AHGZ-Monitor
Der Optimismus festigt sich
Fast die Hälfte der befragten Betriebe rechnet mit steigenden Umsätzen. Dabei ist die Erwartungshaltung in der Gastronomie inzwischen genauso hoch wie in der Hotellerie, in der 4- und 5-Sterne-Häuser besonders zuversichtlich sind
STUTTGART. Trotz Finanzkrise und steigender Lebensmittelpreise wird die Stimmung im Gastgewerbe immer besser. Fast die Hälfte der Betriebe erwartet Umsatzsteigerungen. Erstaunlich dabei: Die bisher eher pessimistische Gastronomie hinkt der Hotellerie bei der Geschäftserwartung nicht mehr hinterher – zumindest was die Erwartung betrifft. Das geht aus dem AHGZ-Monitor hervor, den das Marktforschungsunternehmen Marktplatz/Hotel im Auftrag der AHGZ im März erstellt hat.
Wenngleich die Branche also insgesamt zuversichtlich in die Zukunft blickt, zeigen sich doch zwischen Hotels der Oberklasse und Häusern im mittleren sowie unteren Segment deutliche Unterschiede. So gehen von den befragten 4- bis 5-Sterne-Hotels 51,6 Prozent von steigenden Zimmerbelegungen aus und 45,3 Prozent von höheren Zimmerpreisen. Lediglich rund 10 Prozent erwarten einen Rückgang dieser Kennzahlen.
Bei der mittleren bis unteren Hotellerie (überwiegend ohne Gastronomie) rechnen dagegen nur 43 Prozent mit einer Steigerung der Belegung, und 30 Prozent hoffen auf anziehende Preise. Fast 22 Prozent der Befragten in dieser Kategorie befürchten sogar sinkende Zimmerpreise und 13 Prozent einen Rückgang der Belegung.
Investitionsbereitschaft groß
Über alle Segmente hinweg aber bleibt das Bild positiv. Immerhin gehen 50 Prozent der Beherbergungsbetriebe mit Restaurant von einer Umsatzsteigerung aus. Gleichauf steht die Gastronomie (ebenfalls 50 %). Schlusspunkt bilden Beherbergungsbetriebe ohne Restaurant mit 44 Prozent, von denen die Mehrzahl zur mittleren und unteren Hotelkategorie zählt. Vor Umsatzrückgängen haben lediglich 12,4 Prozent aller befragten Hoteliers und Gastronomen Angst, wobei die Gastronomie hier die stärkste Gruppe stellt (17,6 %).
Damit fällt die Erwartung der gesamten Branche noch besser aus als bei der Befragung im Vormonat. Im Februar hatten 39,7 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen vorausgesagt gegenüber ganzen 48,8 Prozent im März.
Die Grundstimmung ist demnach deutlich positiver als es die tatsächliche Geschäftsentwicklung vermuten lässt. Denn während im März lediglich 41,9 Prozent der Hoteliers und Gastronomen gestiegene Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat angaben, waren es im Februar noch 47,4 Prozent. Entsprechend höher ist die Zahl der Betriebe, die im März Rückgänge zu verzeichnen hatten. Sie stieg von 36,3 Prozent (Februar gegenüber Vorjahresmonat auf rund 46 Prozent (März gegenüber Vorjahresmonat).
Dennoch, und das lässt sich wohl aus der positiven Erwartungshaltung erklären, wollen zwei Drittel aller Betriebe in den kommenden sechs Monaten investieren. Dabei steht der Wunsch, Geld in Gästezimmer zu stecken, wie im Vormonat an erster Stelle. Verschiebungen gab es auf den weiteren Plätzen. Während im Februar an zweiter Stelle noch Investitionen in die technische Ausrüstung zu finden waren, rückte im März die Einrichtung des Gastraums (Februar Platz 4) hinter die Gästezimmer. Das zeigtdeutlich , dass die Gastronomie beim Anschluss an die Hotellerie aufholt zunehmend mit Freude in die Zukunft blickt.
Befremdlich aber erscheint angesichts drohenden Fachkräftemangels die in der Prioritätenliste abgerutschte Mitarbeiterschulung. Sie rückte bei den Investitionsvorhaben vom dritten Platz im Februar an die siebte Stelle im März.Conelia Küsel
Für den AHGZ-Monitor befragt Marktplatz/Hotel monatlich online 5000 Betriebe des Gastgewerbes. Die Adressaten der repräsentativen Umfrage stellen den Querschnitt der gesamten Branche dar.