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Die bayerische Landesregierung will dem Porzellanproduzenten unter die Arme greifen

Industrie

Bayrische Staatsregierung hilft Rosenthal

20. Januar 2009
von  

SELB/MÜNCHEN."Der Freistaat Bayern wird alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen, damit es bei weiter geht", erklärte der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Rosenthal erwägt nach Angaben einer Sprecherin eine Bitte um einen staatlichen Überbrückungskredit.

Laut dem Zeitungsbericht hofft der größte deutsche Porzellanproduzent auf eine Kreditlinie in Höhe von etwa 30 Millionen Euro. Zeil sagte, er stehe in laufendem Kontakt mit der Geschäftsführung, den Banken und dem vorläufigen Insolvenzverwalter. Er könne sich viele Unterstützungsvarianten vorstellen. Zudem versicherte der Minister: "Ich werde weiterhin nach besten Kräften unterstützen, ein Finanzierungskonzept zu erstellen und einen neuen Investor für das Unternehmen zu finden, der mit frischem Eigenkapital Rosenthal übernimmt und die Standorte und Arbeitsplätze in Oberfranken nachhaltig sichert." Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums erklärte, es gebe grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten staatlicher Unterstützung, darunter etwa Bürgschaften.

Die Welt berichtete, mit einem möglichen Überbrückungskredit des Freistaates solle eine Anfangsliquidität sichergestellt werden, wenn ein neuer Investor einsteige. Nach Angaben des Insolvenzverwalters haben bis zu 20 Investoren Interesse an Rosenthal gezeigt.

Der börsennotierte Porzellanhersteller Rosenthal musste kürzlich Antrag auf Insolvenzeröffnung stellen. Dieser Schritt, ausgelöst durch die Insolvenz der irisch-britischen Muttergesellschaft Waterford Wedgwood, werde jedoch keine Auswirkungen auf das Geschäft mit Hotel- und Restaurantgeschirr haben, versicherte der zuständige Geschäftsführer Achim Bornhäußer gegenüber der AHGZ. „Produktion, Verkauf und Vertrieb laufen normal weiter. Wir sind voll aktionsfähig.“

Mit ihren Hotel- und Gastronomiekunden, darunter Branchenriesen wie das Kreuzfahrtschiff Queen Mary II oder das Berliner Hotel Adlon, generiert die Rosenthal AG 20 Prozent ihres Umsatzes. „Es gibt keine Probleme mit dem Nachschub“, stellt Bornhäußer klar. Sein Geschäftsbereich sei geprägt von langfristigen Kundenbindungen, „da kauft man nicht gleich neues Geschirr bei einem anderen Anbieter“. Im abgelaufenen Kalenderjahr habe Rosenthal sogar Umsatzzuwächse und Marktanteilgewinne beim Handel mit Restaurants und Hotels verzeichnen können.

Rosenthal beschäftigt weltweit 1.545 Mitarbeiter. Sie bekommen noch Insolvenzgeld bis Ende März. Das Traditionsunternehmen mit 130-jähriger Geschichte hatte am 9. Januar beim Amtsgericht Hof Gläubigerschutz beantragt. Die irische Konzernmutter Waterford Wedgwood, die 90,7 Prozent der Rosenthal-Papiere hält, war vier Tage zuvor in Insolvenz gegangen.

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