Touristik
Ausbildung: Gerüstet für die Zukunft
Hochschule Bremen startet neuen Studiengang / Master of Arts für optimal ausgebildete Tourismus-Fachkräfte / Generalisten sind in der Branche gefragt
aus:
AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/31 vom 5. August 2006
von Thomas Klaus
BREMEN In der Touristikbranche sind im Allgemeinen keine reinen Spezialisten gefragt: Denn strikte Arbeitsteilung ist nun wirklich nicht das, was eine Karriere im Freizeitsektor ausmacht. Vielmehr dominiert hier eine große Bandbreite von Aufgaben, gepaart mit einem hohen Maß an Verantwortung. Darauf reagiert jetzt die Hochschule in Bremen – mit einem in der Bundesrepublik einzigartigen Studienangebot. Der neue Master-Studiengang „Master of Arts in Leisure and Tourism“ geht zum Wintersemester 2006 an den Start.
Systematisches Denken
und Arbeiten in Zusammenhängen
Das Studium basiert auf den internationalen Studiengängen „Angewandte Freizeitwissenschaft“ und „Tourismusmanagement“ (Bachelor of Arts) an der Hochschule Bremen. Dort lehrt außer Professorin Renate Freericks und Professor Bernd Stecker Professor Rainer Hartmann. Der Letztgenannte nahm vor rund einem Jahr einen Ruf an die Weser an und war zuvor längere Zeit bei der CIMA Stadtmarketing GmbH in Lübeck tätig. Dort betreute er Tourismus-, Freizeit- und Citymanagement-Projekte in ganz Norddeutschland.
Gegenüber der AHGZ erläutert Hartmann die Hintergründe des neuen Master-Studienganges. „Zukünftig können wir mit weit reichenden Veränderungen der Freizeitkultur und des Reisens rechnen“, führt er aus. Hierzu trügen gesellschaftliche Trends, steigende Ansprüche an die nachhaltige Entwicklung vieler Lebensbereiche und nicht zuletzt die demographische Entwicklung bei. „Freizeit und Tourismus durchlaufen einen dynamischen Wandel“, stellt der 40-jährige Wissenschaftler fest. Deshalb dürfe man erwarten, dass der Bedarf an optimal ausgebildeten Fachkräften steigen werde. An diesen veränderten Anforderungen aus Gesellschaft, Markt und Wissenschaft wolle sich der „Master of Arts in Leisure and Tourism“ orientieren, so Rainer Hartmann. Die Hochschule wolle nach dem Studium qualifizierte Fachkräfte entlassen, die interdisziplinär arbeiten und verschiedene Kompetenzen in sich vereinigen könnten. Gefragt sei „eine Querschnittskompetenz mit der Fähigkeit zu systematischem Denken und Arbeiten in Zusammenhängen“.
Das entsprechende Rüstzeug wird in drei Semestern vermittelt. Im ersten Semester liegen die Schwerpunkte auf der Auseinandersetzung mit Management in Freizeit und Tourismus. Außerdem lernen die Studenten spezialisierte Forschungsmethoden kennen. Das zweite Semester bringt die Handlungsfelder „Erlebnis und Lernen“, „Kulturmanagement“, „Gesundheit und Wellness“, „Nachhaltige Entwicklung“ sowie „Leitungskompetenz und Teambuilding“ näher.
Das wissenschaftliche Beleuchten dieser Themen ist die eine Seite, das Anwenden in der Praxis die andere. Am Ende des Studiums sollen die Absolventen eigene wissenschaftliche Studien planen und umsetzen können.
Um die Zukunft dieser Absolventen, deren Abschluss auch zum Zugang für den Höheren Öffentlichen Dienst und zur Promotion berechtigen wird, ist Professor Hartmann überhaupt nicht bange. Er geht davon aus, dass sie unter anderem für Leitungstätigkeiten in der Freizeit- und Tourismuswirtschaft, für Führungspositionen in entsprechenden Verbänden und für Forschung und Entwicklung in diesem Themenbereich besonders qualifiziert sind. Arbeitgeber könnten auch in Qualitätssicherung und Weiterbildung zu finden sein.
Der Abschluss berechtigt
auch zur Promotion
Wer für den Master-Studiengang „Master of Arts in Leisure and Tourism“ zugelassen werden will, muss allerdings einige Hürden nehmen. Vorausgesetzt wird ein erster berufsqualifizierender Abschluss (Bachelor oder Diplom einer Hochschule) in Freizeitwissenschaft oder Tourismusmanagement oder fachverwandten Studiengängen (wie Freizeitpädagogik oder Fremdenverkehrsgeografie). Dabei müssen Kandidaten eine Durchschnittsnote von mindestens „gut“ erreicht haben. Weitere Bedingungen sind eine mindestens 20 Wochen umfassende Praxisphase in der Freizeit- oder Tourismuswirtschaft und sehr gute englische Sprachkenntnisse.
Weitere Informationen unter Tel. (0421) 59052734 (Professor Hartmann) oder unter rhartmann@fbsw.hs-bremen.de
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