Tourismus
Deutschland – starkes Urlaubsland
von Marion Schlag
BERLIN. Schöne Botschaften für den Deutschland-Tourismus auf der ITB: Entgegen allen Befürchtungen hat die Branche in 2009 wacker der Wirtschaftskrise und Konsumflaute getrotzt. Während die internationalen Ankünfte einen Verlust von rund 4,3 Prozent verzeichneten und europaweit sogar um 5,6 Prozent nachgaben, erwiesen sich die deutschen Regionen zwischen Alpen und Küsten mit moderaten Rückgängen von 2,7 Prozent als äußerst wettbewerbsfähig. Auch bezüglich der Hotelübernachtungen kam Deutschland mit minus 4,6 Prozent, statt minus 9,2 Prozent im Europadurchschnitt, noch glimpflich davon.
Im Vergleich mit den Mitbewerbern Spanien und Frankreich konnte Deutschland seine Marktanteile sogar ausbauen. Verlass war erneut auf die Bundesbürger, die trotz knapper Kassen vorzugsweise Urlaub in der Heimat machten. Mit 85 Prozent Übernachtungsanteil sind die Inlandsgäste ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Während die Geschäftsreisen vier Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurückliegen, haben die Urlaubsreisen im eigenen Land um zwei Prozent zugelegt", bestätigte Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), das Ergebnis. Die Gewinner waren Mecklenburg-Vorpommern (plus 3,6 Prozent) und die Stadtstaaten Hamburg (plus 6,9 Prozent) sowie Berlin (plus 6,4 Prozent).
Die deutschen Destinationen punkteten mit ihrer Vielseitigkeit, hervorragender Infrastruktur, kurzen Anfahrtswegen und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. In der touristischen Werbung steht 2010 unter dem Motto "Creative Germany", dessen Fokus auf das innovative Potenzial Deutschlands gerichtet ist. Weiterer Schwerpunkt der Marketingaktivitäten ist der 300. Geburtstag der Porzellanmanufaktur Meissen, nach Porsche die international bekannteste Luxusmarke. Ein idealer Anlass für Kulturtourismus und Shopping. "Insgesamt holprig aufwärts", lautete Hedorfers optimistische Jahresprognose für 2010.


