Touristik
Der Papst kommt
Besuch von Benedikt XVI. in Bayern / Schub für religiös motivierte Reisen nach Deutschland
FRANKFURT/ALTÖTTING Deutschland wartet auf Papst Benedikt: Vom 9. bis zum 14. September 2006 wird das Oberhaupt der katholischen Kirche seine bayerische Heimat besuchen. Höhepunkte der sechstägigen Reise sind zwei große Messen unter freiem Himmel am 10. September in München und am 12. September in Regensburg, zu denen jeweils bis zu 300.000 Menschen erwartet werden.
„Durch den Papstbesuch wird sich erneut das Interesse der Katholiken in der ganzen Welt auf Deutschland richten, so wie es auch unmittelbar nach der Wahl von Josef Kardinal Ratzinger zum Papst schon spürbar war“, so Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus. Mit besonderen Aktivitäten will die DZT diese Aufmerksamkeit nutzen, um zusätzliche Nachfrage zu schaffen.
Die Nachfrage gerade aus katholisch geprägten Ländern steigt
Mit knapp 700.000 Pilgerreisen im eigenen Land und mehr als 50.000 Ankünften ausländischer Gäste an Symbolstätten des Christentums sind religiös motivierte Reisen bisher ein kleineres Marktsegment bei Deutschland-Reisen. „Seit der Wahl Benedikts XVI. hat aber gerade Bayern als Heimat und ehemaliger Wirkungskreis des Papstes für kulturell und religiös Interessierte weltweit stark an Attraktivität gewonnen“, so die DZT-Chefin.
Insbesondere die Auslandsvertretungen der DZT in stark katholisch geprägten Ländern wie zum Beispiel Spanien, Italien und Brasilien verzeichneten nach der Wahl des bayerischen Kardinals auf den Stuhl Petri ein stark gestiegenes Interesse an touristischen Detailinformationen zur Planung von Reisen auf den Spuren von Papst Benedikt XVI.
In Italien haben seit der Papstwahl bereits sechs Reiseveranstalter die von DZT und der Bayern Tourismus Marketing GmbH gemeinsam erarbeiteten Routenvorschläge in ihre Kataloge aufgenommen. Weitere Tourenvorschläge der DZT für religiös motivierte Reisende, wie zum Beispiel „Pilgerwege in Bayern“, „Jakobswege in Deutschland“, oder „Auf den Spuren der Hildegard von Bingen in Deutschland“ werden bei der weiteren Akquise von Vertriebspartnern in Italien eingesetzt. Sie wurden der Reisebranche im Juli aus Anlass des Papstbesuches vorgestellt.
Auf den Jakobswegen oder auf den Spuren Hildegards von Bingen
Oberbayern hat sich auf Gäste eingestellt, die auf den Spuren des Heiligen Vaters wandeln wollen. Der spricht selbst gern positiv über seine Heimat: „Ich habe das Glück, ganz in der Nähe von Altötting geboren zu sein. So gehören die gemeinsamen Wallfahrten mit meinen Eltern und Geschwistern an den Gnadenort zu meinen frühesten und schönsten Erinnerungen.“ Wenn Papst Benedikt XVI. in Erinnerungen an seine Kindheit schwelgt, reist der Heilige Vater gedanklich nach Oberbayern. Geboren in Marktl am Inn, aufgewachsen in Traunstein und in Freising zum Priester geweiht, schlägt das Herz des Papstes nach eigenen Worten bayerisch. Vom 9. bis 14. September kehrt der berühmteste Sohn des Freistaats in seine Heimat zurück. In München (10.9.), Altötting (11.9.) und Regensburg (12.9.) wird er gemeinsam mit Hunderttausenden Gläubigen beten und nicht zuletzt die Stätten seiner Kindheit besuchen.
Touristen haben reichlich Gelegenheit, die Wiege seines Wirkens zu entdecken: Wer sich in Oberbayern auf die Spuren von Joseph Ratzinger begeben möchte, kann beispielsweise auf dem neu angelegten „Benediktradweg“ radeln. „Die 224 Kilometer lange Strecke bildet den Leitfaden für Stationen seiner Kindheit“, so Herbert Bauer vom Wallfahrts- und Verkehrsbüro Altötting. Im berühmten Wallfahrtsort in der Region Inn-Salzach beginnt die Tour. Seit über 1250 Jahren gilt die Stadt als geistliches Zentrum Bayerns. Rund eine Million Pilger strömen jedes Jahr auf den von Barockgebäuden gesäumten Kapellplatz, um zur „Schwarzen Madonna“ zu beten, die in der Gnadenkapelle thront. Auch Joseph Ratzinger zieht es immer wieder in den Wallfahrtsort. Die aus Lindenholz geschnitzte Figur faszinierte ihn bereits als Kind. Er wird nach Pius VI. und Johannes Paul II. der dritte Papst sein, der hier der Muttergottes huldigt.
Nach dem Festgottesdienst auf dem Kapellplatz in Altötting plant Benedikt XVI. einen kurzen Abstecher in seinen nahe gelegenen Geburtsort Marktl am Inn, durch den auch der Benediktradweg führt. Gäste, die mehr über den Ort erfahren möchte, an dem der Papst seine ersten beiden Lebensjahre verbracht hat, können sich hier einer Führung von Karl Mühltaler anschließen. Ihn verbindet mit dem Heiligen Vater übrigens, dass er von der gleichen Hebamme entbunden wurde – allerdings neun Jahre später.