Touristik
Brandenburg stellt sich neu auf
Tourismuskonzept überarbeitet / Stärkere Fokussierung auf Produkte und Zielgruppen
POTSDAM Wie Ministerpräsident Matthias Platzeck auf der ITB feststellte, ist der Tourismus „ein positiver Imagefaktor für das Land Brandenburg geworden“. Künftig soll das Reiseland Brandenburg noch stärker produktorientiert vermarktet werden, um die Stärken besser am Markt zu positionieren. Grundlage dafür ist die kürzlich vom Kabinett beschlossene „Tourismuskonzeption des Landes Brandenburg für die Jahre 2006 bis 2010“.
Folgende Kernaussagen liegen ihr zugrunde: Der Aufbau einer modernen, zukunftsfähigen touristischen Infrastruktur ist weitgehend abgeschlossen, die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Landesmarketing sind geschaffen, das Land präsentiert sich professionell. Nun kommt es darauf an, die Destination Brandenburg zu festigen sowie die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Dabei will man sich auf die Stärken konzentrieren. Diese liegen in einer Reihe von vorbildlichen Spitzenunternehmen, der professionellen Vermarktung des Landes durch die TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH sowie Initiativen zur Verbesserung von Kooperation und Qualität.
Laut der Konzeption bestehen zusätzliche Potenziale in der besseren Wahrnehmung der unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Zielgruppen. Notwendig sei es, die derzeitige Organisationsstruktur – mit 13 definierten Reisegebieten mit zu vielen und für sich allein zu schwachen Akteuren – zu straffen.
und fünf Aktionsfeldern
Die zweite Säule ist der Thementourismus. Nicht das ganze Land, sondern einzelne naturräumliche, infrastrukturelle und kulturelle Potenziale sollen ausgebaut werden. Deshalb will man sich künftig vor allem auf klar bestimmte Marktsegmente spezialisieren. Dazu zählen Erholungs- und Naturtourismus, Aktivurlaub wie Rad-, Wasser- und Wanderurlaub, Kulturtourismus, Camping, Familien-, Kinder- und Jugendtourismus, Gesundheits- und Wellnessreisen sowie der Tagungstourismus und barrierefreier Tourismus.
Die dritte Säule umfasst den Internationalen Tourismus. Die Prioritäten liegen dabei vor allem auf den europäischen Nachbarmärkten. Dennoch wolle man, in Verbindung mit Berlin, auch Märkte in den USA, Japan, China und künftig auch Indien in angemessenem Umfang bearbeiten.
Um die Konzeption durchzusetzen, wurden fünf Aktionsfelder definiert. Den umfangreichsten Maßnahmekatalog umfasst dabei die „Professionalisierung Themen- und Produktentwicklung“. Weitere Aktionsfelder sind „Optimierung von Qualität und Qualifizierung“, bei der die seit 2003 bestehende Tourismusakademie Brandenburg bereits auf einem guten Weg ist, sowie die „Kreative Vermarktung und Erschließung neuer Märkte“ durch die TMB. Außerdem die „Straffung und Optimierung touristischer Organisationsstrukturen“ von vielen kleinen separaten Gebieten hin zu übergreifenden Strukturen. Im fünften Aktionsfeld, „Anpassung der Tourismuspolitik und -forderung“, stehen Empfehlungen an die Ressorts der Landesregierung im Vordergrund.
Seit 1990 hat sich der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Brandenburg entwickelt. 115.000 Menschen sind in dieser Branche beschäftigt. Rund 135 Mio. touristische Aufenthaltstage mit einem Bruttoumsatz von 3,3 Mrd. Euro werden jährlich verbucht.