Tourismus
Deutsche bleiben Reiseweltmeister
von Marina Behre
STUTTGART. Das Krisenjahr 2009 hat auch die Reisekonjunktur gebremst. Die Ausgaben der Deutschen für Ferien im Ausland fielen im Vergleich zum Vorjahr um 2.25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch heftiger fiel das Minus bei den Einnahmen durch Auslandsgäste in Deutschland aus: Sie brachen um 9,5 Prozent ein - ein Verlust in solcher Höhe wurde zuvor noch nicht festgestellt.
Die Autoren führen den starken Verlust auf die große Bedeutung der Geschäftsreisen im deutschen Reisemarkt zurück. Gerade dieses Segment hatte im Zuge der Wirtschaftskrise starke Einbußen verzeichnet. Allerdings konnte ein Plus bei den deutschen Reisenden die Verluste aus Auslandsmärkten zum Teil wettmachen. Das trifft laut Studie vor allem auf die deutschen Feriengebiete an Küsten und Seen zu, die 2009 oft besser abschnitten als im Vorjahr.
Auch der Städtetourismus entwickelte sich von den Besucherzahlen her nicht schlecht. Dass dabei Freizeittouristen günstige Angebote nutzten, die durch die fehlende Nachfrage der Geschäftsreisenden begründet waren, drückte allerdings auf die Umsätze. Hier sehen die Volkswirte eine Gefahr für den Tourismusstandort Deutschland: Die niedrigen Margen in der Hotellerie könnten mittelfristig zu einem schädlichen Investitionsstau führen.
Für das gerade begonnene Reisejahr 2010 sind die Banker vorsichtig optimistisch: Sie erwarten, dass sich die in den letzten Monaten bereits abzeichnende Erholung der Reiseausgaben und -einnahmen fortsetzt.
In ihrer bei der Reisemesse CMT in Stuttgart vorgestellten Studie nehmen die Volkswirte der Dresdner Bank, die mittlerweile von der Commerzbank übernommen wurde, jedes Jahr die Reiseausgaben unter die Lupe. Betrachtet werden sowohl die Ausgaben deutscher Urlauber im Ausland als auch die Einnahmen durch ausländische Touristen in Deutschland.

