Suitehotel und für Langzeitaufenthalte von mehreren Wochen oder gar Monaten die Residenzen. Olivier Davy, Präsident der zur Accor-Gruppe gehörenden Kette Suitehotel, bedauerte, dass es in Europa keine Statistik nach Aufenthaltsdauer gibt wie in den USA. Aus der gehe hervor, dass der Durchschnittsaufenthalt im Suitehotel bei vier bis fünf Nächten und in Residenz-Hotels bei acht bis neun Nächten liegt. Marktführer in Frankreich ist die Gruppe Citadines, die nach Angaben ihres Europa-Generaldirektors Sym Lee hier 34 Residenzen betreibt.

Martine Balouka, Generaldirektorin von Pierre & Vacances Tourisme, berichtete in der Diskussionsrunde, dass ihr Unternehmen mit der Accor-Gruppe ein Joint Venture für City-Residenzen eingegangen ist. Pierre & Vacances bringt zwölf Einrichtungen der Marke Pierre & Vacances City in Paris und anderen französischen Großstädten sowie in Monaco und Rom ein, während sich die Accor-Gruppe mit zwei Residenzen in Annecy und Nantes beteiligt.Ralf Klingsieck

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