Editorial
Das Hostel hat Zukunft
Der Strukturwandel der deutschen Stadthotellerie hat seit einiger Zeit auch den niedrigpreisigen Markt erfasst. Gleichsam die dritte Phase der Konzentration nach der Expansion der internationalen Ketten von Midscale bis Upscale sowie der Periode der großen Übernahmen und Fusionen.
So dringen die Ketten ein in den Markt der Kleineren und Kleinen, der Pensionen, Hotels garnis und Einzelhotels. Bei schätzungsweise 8 Prozent liegt ihr Marktanteil, da gibt es also noch einiges zu holen.
Zwar haben auch die Pensionen und Hotels garnis von der Nachfrageverschiebung hin zu preisgünstigen Unterkünften profitiert; doch ihrem Plus von 8,1 Prozent (2006 bis 2010) steht ein Zuwachs von 50 Prozent bei den Budget-Kettenhotels in Großstädten gegenüber. Dies hat das Beratungsunternehmen Dicon ermittelt.
Noch gewaltiger ist das Wachstum der Ketten-Hostels: 170 Prozent. Der Betriebstyp Hostel profitiert in besonderer Weise von einem gewandelten Gästeverhalten. Das lautet: Gezahlt wird nur für erbrachte Dienstleistungen. Für solche, die tatsächlich in Anspruch genommen werden.
Kurzum das Geschäftsmodell „Limited Service“ gewinnt an Attraktivität. Denn wer als Betreiber weniger Dienstleistungen vorhält, hat auch geringere Kosten. Auf der anderen Seite muss er so flexibel sein, dass er zusätzlich erwünschte Leistungen möglich macht, und sei es mit externen Partnern.
Im Markt der Hostels tummeln sich etliche Einzelbetriebe, die in der Nische gut leben können. Manche Ketten, etwa Meininger, punkten mit hotelähnlichen Leistungen und verwischen die Grenzen zwischen Hostel und Hotel. So entsteht ein besonderer Mix: Die Gäste können gemeinsam spielen und kochen, im Gameroom und in der Gästeküche. Auch treffen sich nicht nur Backpacker. Man übernachtet dort auch, um mit Leuten aus aller Welt ins Gespräch zu kommen. Ein Modell mit Zukunft (Seite 9).



alfons feclist, Ingolstadt
25.06.2011 um 19:53
Betreff: Hostel
ein Markt mit Zukunft -nicht zu verachten -