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Bundesliga hier – dort der Rest
Wer seinen Gästen das komplette Sport-Fernsehen bieten will, muss gleich doppelt in die Tasche greifen
BERLIN/DÜSSELDORF Gemeinsam Fußball schauen – das war während der WM für viele Wirte ein großes Geschäft. Von der nächste Woche beginnenden Fußball-Bundesliga versprechen sich die Gastronomen zusätzliche Profite. Wer aber bisher das „Premiere-Sportsbar“-Angebot genutzt hat, der schaut jetzt in die Röhre, nachdem Premiere nicht mehr über die Rechte an der Ausstrahlung der Spiele verfügt. Der Preis für die Bundesliga-Rechte, so wie sie angeboten wurden, sei „nicht refinanzierbar“, begründete Premiere-Finanzvorstand Michael Börnicke den Rückzug des Senders (
Die 612 Bundesligaspiele werden live von der Firma Arena über Kabel und Satellit übertragen. Der DEHOGA verhandelt deshalb über ein außerordentliches Kündigungsrecht für Premiere-Sportsbar-Kunden mit langfristigen Verträgen.
Ein Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. „Premiere sagte uns aber kulantes Verhalten zu“, so Stefan Büttner vom DEHOGA. Für viele Gastronomen ist der Deal der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Ärgernis. Denn die 125 Spiele der Champions League gibt es neben Formel 1 und anderen Sportarten wie Golf, Basketball, Eishockey nach wie vor nur bei Premiere. Champions League-Spiele sind bei den Gästen sehr beliebt.
Wer seine Gäste also optimal mit Sportübertragungen unterhalten will, muss seinen Premiere-Vertrag behalten und Arena zusätzlich abonnieren.
Rund 13.000 Gastronomen sind Kunden bei Premiere. Derzeit informiert Arena rund 50.000 Gastronomen bundesweit über sein neues Angebot. Arena unterscheidet zwischen Betrieben, die kleiner oder größer als 50 Quadratmeter sind. Bei Premiere gibt es drei Kategorien: bis 49, bis 99 und über 100 Quadratmeter. Beide Sender bieten Vertragslaufzeiten für sechs oder zwölf Monate an. Bei Arena kostet das Abo 549 Euro/849 Euro für Betriebe unter 50 Quadratmeter und 849 Euro/1349 Euro für größere Betriebe. Premiere senkte die Preise jetzt auf 499, 699 und 899 Euro in den drei Kategorien für sechs Monate. Zwölf Monate kosten 899, 1299 und 1499 Euro. Alle Preise sind netto inklusive der Gema-Gebühren.
„Wir verdienen an den Gastronomie-Kunden nichts, weil der Kauf der Rechte nicht billig war“, so Arena-Pressesprecherin Susanne Jahrreiss. Das Angebot werde gut angenommen. Die Nachfrage liege deutlich über den Erwartungen, verriet Jahrreiss.
Einer der Arena-Kunden in spe ist Erich Kreuzer. Der Wirt des O’Reilly Irish Pub in Düsseldorf zeigt ausschließlich Sport. Sein Premiere-Vertrag lief ohnehin Anfang August aus. Nun hat er sich bei Arena registrieren lassen. Kreuzer ist ziemlich sauer: „1000 Euro Fernseh- und Rundfunkgebühr und dann noch knapp 1400 Euro pro Jahr nur für Bundesliga. Das ist doch alles reine Abzocke.“
Preiswerter ist es für private Kunden, die zu ihrem Premiere-Vertrag nur 14,90 Euro für Arena zahlen müssen. „Es gibt sicher einige, die aus Kostengründen den illegalen Weg beschreiten und ihren privaten Anschluss im Lokal nutzen“, meint Adriano Mattioli vom DEHOGA Düsseldorf. Die andere Möglichkeit bietet das Internet, wo die Telekom die Rechte besitzt. „Wer erwischt wird“, warnt der DEHOGA-Experte, „zahlt aber in jedem Fall drauf.“