Touristik
Die Gastronomie kann punkten
Service- und Qualitätsoffensive im Blickpunkt des Tourismus-Barometers Saarland / Auf dem Weg zur Marke
SAARBRÜCKEN. „Der Tourismus im Saarland entwickelt sich mehr und mehr zur Marke. Die Erfolge im Rad- und Wandertourismus sind mittlerweile messbar – und darauf können wir stolz sein.“ Das machte Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi bei der Präsentation des Sparkassen-Tourismusbarometers für das Saarland deutlich.
Besucherzuwächse registrierten kulturelle Einrichtungen wie Museen und entsprechende Parkanlagen. Zu den Gewinnern zählten laut Expertise auch die Spielbanken, die Stadt sowie thematische Führungen.
Das diesjährige Branchenthema sah die Gastronomie im Fokus und lieferte wertvolle Informationen. Zweifelsohne können der saarländischen Spitzengastronomie von Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis her hervorragende Noten ausgestellt werden. In anderen Gastro-Sektoren zeigte sich jedoch noch Nachholbedarf im bundesweiten Vergleich. Laut Minister Georgi müsste in Form einer Qualitäts-Offensive auf mehr Service und Regionalbezug gesetzt werden. So sollten erfolgreiche Vorbilder wie die „Blieskasteler Lammwoche“ mehr Nachahmer finden: „Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um bessere Kooperations- und Vermarktungs-Strukturen aufzubauen.“
Die Zielsetzung des Barometers unter der Trägerschaft des Sparkassenverbandes Saar und des Wirtschaftsministeriums geht in Richtung einer neuen Qualität der Marktbeobachtung für die Arbeit der Tourismus-Zentrale-Saarland (TZS), der Tourist-Informationen, Kurverwaltungen und aller Leistungsträger. Es handelt sich auch um eine Art Frühwarnsystem, das auf problematische Entwicklungen rechtzeitig hinweist und Lösungen vorschlägt. Zu den Kernergebnissen des Tourismusbarometers 2007 zählt die Tatsache, dass das Saarland mit seiner positiven Übernachtungs-Entwicklung mit dem gesamten Bundesgebiet gleichgezogen hat.
Die herausragende Leistungsfähigkeit der gehobenen Gastronomie fand im Jahresbericht 2007 besondere Würdigung. Dies wurde auch von zahlreichen Gastronomieführern untermauert. Hier sehen die Autoren des Barometers aber durchaus Licht und Schatten. Denn neben dieser herausragenden Gastronomie-Landschaft gab es auch Betriebe mit strukturellen Problemen. Mehr Know-how, bessere Zielgruppen-Ansprache mit Entwicklung eines qualitativ hochwertigeren Angebots und größere Service-Qualität sind hier angeraten.
Nachholbedarf erkannte das Barometer ferner in dem Punkt, dass die Gastronomie mehr auf die Bedürfnisse der Touristen eingehen könnte: Wenn etwa Betriebe ihre Schließtage am Wochenende haben oder ihr Lokal erst in den Abendstunden öffnen. (Seite 1) Peter Hanser

