Konzepte: Michelberger in Berlin
Die fabelhafte Welt des Tom Michelberger
BERLIN. Von außen ist dem Klinkerbau an der Berliner Warschauer Straße nicht gleich anzusehen, dass es sich um ein Hotel handelt. Umso größer ist die Verblüffung beim Betreten des einstigen Industriegebäudes, das sich auf rund 3000 Quadratmetern erstreckt: Gemütliche Sitzecken, eine lange Bar mit Holztischen sowie unzählige Bücher, die in Metallregalen aufgereiht sind, bestimmen das Bild.
Das Publikum ist gemischt: ein Pärchen, das Nachwuchs erwartet, schaut verträumt zur Decke, von der aus Zeitschriften gebastelte Lampen herunterhängen. In einer Ecke stößt eine Gruppe Jugendlicher mit Bier an, während zwei Mittdreißiger konzentriert auf ihre Laptops starren und zwei ältere Damen auf einem Sofa ihren Kaffee einnehmen.
Das im vergangenen September eröffnete Michelberger Hotel will ein Ort „von Freunden für Freunde“ sein. Deshalb mutet es so anders an, so überraschend, so als würde man eine eigene Welt betreten. „Das wollten wir mit unserem Haus auch erreichen“, erläutert Tom Michelberger, Namens- und Ideengeber für das Hotel.
Die Rezeption ist kreisförmig, an der unverputzten Wand daneben hängen mehrere Kuckucks-Uhren.
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Es soll ein Begegnungsort für jeden sein, der dem üblichen Einerlei entfliehen will und etwas sucht, wo er sich wohlfühlt und verweilen will, manchmal auch für länger. So einfach beschreibt der Geschäftsführer sein Konzept.
Prima Stimmung
„Wir sind nicht primär auf Gewinnoptimierung aus, sondern wollten unsere kleine Welt erschaffen, mit einem ganz eigenen Profil“, betont der 31-Jährige. Wohlfühlen und eine gute Stimmung seien am Wichtigsten, wobei er natürlich auch Geld verdienen wolle. Jedoch stehe das nicht an erster Stelle.
Entsprechend gibt es auch keine klar definierte Zielgruppe. Im Michelberger ist jeder willkommen, so Tom Michelberger, wobei oft Musiker, Künstler und andere kreative Köpfe den Weg in das ungewöhnliche Haus finden. Auch Bar, Restaurant und Club des Hauses werden intensiv genutzt und oft von den Berlinern selbst frequentiert. Das können die wenigsten Hotels von sich behaupten, deren Kundschaft sich meist aus auswärtigen Gästen zusammensetzt. Anfangs habe er und sein Team die Gäste hauptsächlich über Veranstaltungen wie Konzerte, Whisky- und Tee-Degustationen oder andere Events ins Haus gelockt, mittlerweile ist das Michelberger aber auch in den gängigen Online-Buchungsportalen wie HRS oder Booking.com vertreten.





