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Das Barceló Köln: Von hier aus planen die Spanier ihre Expansion. Nächster deutscher Standort wird in zwei Jahren Hamburg sein (Fotos: Hotel)

Märkte & Unternehmen

Barceló hat Deutschland im Visier

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/12 vom 20. März 2010
von

Köln. Der Zeitpunkt war nicht gerade ideal, trotzdem bereut es Hotelmanager José Ramón Alvarez nicht, 2008 nach Köln gegangen zu sein. Das äußerlich unscheinbare 4-Sterne-Haus am Kölner Rudolfplatz war das erste Haus der spanischen Hotelgruppe in Deutschland.

Trotz Wirtschaftskrise und notorischer Überkapazität an Betten in der viertgrößten Stadt der Republik schaffte es der 42-jährige Hotelmanager, der zuvor in Prag und La Coruna für Barceló tätig war, die Belegungsquote im Jahr 2009 auf mehr als 70 Prozent hochzufahren. „Angesichts der schlechten Rahmenbedingungen war das kein schlechter Start in Deutschland“, betont der sympathische Spanier. Mit 301 Zimmern ist das Barceló Köln eines der größten Häuser der Stadt.

In Deutschland ist Barceló im Gegensatz zu den anderen spanischen Wettbewerbern Sol Meliá und NH Hoteles bislang kaum bekannt, obwohl das familiengeführte Unternehmen mit 186 Hotels und Resorts in 16 Ländern wahrlich kein Leichtgewicht in der Hotelbranche ist. Vor allem in der Karibik und in Spanien ist die Kette aktiv, die unter den größten Hotelgruppen weltweit immerhin auf Platz 24 liegt.

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Mehr als 26.000 Beschäftigte, mehr als 45.000 Zimmer und 1,7 Mrd. Euro Umsatz, so lauten die Zahlen für 2008. Dabei werden 55 Prozent des Umsatzes in Hotel-Resorts erzielt, die restlichen 45 Prozent entfallen auf die Stadthotels.

Jetzt will das in Mallorca beheimatete Unternehmen das Wachstumstempo trotz Wirtschaftskrise erhöhen. „Wir sind ein konservatives Unternehmen, wir gehen step by step vor“, sagt Alvarez. „Trotz werden wir die Rentabilität unserer Häuser nicht aus den Augen verlieren“, pflichtet ihm Simón Pedro Barceló bei, der den Konzern in Palma de Mallorca führt.

Bislang hat die Krise dem Unternehmen nur wenig anhaben können. Die Bilanz ist solide, und Bankschulden hat man auch nicht. In den nächsten drei Jahren sollen 20 neue Häuser hinzukommen, alle im 4- oder 5-Sterne-Bereich. Jüngste Eröffnung ist das Barceló Pyramids in Kairo, außerdem ist ein Resort in Marokko neu im Portfolio. Neben der Karibik und dem Mittelmeerraum weckt auch Deutschland das Interesse von Barceló. Bislang hat man 20 Häuser in Großbritannien, dagegen ist man in Frankreich und Italien überhaupt nicht aktiv.

Von Köln aus plant Manager Alvarez den weiteren Ausbau in Deutschland. Und in Hamburg ist man fündig geworden. Die Baupläne sind fertig. Die Adresse in der Ferdinandstraße kann sich sehen lassen, schließlich ist sie nur einen Katzensprung von der feinen Hamburger Binnenalster entfernt. In spätestens zwei Jahren soll dort das zweite Barceló in Deutschland eröffnet werden. Und sobald sich eine neue Möglichkeit ergibt, will man auch in anderen deutschen Großstädten Flagge zeigen. „Drei bis vier neue Häuser in Deutschland in den nächsten fünf Jahren sind unser Ziel.“ Sorgen, dass die deutsche Kundschaft zunächst einmal vorsichtig beim Buchen ist, weil ihr der Name Barceló nicht geläufig ist, hat Alvarez nicht. „Wir können auf eine gute Marke mit 75 Jahren Erfahrung verweisen“, meint der Spanier selbstbewusst.

www.barcelo.com

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